Sturmlauf am Scheunenhof: Nur Windböen lassen Triathleten wanken

Nordhausen  Beim 17. Scheunenhof-Triathlon bringt Lisa Knauer ihre „Slow Motion Group“ als Erste ins Ziel. Tilman Kühne schwamm sich für Erfolg warm

„Slow Motion Group“ bedeuet wortwörtlich übersetzt „Zeitlupen-Gruppe“. Wie in Zeitlupe sah ihr Rennen keinesfalls aus. Das Trio mit Tilmann Kühne (Schwimmer), Sylvester Mackensen (Radfahrer) und Lisa Knauer (Läuferin) war recht fix unterwegs. In der Kategorie-Wertung „Einsteiger-Staffel“ beim Scheunenhof-Triathlon holten sich die drei Nordhäuser den Heimsieg. Den eroberten tags darauf beim Ican64 auch die Schwimmerin Maxi Schorcht, Raik Müller auf dem Rad und Michael Schorcht als Läufer, nachdem es im Vorjahr noch Platz zwei gewesen war.

Ein wenig gedulden musste man sich schon, ehe die Ersten das Ziel am Scheunenhof erreichen sollten. Mit Lisa Knauer war es eine Frau, die als Erste auf die Zielgerade einbog. Streckensprecher Alf Schieck gab am Mikrofon alles, um Lisa zu einer Topzeit zu führen. „Gib noch ein bisschen was, dass es eine Zeit unter 35 Minuten wird. Und Feuerwerk“, rief er ihr zu. Beflügelt von der Kulisse und der Unterstützung ihrer zwei Teammitglieder, die sie auf den letzten Metern ins Ziel laufend begleiteten, stoppte die Uhr bei 34:54.

Die Aktiven mussten sich am Samstag ihre Kräfte gut einteilen. Wehte ihnen doch am ersten Wettkampftag ein kräftiger Wind mit teils starken Böen entgegen. „Ich bin anfangs etwas zu schnell gestartet, aber dann ging es durch die Unterstützung der Zuschauer noch ein bisschen besser“, sagte Knauer, die 2,5 km laufend zurücklegte. Als Erster des Teams stürzte sich Tilmann Kühne in die Fluten des Sundhäuser Kiessees. „Das Schwimmen ist genau mein Ding. Als Vorbelastung für den Ican 64 am Folgetag gab es nichts besseres“, so der 18-Jährige, der am Sonntag dann einen großartigen zweiten Platz erkämpfte.

Nach 400 Metern entstieg Kühne als Erster dem kühlen Nass und übergab an Sylvester Mackensen. „Für seine Staffel hatte Tilmann noch einen Radfahrer gesucht. Das ist meine Disziplin, die ich beim Triathlon am besten kann. Von daher hat es gut gepasst“, so der Sondershäuser. Auf der zweiten Teilstrecke über 10 Kilometer kämpfte er mit wechselnden Winden. „Es war alles dabei, aber es hat richtig viel Spaß gemacht.“ Zudem nutzte er seinen Staffel-Einsatz als Vorbelastung für die Halbdistanz am Sonntag, wo er dann auf einen guten Rang 32 einkam.

Kühnes Bruder Thilo, der seinen Bruder am Sonntag kräftig anfeuerte, hatte ein bisschen Pech, schnitt sich den großen Zeh auf, als er aus dem Wasser kam. Im Einsteigerennen reichte es unter Schmerzen noch zu Platz sieben in der Jugend B.

Während die Teamstaffeln und Einzelstarter der Einsteiger-Wertung nach und nach das Ziel erreichten, war der Blick schon auf die Sprinter (0,75/20/5) gerichtet. Einer ließ beim Überqueren der Ziellinie seinen Emotionen freien Lauf: Hannes Butters aus Saalfeld (1:00:17 h) siegte und jubelte lautstark. „Das war in dem Moment die pure Erleichterung. Es war ein saugeiles Rennen. Ich habe mich so doll gefreut, es durchziehen zu können. Ich hatte richtig viel Spaß“, sagte der Sprintsieger, der im Vorjahr noch Rang zwei belegt hatte. Dicht gefolgt von Vorjahressieger Theo Sonnenberg (Jena/1:00:41 min), der ihn mit einer starken Schlussrunde fast noch eingeholt hätte. „Laufen ist seine Spezialdisziplin. Wir haben uns stets enge Rennen geliefert. Heute habe ich das Rennen für mich entschieden“, sagte Butters, der mit Siegabsichten nach Nordhausen angereist war.

Fast schon ein Pflichttermin ist der Scheunenhof-Triathlon für Emily-Lucy Köpper (Gera-Zwötzen). „Bei mir im Schrank stapeln sich schon die T-Shirts“, sagte die 16-Jährige schmunzelnd. Diese gibt es nämlich nach jedem Zieleinlauf. Und ein weiteres kam nun am Samstag nach 1:10:24 Stunden hinzu. Ebenso wie ein weiterer Sieg, aber erstmals über die Sprint-Distanz. Köpper sammelte die einerseits wichtige Punkte für den 3Cup (Thüringer Nachwuchscup) und bereitete sich anderseits sich auf einen nationalen Wettkampf in Goch (25. August) vor. Dann ebenfalls über die Spint-Distanz.

Reinhardt vor Konschak bei den B-Schülerinnen

Einen Nordhäuser Doppelsieg gab es in der Schüler-B-Wertung (200/5/1). Mia Sophie Reinhardt (23:25 min) siegte vor Laetitia Konschak (23:56 min). „Der Sieg hat sich schon richtig gut angefühlt. Nur das Fahrradfahren war durch den Seitenwind ganz schön schwierig“, erzählte die Elfjährige, die das Laufen zu ihrer Spezialdisziplin zählt und die abschließenden 1000 m als schnellste Schülerin absolvierte. In der Jugend B gewann Phil Pfeifer (Erfurt/21:13 min). Die Siege bei den Schülern C (100/2/400) gingen an Kea Hammerl (Jena/10:47 min) und Niklas Oswald (Erfurt/10:44 min). Die jüngsten Teilnehmer starteten in der Schüler-D-Wertung (50/1/200), es gewannen Laia Gutiérrez Müller (HSV Weimar/7:11 min) und Alwin Buchmann (Jena/7:28).

Den MKW-Firmen-Triathlon gewann Henning-Bau.

Alle Ergebnisse gibt es unter: www.triathlon-nordhausen.de

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