Spiegel, Spanien und Südafrika interessiert: Nordhäuser Ladepark soll im April eröffnen

Nordhausen.  Die Nordhäuser Firma Intrasol ist mittlerweile in überregionalen Medien als Ansprechpartner gefragt. Die Bielener Elektrotankstelle findet einen dritten Gesellschafter.

Olaf Salomon, Geschäftsführer der Nordhäuser Stadtwerke, TEAG-Projektentwickler Denis Schuldig sowie Intrasol-Chef Sebastian Kupfer (von links) brüten über den Plänen für den Nordhäuser Ladepark.

Olaf Salomon, Geschäftsführer der Nordhäuser Stadtwerke, TEAG-Projektentwickler Denis Schuldig sowie Intrasol-Chef Sebastian Kupfer (von links) brüten über den Plänen für den Nordhäuser Ladepark.

Foto: Peter Cott

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Die Helden der Energie- und Verkehrswende kommen aus Nordhausen. So jedenfalls sieht es das ZDF. Kürzlich weilte der öffentlich-rechtliche Fernsehsender daher in der Stadt, um das junge Start-Up-Unternehmen Intrasol und seinen Geschäftsführer Sebastian Kupfer für eine gleichnamige Reportage zu interviewen. Und am Interesse soll es das nicht gewesen sein: Auch ARD und Spiegel TV recherchieren dieser Tage für Beiträge rund um die Firma, die Ladeinfrastrukturen und E-Carsharing-Angebote entwickelt, erzählt Kupfer

Dementsprechend gut gelaunt kann er am Mittwochmorgen über die Baustelle für den geplanten Ladepark im Bielener Gewerbegebiet Im Krug führen, wo es emsig zugeht: Tiefbauer setzen die Fundamente für ein kleines Gebäude, in dem später Toiletten, Sitzecken und eine Kinderspielecke Platz finden sollen. Der erste Ladepark seiner Art in Europa soll das Projekt einmal werden, und das Dach für die fünf geplanten Schnellladesäulen ist mittlerweile in den Himmel gewachsen. Bis Januar wolle man die Arbeiten abschließen, um dann mit verschiedenen E-Autos Tests durchzuführen und den Park an seine Nennleistung zu bringen. Ein Container für die Analysearbeit steht bereits.

Thüringer Energie AG steigt als Partner ein

Kupfer aber deutet auf etwas aus seiner Sicht Entscheidenderes, das genau neben dem Container steht: Schwarze Planen umhüllen hier etwas in der Form eines überdimensionalen Würfels. Mit „E-Charger 600“ benennt Kupfer die Apparatur, die mit der im April kommenden Jahres vorgesehenen Eröffnung des Parks erkennen soll, wie viel Energie ein Auto für seinen Ladevorgang benötigt und den Bedarf aus einem nahe gelegenen Trafokasten zieht. „Bisher waren Ladestationen immer am Niederspannungsnetz angeschlossen und sorgten für Stress im Netz. Mit dem Trafo gehen wir nun direkt ins Mittelspannungsnetz“, erklärt Kupfer, aus dessen Sicht das verkürzte Warten auf volle Autoakkus – angepeilt sind Zeiten zwischen fünf und zehn Minuten – „das Laden salonfähig“ macht.

Der Meinung ist auch die Thüringer Energie AG (TEAG), die seit Kurzem als dritter Gesellschafter des Projekts neben den Nordhäuser Stadtwerken und dem Windenergieanlagen-Hersteller „Enercon“eingestiegen ist. Die TEAG will nicht nur Fachwissen im Bereich moderner Bezahlsysteme einbringen, sondern damit auch die Ladeinfrastruktur in Thüringen voranbringen, erläutert mit Denis Schuldig der TEAG-Fachgebietsleiter für Mobilität. Seit einem halben Jahr schon betreibe man ähnliche High-Performance-Charger wie den hier geplanten an der A4 bei Thörey sowie an der A9 bei Schleiz. „Bei Schleiz stehen die Autos an zwei Ladesäulen sogar Schlange, so dass wir auf vier Säulen erhöhen wollen“, sagt Schuldig, der in Nordhausen ein „Projekt mit Modellcharakter“ wittert und es stärken will.

Südharzer Ideen in Spanien und Südafrika gefragt

Dass der Modellcharakter noch weitere Kreise ziehen kann, davon ist Sebastian Kupfer nicht allein wegen der gemeinsam mit Enercon aufgesetzten 30 Fördermittelanträge für zusätzliche Ladeparks in ganz Deutschland überzeugt. Auch in Südafrika gebe es Interesse an den Ideen Intrasols, plane man ein Projekt, sagt Kupfer, der am Mittwoch eine spanische Studentin im Schlepptau hat: Ihre Masterarbeit zu den Ladepunkten elektrischer Autos entsteht in Nordhausen und soll die Südharzer Expertise auf die Iberische Halbinsel tragen.

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