Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) im TA-Interview

Von Kristin Müller Was meinen Sie zu der vorliegenden Karte? Ich bin sehr zufrieden, da die Unesco-Kriterien erfüllt, sogar übererfüllt werden, was die Gesamtgröße und den als Kern- und Pflegezone auszuweisenden Anteil ...

Was meinen Sie zu der vorliegenden Karte?

Ich bin sehr zufrieden, da die Unesco-Kriterien erfüllt, sogar übererfüllt werden, was die Gesamtgröße und den als Kern- und Pflegezone auszuweisenden Anteil angeht.

Wie erklären Sie sich, dass die Idee eines Biosphärenreservats zwar im Kyffhäuserkreis begeistert, im Landkreis Nordhausen aber bis heute auf viel Skepsis und Ablehnung stößt?

Ich kann damit umgehen, dass ein kleiner Teil der Südharz-Region andere Prioritäten setzt, als auf eine Modellregion für eine nachhaltige Wirtschaft. Im Vordergrund steht für mich, was wir während des Moderationsprozesses geschafft haben. Es gab Debatten in der Region, wie man sich die Zukunft vorstellt und es entstanden dabei mehr als 70 Projektideen.

Können Sie Beispiele nennen?

Darunter sind touristische wie der „Hexenbesen“-Aussichtsturm für Rothesütte. Auch könnte ein Radweg, der beide Biosphärenregion-Teile im Südharz und im Kyffhäuserkreis verbindet, gefördert werden. Für den Park Hohenrode wünscht man sich Geld für eine Konzeptstudie.

Wie viel Geld wird bereitstehen?

Allein für das kommende Jahr sind im Landeshaushalt für die Biosphärenregion 900.000 Euro eingeplant. Wohl gemerkt kann das Geld als Eigenmittel genutzt werden, um Fördermittel für ein Projekt zu akquirieren.

Hätte des Moderationsteam nicht viel früher die nun vorgelegte Karte eines möglichen Biosphärenreservats präsentieren müssen als Grundlage für die Diskussion vor Ort?

Nein, denn in dem Moderationsprozess sollte es nie nur um die Frage gehen, wer drin und wer draußen ist. Wir wollten inhaltlich argumentieren, haben deshalb auch Ausflüge in andere Biosphärenregionen gemacht, um die Chancen zu verdeutlichen.

Für 2025 streben Sie die Unesco-Anerkennung an. Da kann Ihnen die Landtagswahl im Oktober nicht egal sein...

Jedenfalls ist es eine legislaturfüllende Aufgabe, gemeinsam mit den Bürgermeistern die Bewerbung bei der Unesco voranzutreiben. Geschafft ist erst ein Viertel des Wegs. Ich bin gerne bis zum Abschluss dabei.

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