SWG steht arbeitsames Jahr bevor

Nordhausen.  4,5 Millionen Euro für Instandhaltung der Nordhäuser Wohnungen geplant. Rückschläge in Unterstadt und am Altentor

SWG-Chefin Inge Klaan sieht den Generationenwechsel im eigenen Unternehmen bislang gut beschritten.

SWG-Chefin Inge Klaan sieht den Generationenwechsel im eigenen Unternehmen bislang gut beschritten.

Foto: Marco Kneise / Marco Kneise / Thüringer Allgemeine

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Das neue Jahr steht bei der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft (SWG) ganz im Zeichen der zweiten Sanierungswelle und unter dem Motto der Instandhaltungen. Das hat jetzt die Geschäftsführerin des Wohnungsbauunternehmens, Inge Klaan, mit Blick in den Wirtschaftsplan für 2020 angekündigt. Darin bleibt sich die SWG treu: Wie schon in den Vorjahren als rund 4,5 Millionen Euro in die Ertüchtigung des Bestands geflossen sind, so soll das auch dieses Jahr geschehen.

Die Weichen für diesen Kurs hat nicht zuletzt auch eine Willenserklärung der SWG und der Energieversorgung Nordhausen (EVN) im vorigen Jahr gestellt: Beide hatten darin festgehalten, bis 2023 gut 420 Wohnungen und Gewerbeimmobilien mit Fernwärme zu versorgen. Den Beginn dieser Umbaumaßnahmen sollen dieses Jahr unter anderem Markt-, Post- und Blödaustraße markieren. Eine Fassadensanierung steht zudem jenem Mehrfamiliengebäude in der Rautenstraße unterhalb der Wassertreppe ins Haus. Bei entsprechendem Wetter könne es hier demnächst bereits losgehen.

Sogenannte Strangsanierungen – also die Erneuerungen bald aller Rohrleitungen, von Wasser über Abwasser und die Elektroanschlüsse – plant Klaans Team dagegen in der Hufelandstraße. Als „sehr komplex“ und „absprachenintensiv“ bezeichnet die SWG-Chefin diese Maßnahmen, die eine hohe Präsenzpflicht in den Mietobjekten erfordern. Immerhin müsse man in jeder Wohnung tätig werden.

Entspannter ist da schon der Blick auf die Bochumer Straße 132. Seit vorigem Jahr und für knapp eine Million Euro wird das Gründerzeitgebäude saniert und zu Studentenwohnungen ausgebaut. Hier ist die Gesellschaft auf der Zielgeraden, derzeit würden Balkons installiert und die Außenanlagen vollendet.

Diebe sorgen für Wasserschaden

Vollendet sein hätte auch schon der moderne Wohnhof Am Altentor. Hier wollte die SWG schon in die Vermietung gehen. Ein nachdenklicher Blick huscht über Inge Klaans Gesicht, als sie erklärt, weshalb es noch nicht so weit ist, wieso hier noch immer gebaut wird: „Ende vorigen Jahres hatten wir einen größeren Wasserschaden, weil ein Trocknungsgerät gestohlen wurde“, sagt sie über Diebe, die einfach die Leitungen dieses Geräts abhackten und damit das Gebäude unter Wasser setzten. Wohlgemerkt eines, das vor allem aus Lehm errichtet ist, wo derartige Vorfälle höhere Schäden verursachen als bei Neubauten aus Beton. „Mehr als ärgerlich“, charakterisiert Klaan daher den noch nicht definierten finanziellen Schaden, der auch Zeit kostet: Erst im Mai wird mit einem Bezug gerechnet.

Einen Rückschlag musste das kommunale Unternehmen zudem in der Oscar-Cohn-Straße einstecken, wo schon voriges Jahr der Verkauf von drei Gebäuden an private Investoren angedacht war, die diese entwickeln sollten. Die Objekte waren ausgeschrieben, allerdings hätte sich kein „erfolgversprechender“ Käufer gefunden, bedauert Klaan. Idee ist es nun, die Gebäude in einer neuen Ausschreibung zu vermarkten.

Projekt beim Wachsen zusehen

Mut macht der SWG dagegen der Fortschritt im Gumpetal. Auf dem Areal des ehemaligen Schulsportplatzes entstehen hier zwei Mehrfamilienhäuser, mit 30 hochwertigen und bezahlbaren Wohnungen, so der Plan. „Durch die Methode des seriellen Bauens kann man dem Projekt beim Wachsen zusehen“, freut sich die Geschäftsführerin. Noch dieses Jahr soll die Vermietung beginnen.

Ähnliche Erfolge erhofft sich Klaan fortan auch bei der klimagerechten Quartiersentwicklung von Nordhausen-Nord. Der erste Bauabschnitt dürfte noch dieses Jahr beginnen. Dann will die SWG zwei Objekte in der Robert-Koch-Straße mit neuen Balkons ausstatten und unter anderem die Dächer für Photovoltaik-Anlagen bereit machen. Über genauere Pläne werde man die Mieter des Quartiers bei einer Versammlung im Februar informieren, versichert Inge Klaan, der zufolge der im vorigen Jahr angekündigte Generationenwechsel im eigenen Haus immer besser in Schwung kommt. Für ausscheidende Kollegen habe man gutes Personal akquirieren können.

Sorgen bereiten dem Unternehmen allerdings zunehmend gesetzliche Herausforderungen, erzählt Klaan. Neuerungen wie die Datenschutzgrundverordnung oder novellierte Energiegesetze machten häufig auch technische Vorkehrungen notwendig, mit denen schwer Schritt zu halten sei. „Bei all den Gesetzen und politischen Visionen muss der Wirtschaft auch Luft gelassen werden, um Geld zu verdienen“, mahnt sie, auch weil dies die Mitarbeiterschaft regelmäßig vor neue Herausforderungen stellt. „Professionalität kann aber nur gelingen, wenn das Personal in gewohnten Strukturen arbeiten kann“, fürchtet sie.

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