Trotz Lockdown: Reger Betrieb in Nordhäuser Kitas

Nordhausen  Obwohl die Einrichtungen geschlossen sind, besucht im Durchschnitt die Hälfte der Kinder die Notbetreuung in Nordhausen.

Obwohl die Einrichtungen geschlossen sind, besucht im Durchschnitt die Hälfte der Kinder die Notbetreuung in Nordhausen.

Obwohl die Einrichtungen geschlossen sind, besucht im Durchschnitt die Hälfte der Kinder die Notbetreuung in Nordhausen.

Foto: Daniel Naupold / dpa

Eigentlich geht es darum Kontakte zu minimieren. Die Nordhäuser Kindergärten sind jedoch im Durchschnitt bis zu 50 Prozent oder höher ausgelastet. „Die Anzahl der Kinder ist nicht so niedrig, dass man von einer Notbetreuung sprechen kann“, sagt Sandra Schneider, Bereichsleiterin der Einrichtungen des Jugend und Sozialwerkes Nordhausen.

In der aktuellen Situation werde zu locker gehandelt. Es sei nicht zu verstehen, dass nun über die Hälfte der Kinder in den Kitas sind. Mit der jetzigen Auslastung befinde man sich schon im eingeschränkten Regelbetrieb, so Schneider. Der soll aber erst am 1. Februar in Thüringen starten.

Seit Januar kann ein Elternteil mit der Bescheinigung des Arbeitgebers den Antrag auf Betreuung stellen, wenn darüber hinaus versichert wird, dass auch durch eine andere Person die Betreuung nicht abgesichert ist. Vom Begriff „systemrelevant“ ist dabei nicht mehr die Rede. So wolle man Situationen wie im Frühjahr vermeiden, gibt der Sprecher des Bildungsministeriums Felix Knothe zu verstehen. „Es gab ja teilweise Diskussionen darüber, wer die Infrastruktur wirklich am Laufen hält“.

Die Kitas sehen diese Regelung kritisch, denn nun würden mehr Eltern ihre Kinder für die Betreuung anmelden. „Im ersten Lockdown war das alles noch klarer definiert. Jetzt gibt es auch keine Vorgabe mehr, wie viele Kinder in einer Gruppe sein dürfen“, sagt Susanne Worbes. Sie ist die Leiterin des Kindergartens Haus Domino in Nordhausen. Weiterhin gelte aber, dass jeder Erzieher eine feste Gruppe hat, die er nicht wechseln darf.

Auch die Leiterin der Kita Abenteuerland in Werther Katrin Raap, wünscht sich klarere Vorgaben vom Land. „Am Ende haben wir den schwarzen Peter, wenn es um das Thema der Notbetreuung geht“, gibt Raap zu bedenken. Insgesamt fühle man sich allein gelassen. Informationen kämen zu spät oder fehlten gänzlich. Momentan orientiere man sich an Richtlinien, die auch im ersten Lockdown galten.