Wacker Nordhausen: Trainer Scholz gibt Weihnachtsziel aus

Nordhausen  Erleichterung in Nordhausen nach dem erstem Schritt aus der Krise. Bis Ende des Jahres soll der Rückstand zur Regionalliga-Spitze auf Schlagdistanz schrumpfen.

Ein kleiner Fan bedankt sich beim Blitztorschützen Joy-Lance Mickels, der schon nach drei Minuten zur Führung gegen Rathenow traf.

Ein kleiner Fan bedankt sich beim Blitztorschützen Joy-Lance Mickels, der schon nach drei Minuten zur Führung gegen Rathenow traf.

Foto: Christoph Keil

So sieht Erleichterung aus. Fröhliche Gesichter bei Spielern und Zuschauern. Ein zumindest wieder freundlicher Augenaufschlag auch bei Trainer und Präsident. Das am Freitagabend vor 750 Anhängern sauber herausgespielte 4:0 gegen Rathenow war der erste Schritt zurück in die Anspruchswelt eines Aufstiegskandidaten wie Wacker Nordhausen.

„Die letzten drei Wochen waren nicht so schön. Doch das heute war ein sehr gutes Spiel von uns. Alle haben gepaddelt und es war später auf einem immer tiefer werdenden Rasen nicht einfach, Fußball zu spielen. Das schnelle Tor von Mickels nach drei Minuten hat natürlich sehr geholfen“, erklärte der von Teilen des unruhigen Umfelds schon angezählte Wacker-Coach Heiko Scholz.

Doch der Ex-Nationalspieler hat mit seinem Team die Kurve gekriegt. Erst einmal. Denn Scholz wie auch sein zweifacher Torschütze Florian Beil gaben zu, dass Rathenow noch nicht der Maßstab war. „In Meuselwitz am kommenden Freitagabend wird das deutlich schwieriger. Nach der knappen Pokalniederlage hier bei uns hat der ZFC-Trainer Heiko Weber ja versprochen, uns in der Liga einen ebenso harten Kampf zu liefern“, so Beil der mit seinem Abseitstor nur hauchdünn seinen ersten echten Wacker-Hattrick verpasste. „Beim wichtigen Tor zum 3:0 nach der Pause habe ich den Ball gar nicht richtig getroffen. Der Torwart war wohl davon überrascht. Das zweite im Zusammenspiel mit ‚Pichi‘ war dann sehr schön. Besonders wichtig war, dass wir endlich auch die Null gehalten haben“, so der ehemalige Halberstädter.

Erfolgreiche Premiere für Keeper Guderitz

Sein früherer Germania-Kollege Fabian Guderitz trug auch etwas zum Wacker-Erfolg bei. Der 22 Jahre alte Torwart war nach der Versetzung von Stammkeeper Jan Glinker in die Reserve in den Kasten gerückt. Guderitz musste nur einmal ernsthaft eingreifen, als er Rathenows Adewumi an der Strafraumgrenze den Ball vom Fuß klaute (79.). „Es war am Anfang fast ein bisschen langweilig für einen Torwart“, sagte Guderitz, der sich lautstark immer wieder mit seinen Abwehrkollegen Müller und Blume abstimmte. Nervös sei er bei seiner Wacker-Premiere nicht gewesen. „Gekribbelt hat es, aber es war ja nicht mein erstes Regionalliga-Spiel“, meinte Guderitz gelassen.

Der junge Keeper betonte wie alle seine nach der Partie angesprochenen Kollegen, dass trotz der „etwas aufregenden Woche“ menschlich alles im Team stimme. „Wir drei Torhüter arbeiten gut zusammen. Unser Trainer Tomislav Piplica weiß, wann wir Druck brauchen“, so Guderitz, der in den nächsten Wochen erst einmal die Chance hat, sein Können zu beweisen.

Scholz: Es ging ein Ruck durch die Truppe

Trainer Scholz sprach noch einmal ausdrücklich die in die Reserve versetzten Spieler an. „Die Jungs sind nicht allein dran schuld an der Situation. Aber manchmal muss man Dinge tun, die nicht schön sind. Das ging mir schon an die Nieren. Aber es ging ein Ruck durch die Truppe“, sagte Scholz und gab das Weihnachtsziel aus: „Wir sind jetzt nach Herthas 2:2 und Altglienickes Niederlage sechs Punkte hinten. Bis zum Ende des Jahres wollen wir auf Schlagdistanz an die Spitze rangekommen sein.“

„Wir haben etliches liegenlassen. Das müssen wir jetzt aufsammeln“, gab auch Präsident Nico Kleofas die klare Linie vor.

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