Südafrika trifft Südharz – eine ganz spezielle Familienbegegnung

Nordhausen  Vor 23 Jahren schreibt Nadine Weimar einen Brief nach Südafrika. Jetzt treffen sich die Familien in Nordhausen.

Die südafrikanische Familie Waldeck (von links Alec senior, Sarie und Alec junior) zu Besuch bei der Hesseröder Familie Weimar (von rechts Regina, Horst und Nadine) in Nordhausen.

Die südafrikanische Familie Waldeck (von links Alec senior, Sarie und Alec junior) zu Besuch bei der Hesseröder Familie Weimar (von rechts Regina, Horst und Nadine) in Nordhausen.

Foto: Hans-Peter Blum

„Das war das größte Abenteuer in meinem Leben“, sagt Alec Waldeck. Der freundliche Südafrikaner aus Springs bei Johannesburg erinnert sich mit großer Freude an Weihnachten 1997, als er das erste Mal auf Einladung von Familie Weimar aus Hesserode im Südharz weilte. „Damals war es auch das erste Mal, dass ich überhaupt richtigen Schnee gesehen habe und versuchte, einen Schneemann mit zwei Beinen zu bauen“, fügt er eine Episode aus seiner Erinnerung hinzu.

Seit 23 Jahren schon besteht die Freundschaft zwischen dem Südafrikaner und Familie Weimar. „Horst und Regina sind wie Papa und Mama für mich“, betont der Mann ohne Berührungsängste. 1996 knüpfte er den Kontakt nach Hesserode. „Ich habe einen Brief von Nadine Weimar aus Nordhausen erhalten. Über das berufliche Gymnasium in Nordhausen kam der Kontakt zustande“, erinnert er sich. Er antwortete auf den Brief und wurde daraufhin Weihnachten 1997 das erste Mal in den Südharz eingeladen. Nadine Weimar weilte 2000 zum Gegenbesuch in Springs.

Horst und Regina Weimar reisten 2003 erstmals nach Südafrika, wo sie in zweieinhalb Wochen laut dem Hesseröder „fast alle Sehenswürdigkeiten“ besuchten. Ein Jahr später zog Alec nach England, also näher zu seinen deutschen Freunden. Seitdem sind die gegenseitigen Besuche häufiger geworden.

Am vergangenen Donnerstag kam es zur großen Familienzusammenführung in Nordhausen. Dann trafen die Eltern von Alec – Alec Senior und Sarie –, die vorher noch nie in Deutschland gewesen sind, auf Regina und Horst Weimar sowie deren Tochter Nadine.

„Wir haben mit meinen Eltern einen großen zweiwöchigen Road-Trip nach Europa gebucht, waren zum Beispiel in Brügge und Maastricht, und sind jetzt für sechs Tage in Nordhausen“, berichtet Alec junior. Am Freitag stand die Traditionsbrennerei auf der Liste der Besuchsziele. Außerdem wollen die beiden Familien bis Mittwoch noch den Tabakspeicher, die KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora und das Kyffhäuser-Denkmal besuchen, um nur die wichtigsten Ziele des Road-Trips zu nennen.

„Das ist ja eine tolle Überraschung“, so Nadine Weimar, als sich beide Familien am Freitag zum Fototermin am Nordhäuser Roland trafen. Auch für die Frau aus Hesserode, die in Kassel arbeitet, sind Alec senior und Sarie wie ein zweites Elternpaar geworden. „Und es ist bestimmt nicht das letzte Mal, dass wir uns treffen werden“, blickt die junge Frau voraus.

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