Tabakspeicher in Nordhausen widmet sich dem schwarzen Gold

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Dem Kaffee widmet sich die neue Sonderschau im Tabakspeicher. Jürgen Rennebach hofft auf möglichst viele neugierige Besucher.

Dem Kaffee widmet sich die neue Sonderschau im Tabakspeicher. Jürgen Rennebach hofft auf möglichst viele neugierige Besucher.

Foto: Marco Kneise

Nordhausen.  „Ganz schön abgebrüht“ ist die neue Sonderausstellung im Tabakspeicher. Da Nordhausen ab Dienstag Modellregion ist, öffnet auch das Museum.

Morgens weckt er die Lebensgeister, mittags verbannt er das Esskoma. Kaffee hat viele gute Eigenschaften. Manche meinen gar: Kaffeetrinker leben länger.

Wurde der Kaffee wirklich von einer Ziege entdeckt? In der neuen Sonderschau erfahren die Besucher des Tabakspeichers dieses und noch vieles mehr. Die Erfolgsgeschichte des Kaffees begann als Medizin und Luxusgut. Genauso thematisiert sind die Top 10 der Kaffeeanbauländer, beliebte Kaffeesorten, die Welt der Kaffeemaschinen und die Kaffeehauskultur.

Der Museumsbesucher darf sich auf skurrile und spannende Kaffeegeschichten freuen. Wer kennt noch den Kaffee-Mix aus DDR-Zeiten, der als „Erichs Dröhnung“ verschrien war?

Nordhausen hat eine lange Kaffeetradition. Der heute so beliebte Bohnenkaffee wurde im 19. Jahrhundert nicht in jedem Haushalt getrunken. Die Wurzel der Zichorie eignete sich als preiswerter Kaffee-Ersatz. In Nordhausen wurde die erste Zichorienfabrik im Jahre 1820 errichtet.

Die erste Kaffeerösterei ist etwa hundert Jahre später in der Stadt belegt. 1930 waren es dann bereits acht Kaffeeröstereien, die letzte in Nordhausen, die Firma „Drei-Streif“, stellte ihren Betrieb im Jahre 2000 ein. Heute werden keine Kaffeebohnen mehr in Nordhausen geröstet – seit 2005 nur noch im Museum Tabakspeicher. Verfügt das Museum doch über einen historischen Kugelkaffeeröster, der viele Jahrzehnte in Betrieb war und nach über 100 Jahren noch immer voll funktionstüchtig ist.

„Staunen Sie über seltene und großartige originale Exponate aus den Nordhäuser Museumsbeständen und Leihgaben des Schlossmuseums Heringen. Lassen Sie sich entführen in die Welt dieser Gaumenfreude und Sie werden bestätigen: Jetzt brauche ich einen Kaffee“, lädt Jürgen Rennebach, Leiter des Museums, in den Tabakspeicher ein.

Nordhausen ist Modellregion: Tabakspeicher öffnet deshalb auch

Das Thüringer Gesundheitsministerium hat den Antrag des Landkreises Nordhausen zur Erprobung von modellhaften Öffnungen von Einzelhandelsgeschäften, Museen und Galerien vom 6. bis 10. April genehmigt. Die beiden städtischen Museen Kunsthaus Meyenburg und Tabakspeicher öffnen in diesem Zusammenhang vom 6. bis 9. April von 13 bis 17 Uhr sowie am 10. April von 11 bis 16 Uhr, kündigt Lutz Fischer, Sprecher der Nordhäuser Stadtverwaltung, an. Das Museum Flohburg wird aus technischen Gründen (Reparaturen sowie Ausstellungsumbau) nicht geöffnet.

Der Zugang ist für Besucher unter folgenden Bedingungen möglich: Zutritt nur mit einem maximal 24 Stunden alten negativen Antigen-Schnelltest oder einem maximal 48 Stunden alten negativen PCR-Test. Kinder sind bis zum vollendeten 14. Lebensjahr von der verpflichtenden Vorlage eines Testergebnisses ausgenommen. Alle Besucher sind zum Tragen einer medizinischen Gesichtsmaske oder FFP2-Maske verpflichtet. Die Besucherzahl ist auf maximal 15 Personen pro Stunde gleichzeitig begrenzt. Die 2-Meter-Abstandsregelung ist einzuhalten. Die Kontaktdaten aller Besucher müssen an der Kasse auf Einzelformularen hinterlassen werden.