Snooker-Freunde eröffnen eigenes Domizil in Bleicherode

Bleicherode  Neuer Verein mit zunächst acht Mitgliedern will in der Thüringen-Liga mitmischen. Tag der offenen Tür am Sonntag

Marco Köhn hat mit Gleichgesinnten den 1. Snooker Club Bleicherode gegründet. Foto: Kristin Müller

Marco Köhn hat mit Gleichgesinnten den 1. Snooker Club Bleicherode gegründet. Foto: Kristin Müller

Foto: zgt

Klar, sagt Marco Köhn, könne man auch in Nordhausen Snooker spielen, eine Spielothek hält einen Tisch vor. „Aber dort ist es rauchig und staubig.“ Für Leute wie ihn, für die Snooker kein bloßes Freizeitvergnügen, sondern ein Sport ist, sei das entscheidend: Denn ist der Ballkontakt wegen dreckiger Luft nicht sauber, kann der Ball hochspringen.

Nicht zuletzt aus Kostengründen hat er mit Gleichgesinnten den 1. Snooker Club Bleicherode gegründet und in den vergangenen Wochen eine eigene Trainingsstätte aufgebaut. In der Spielothek zahlt man für jede Partie, im Verein liegt der monatliche Mitgliedsbeitrag bei 40 Euro, ermäßigt sind es 25 Euro.

„Snooker ist absoluter Präzisionssport“

Snooker wird fortan in Bleicherode in einer früheren Gewerbehalle in der Nordhäuser Straße gespielt. Bis vor fünf Jahren war dort ein Technikhandel, dann stand das Gebäude leer.

„Wir haben zwei Monate hart geschuftet“, sagt Stephan Kallies (33), der Kassenwart im Verein, rückblickend. Nur dank vieler Eigenleistung hätten knapp 8000 Euro für die Sanierung genügt. Es galt, ein Loch in der Decke zu schließen, die Sanitäranlagen in Ordnung zu bringen, eine Zwischenwand einzuziehen. „Wegen der Heizkosten“, erklärt Kallies. Zunächst stehen zwei (gebrauchte) Snooker-Tische im Raum, Platz wäre für vier weitere.

Der Verein will langsam wachsen. Die Snooker-Freunde freilich haben längst schon sportlichen Ehrgeiz entwickelt: „ Es gibt eine Thüringen-Liga mit fünf bis sechs Mannschaften, da wollen wir aktiv werden“, erzählt Kallies. Geplant sei auch, in den Kreissportbund einzutreten, eine Nachwuchsgruppe zu etablieren. Kallies selbst hatte in „Pullman City“ bei Hasselfelde vor fünf Jahren seine Liebe zum Snooker entwickelt. Damals war er dort selbstständiger Restaurantbetreiber, in einer Billardbar stand auch ein Snookertisch.

Er lernte dort Marco Köhn kennen, gemeinsam griff man zum Cue. „Snooker ist ein absoluter Präzisionssport, Konzentration ist entscheidend“, sagt Kallies. „Man lernt, vollkommen runterzukommen“, ergänzt Köhn. Im Gegensatz zum Billard könne man mit Taktik viel wettmachen. Auch ist der Tisch nicht drei, sondern acht Quadratmeter groß. Nicht mit 15, sondern mit 21 Kugeln wird gespielt. Die Bälle sind kleiner, die Taschen viel enger. Wer sich selbst ausprobieren mag, hat dazu am Sonntag Gelegenheit.

Am 11. September wird ab 14 Uhr zum Tag der offenen Tür eingeladen.

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