Feldbrand bei Ellrich: Auch Landwirte verhindern Ausbreiten des Feuers

Ellrich  Einsatzkräfte aus Südharz und Nachbarländern kämpften am Freitag gegen ein Flammenmeer zwischen Ellrich, Sülzhayn und Werna.

Ein Landwirt schätzt die abgebrannten Flächen bei Ellrich auf etwa 150 Hektar. Fotos: Marco Kneise (2)

Ein Landwirt schätzt die abgebrannten Flächen bei Ellrich auf etwa 150 Hektar. Fotos: Marco Kneise (2)

Foto: Marco Kneise (2)

Dramatische Stunden müssen Thüringens nördlichste Stadt Ellrich sowie die Ortsteile Werna und Sülzhayn am Freitag überstehen. „Das sind bizarre Bilder. So einen riesigen Flächenbrand habe ich noch nie gesehen“, kommentiert ein Augenzeuge das Geschehen aus Rauchwolken über völlig versenkten Strohballen und kilometerlangem Schwarz: In dem Dreieck zwischen den drei Orten stehen am späten Nachmittag mehrere Felder und angrenzende Bäume in Brand. Ein Landwirt rechnet mit 150 Hektar betroffener Fläche.

Von der Feuerwehr selbst ist vor Redaktionsschluss dieser Zeitung noch nichts Näheres zur Ursache oder zur Zahl der beteiligten Einsatzkräfte zu erfahren. Zu beschäftigt sind die Floriansjünger in diesen Stunden: Feuerwehren aus dem gesamten Landkreis Nordhausen, aber auch aus dem niedersächsischen Landkreis Göttingen und dem sachsen-anhaltinischen Benneckenstein sind zur Hilfe geeilt, heißt es von der Nordhäuser Leitstelle, in der gegen 15.30 Uhr der Notruf eingeht.

Bei der niedergebrannten Fläche handelt sich vornehmlich um abgeerntete Felder. Auch verletzt wird durch das Unglück niemand, heißt es vor Ort.

Und doch ist der Schaden immens. Um noch Schlimmeres zu verhindern, helfen daher auch die Landwirte mit und ziehen Schneisen in den Boden. Sie sollen ein Ausbreiten der Flammen verhindern, sollen der Kraft des Windes entgegenwirken, der das Feuer nah an die Ortsgrenzen fressen lässt. Um die Bevölkerung davor und vor dem starken Rauch zu schützen, bittet die Ellricher Feuerwehr am Freitagnachmittag auf ihrer Facebook-Seite Anwohner, alle Fenster und Türen geschlossen zu halten.

„Schalten Sie Lüftungs- und Klimaanlagen ab und halten Sie sich nicht längere Zeit in der Rauchwolke auf“, appelliert die ­Feuerwehr. Die Polizei warnt die Bevölkerung obendrein auch per Lautsprecherdurchsage und sperrt mehrere Zufahrtsstraßen in die betroffene Gegend. Von der Polizei im Einsatz ist zudem ein Hubschrauber, der sich an den Löscharbeiten beteiligt. Ein Nachthubschrauber ist in Bereitschaft versetzt, falls das Feuer weiter lodert.

Auch in anderen Regionen Thüringens brannten am Freitag Felder:

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