Stadtbrandmeister übergibt Posten nach zehn Jahren

Marco Kneise
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Heringens neuer Stadtbrandmeister Toni Theuerkauf und sein Vorgänger Andreas Liesegang (im Bild von links). Letzterer will die nun gewonnene Zeit in sein Ehrenamt als Ortschaftsbürgermeister von Auleben stecken.

Heringens neuer Stadtbrandmeister Toni Theuerkauf und sein Vorgänger Andreas Liesegang (im Bild von links). Letzterer will die nun gewonnene Zeit in sein Ehrenamt als Ortschaftsbürgermeister von Auleben stecken.

Foto: Marco Kneise

Heringen.  Bisheriger Stellvertreter Toni Theuerkauf übernimmt Nachfolge von Andreas Liesegang. Kommissarische Berufung bis zur nächsten Hauptversammlung

Es war der Morgen des 3. Dezembers 2010, als in Heringen der Feuerwehralarm ertönte. Die Rettungsleitstelle rief zum Großeinsatz. Flüssigkeit und Dämpfe sollen aus dem Kesselwagen eines Güterzuges am Bahnhof der Helmestadt austreten.

Noch gut erinnert sich Andreas Liesegang an jenen Einsatz, der für den Auleber der erste als Stadtbrandmeister sein sollte. Denn die gerade drei Tage alte Landgemeinde Heringen hatte nach ihrem Zusammenschluss noch keinen Floriansjünger mit dieser Funktion. Erst am Abend sollte besiegelt werden, dass Liesegang kommissarischer Stadtbrandmeister wird, bis zur eigentlichen Wahl.

Die Realität holte die Feuerwehrleute schneller ein, als gedacht. So wurden Nägel mit Köpfen gemacht und Liesegang übertrug man de Vie Verantwortung. Glücklicherweise verlief der Einsatz glimpflich. Ursache für die Dämpfe und den Niesel war die Abwärme an Abgasrohren sowie die eisigen Temperaturen.

Mehr als zehn Jahre ist das her. Was als Provisorium begann, währte schließlich bis vergangenen Freitag. Da nämlich hing Liesegang den Posten des Stadtbrandmeisters an den Nagel. „10 unvergessliche, wunderbare Jahre“, wie der Auleber zusammenfasst. „Auch wenn wir den einen oder anderen traurigen oder unschönen Moment hatten.“

Eine Entscheidung, die nicht adhoc kam, eigentlich schon im vergangenen Jahr umgesetzt werden sollte. Doch Corona machte auch hier einen Strich durch die Rechnung. Denn für eine reguläre Wahl des Stadtbrandmeisters müssten laut Heringens Feuerwehrsatzung die ungefähr 150 wahlberechtigten Feuerwehrkameraden dies bei einer gemeinsamen Hauptversammlung tun. So hat vor gut einem halben Jahr Liesegangs bisheriger Stellvertreter, Toni Theuerkauf, den Großteil seiner Aufgaben übernommen. Seit Anfang Mai ist Theuerkauf nun kommissarisch berufen.

Aus Liesegangs Sicht, der ideale Kandidat. Zumal Theuerkauf ein erfahrener, gut ausgebildeter Kamerad sei, der sehr viel Engagement habe und Heringens Feuerwehr vernünftig führen kann.

Obendrein ist der 35-Jährige seit seinem 10. Lebensjahr in der Feuerwehr, ebenso wie sein Vater, Uwe Theuerkauf, der Wehrführer der Heringer Ortsteilfeuerwehr ist. Anderen Leuten in der Not zu helfen liege dem neuen Stadtbrandmeister daher im Blut. Zudem ist er Rettungssanitäter und hauptberuflich in der Südharzer Rettungsleitstelle in Sangerhausen tätig.

Den Entschluss, nicht mehr Stadtbrandmeister zu sein, fällte Liesegang, als dieser zum Auleber Ortschaftsbürgermeister gewählt wurde. „Da erreichte ich die Grenze des Machbaren. Denn gerade als Stadtbrandmeister investiert man enorm viel Zeit“, so Liesegang, der nicht alles nur ein bisschen machen möchte.

Rückblickend ist dieser stolz auf die gleich gebliebene Mitgliederzahl der aktiven Feuerwehrleute, was er besonders auf die großartige Jugendarbeit zurückführt. Selbstkritisch gibt er jedoch auch zu, mehr für die Erneuerung des Fahrzeugfuhrparks hätte tun können. Dennoch hält Liesegang der Feuerwehr weiter die Treue. Schließlich ist der Auleber nebenbei noch Kreisbrandmeister, stellvertretender Kreisbrandinspektor sowie aktives Mitglied der Auleber Feuerwehr.