Steiniger Weg zur Klimaneutralität im Südharz

Nordhausen.  Nordhäuser Wissenschaftler suchen Kompromisse für notwendige raumplanerische Eingriffe innerhalb der Energiewende.

 Dagmar Everding (links) und Ariane Ruff stellten am Mittwoch das Projekt „Klima-Gestaltungsplan für die Stadt und den Landkreis Nordhausen“ in der Stadtbibliothek vor. 

Dagmar Everding (links) und Ariane Ruff stellten am Mittwoch das Projekt „Klima-Gestaltungsplan für die Stadt und den Landkreis Nordhausen“ in der Stadtbibliothek vor. 

Foto: Peter Cott

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Will der Südharz bis ins Jahr 2050 klimaneutral sein, dann dürften für den Landkreis erhebliche Veränderungen und raumgestalterische Eingriffe nötig sein. Darauf haben am Dienstag Ariane Ruff, Professorin für Urbane Ressourcen an der Hochschule Nordhausen, und Dagmar Everding, Professorin für Landschaftstechnologie und Flächenrecycling, bei einer Fachtagung in der Bibliothek aufmerksam gemacht.

Die Tagung beschäftigte sich unter anderem mit einem Gestaltungsplan, der den anthropogenen Klimawandel der Region erfassen und Gegenstrategien entwerfen soll. Daran forscht die Hochschule mit Partnern seit zwei Jahren.

Laut Everding und Ruff habe man bereits den städtischen und ländlichen Raum im Südharz auf klimatische Bedingungen und energetisches Potenzial analysiert und Szenarien mit Experten auf ihrem Gebiet – so etwa Landwirten – diskutiert. Man sei immer auf der Suche nach Kompromissen, um mögliche raumplanerische Eingriffe verträglich zu gestalten, erklärten beide.

Planungsziele sind begrünte Dächer und Fassaden

Als „heißes Thema“ bezeichnete Ruff beispielsweise die Frage, inwieweit die Nordhäuser Kiesseen als Flächen für Photovoltaik genutzt werden. Im bis 2050 völlig klimaneutralen Szenario wäre die Wasserfläche zu 50 Prozent zu nutzen. Andere dargelegte Planungsziele sind begrünte Dächer und Fassaden oder Plantagen schnellwüchsiger Pflanzen, die einerseits der Ortsrandgestaltung dienen, andererseits jedoch auch der Produktion von brennbaren Pellets dienen.

Den Klima-Gestaltungsplan wollen die Wissenschaftler in diesem Jahr per Wanderausstellung der Öffentlichkeit vorstellen und mit ihr diskutieren. Angedacht sei zudem, die Methodik auf andere Regionen zu übertragen und in formelle Planungen wie in Stadt- und Gemeinderäten zu integrieren. Soll Klimaneutralität erreicht werden, so Everding, müssen derartige Strategien in Landesentwicklungsplänen stärkere Berücksichtigung finden.

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