Wenn bei Feuersteins in Görsbach die Äxte fliegen

Görsbach  Zum achten Mal erlebt Görsbach einen Mittelalter-Hofmarkt. Gleichgesinnte aus ganz Deutschland sind in der Goldenen Aue zu Gast.

Die Salzsieder aus Rosenheim hatten die weiteste Anreise nach Görsbach.  

Die Salzsieder aus Rosenheim hatten die weiteste Anreise nach Görsbach.  

Foto: Birgit Eckstein

Es braucht keine hochkarätige Agentur oder die Unterstützung einer großen Stadt, um eine tolle Veranstaltung auf die Beine zu stellen. Dies beweisen Jens Feuerstein und seine Partnerin Susanne Piskorski schon seit Jahren. Zum achten Mal fand auf ihrem weitläufigen Grundstück in Görsbach ein Mittelaltermarkt statt. Gleichgesinnte aus ganz Deutschland finden sich immer wieder im Südharz zusammen, um ihrem besonderen Hobby zu frönen. Seit 2005 ist Jens Feuerstein – passender kann ein Nachname für einen Mittelalterfan kaum sein – auf Mittelaltermärkten unterwegs. Etwa 25 bis 30 Mal im Jahr besucht er solche Veranstaltungen. Dort kam ihm auch die Idee, mit Freunden, die er bei solchen Anlässen kennengelernt hatte, gemeinsam etwas zu machen. Auch suchte Jens Feuerstein ein Hobby, das er zusammen mit seiner Partnerin betreiben konnte. Und so wurde der Mittelaltermarkt in Görsbach ins Leben gerufen.

In diesem Jahr waren es sieben Stände. Dabei legten die Organisatoren besonderen Wert darauf, dass nicht nur Händler ihre Waren feilbieten, sondern auch alte Handwerkstechniken zu sehen sind. Die Gäste sollten hautnah erleben, wie mühsam es im Mittelalter war, bestimmte Dinge herzustellen. Der gelernte Bergmann Jens Feuerstein brachte den Besuchern zum Beispiel die Bergbaugeschichte nahe und zeigte unter anderem die Verhüttung von Kupfer und Eisen. An anderen Ständen wurde demonstriert, wie man früher Seife herstellte, schmiedete oder Wolle färbte und verarbeitete. Salzsieder zeigten, wie die Kelten vor 2500 Jahren die Salzquellen des Inntalgebietes nutzbar gemacht haben. Die Truppe aus Rosenheim hatte die weiteste Anreise. Die Bayern sind trotzdem Stammgäste. „Wenn es uns zeitlich möglich ist, nehmen wir die 560-Kilometer-Fahrt gern auf uns“, betonte Elisabeth Stegbauer. „Wir Mittelalterfans sind wie eine große Familie. Man kennt sich und tauscht sich aus. Eine Hand wäscht die andere.“

Abwechslung boten den Zuschauern auch die sportlichen und kämpferischen Darbietungen. Da flogen beim Bogenschießen Pfeile durch die Luft, Äxte taten es ihnen nach, und Hobby-Ritter kämpften gegeneinander. Für die musikalische Umrahmung des Marktes sorgte unter anderem die Band „Feuerdorn“. Ein Heimspiel für die Spielleute, haben sie doch einen Probenraum bei Jens Feuerstein. So war es nicht weiter verwunderlich, dass die Band auch ihr Jubiläumskonzert zum 10-jährigen Bestehen in Görsbach spielte.

Der Platz auf dem Hof der Familie ist beschränkt, aber das ist auch so gewollt. „Wir legen Wert auf Qualität und nicht auf Quantität. Eine Besucherzahl von 500 bis 600 Leuten an den Wochenenden zeigt, dass unser Konzept ankommt“, betonte Jens Feuerstein. „Auch liegt die Versorgung unserer Gäste in eigener Hand, damit alles bezahlbar bleibt.“ Anfangs fand der Markt nur an einem Tag statt, mittlerweile sind es zwei Tage, damit sich die Anreise für die Teilnehmer auch lohnt.

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