Südharzer Kirchenkreis auf dem Weg zur ökologischen Gemeinde

Regina Englert
| Lesedauer: 3 Minuten
Johannes Hartke berichtet von der Arbeit des Ausschusses für Kirche und Gesellschaft auf der Herbsttagung der Kreissynode des Südharzer Kirchenkreises.

Johannes Hartke berichtet von der Arbeit des Ausschusses für Kirche und Gesellschaft auf der Herbsttagung der Kreissynode des Südharzer Kirchenkreises.

Foto: Regina Englert

Nordhausen.  Kirchen wollen bis zum Jahr 2035 klimaneutral sein. Ausschuss der Synode des Südharzer Kirchenkreises widmet sich auch dem Energieverbrauch.

„Wir planen, Ihnen ein wenig auf die Nerven zu gehen“, erklärt Johannes Hartke den Tagungsteilnehmern der Synode des Südharzer Kirchenkreises schmunzelnd hinter seinem Mund-Nasenschutz. Unter strengen Hygieneauflagen tagen sie in der Nordthüringer Lebenshilfe. Der Student der Politik- und Wirtschaftswissenschaften und heutige Vorsitzende hat den Ausschuss „Kirche und Gesellschaft“ an dieser Stelle vor einem Jahr als Idee vorgestellt. Seither beschäftigt sich das achtköpfige Team mit der Umsetzung von Nachhaltigkeit, Umweltschutz und sozialer Verantwortung in den evangelischen Kirchgemeinden. Dabei liegt das Thema Energieverbrauch und nachhaltige Stromerzeugung weit oben auf.

„Dies kann letztlich für die Gemeinden ein Einstieg in das Umweltzertifikat Grüner Hahn werden“, erklärt Hartke. Illusionen hat er nicht. Ihm ist klar, dass eine komplette Umsetzung des Grünen Hahns noch in weiter Ferne liegt. Die genaue Betrachtung von Stromverbräuchen, -anbietern und -arten sei ein erster kleiner Schritt.

Es sei in den Kirchgemeinden mit mehreren Abnahmestellen und unübersichtlichen Tarifverträgen nicht einfach, Stromanbieter zu wechseln, einen kostengünstigen und verlässlichen Vertragspartner für Ökostrom zu finden, dessen sind sich die Ausschussmitglieder bewusst. Hier gibt es keine Pauschallösungen, auch das wissen sie. Deshalb möchten sie den Gemeinden ihre Unterstützung anbieten.

„Individuell für Ihre Abnahmestellen, Jahresverbräuche und Tarifverträge suchen wir mit Ihnen nach umweltgerechten Alternativen“, ermuntert der Vorsitzende. Dazu wurde ein kleiner Flyer erstellt, der jetzt in die Gemeinden kommt und viele Informationen liefert. „Die Entscheidung liegt dann bei Ihnen“, betont Johannes Hartke. „Wenn unsere Kirche den Gedanken der Bewahrung der Schöpfung weitergibt, wird sie sich fragen müssen, ob sie selbst diesem Ziel genügt“, erinnert Ausschussmitglied Monique Brosenne die Synodalen noch einmal eindringlich. „Geben Sie uns die Hand, wenn wir sie Ihnen ausstrecken“, ermuntert Hartke. Drei Gemeindevertreter haben sich daraufhin bereits spontan gemeldet. Die einen benötigen eine neue Heizung, die anderen wollen auf Ökostrom umstellen.

Bei 104 Kirchen und anderen Gebäuden ist da reichlich Terrain zu beackern.

Unerwarteten Rückenwind bekommt der Ausschuss vom Beschluss der EKD-Synode vom 10. November 2021. Er sieht vor, dass die Landeskirchen bis 2035 klimaneutral werden sollen. Ziel ist eine verbindliche Regelung für alle Landeskirchen. Die Dringlichkeit zum Handeln ist erkannt.

Aktuell bereitet der Ausschuss einen Gemeindebesuch in Erfurt vor, dort ist man bereits Teil des Grünen Hahns. Außerdem spielen die Mitglieder mit dem Gedanken, einen Wettbewerb auszuschreiben. Für nachhaltige Gemeinden oder solche, die sich auf dem Weg dorthin befinden, soll ein Anreiz geschaffen werden.

Immer offen sei das Team für Fragen und Anregungen, genauso wie für interessierte neue Mitglieder. „Sprechen Sie uns gern an“, bieten die Ausschussmitglieder Johannes Hartke, Superintendent Andreas Schwarze, Pfarrer Gregor Heimrich, Jugendreferent Marcus Bornschein sowie die Synodalen Ulrike Patzelt aus Großwenden, Monique Brosenne aus Großbodungen und Doreen Thon aus Obergebra an.

Kontakt per E-Mail an:johannes.hartke@ekmd.de