Wie Kinder im Südharz Mülltrennung lernen

Nordhausen  An inzwischen vier Schulen gestalteten Landratsamt und Südharzwerke einen besonderen Projektunterricht.

Die Abfalltrennstation haben Südharzwerke und Landratsamt nach einer Idee von Wolkramshäuser Schülern entwickelt. Die Brecht-Grundschüler weihten ihre jüngst im praktischen Unterricht ein.

Die Abfalltrennstation haben Südharzwerke und Landratsamt nach einer Idee von Wolkramshäuser Schülern entwickelt. Die Brecht-Grundschüler weihten ihre jüngst im praktischen Unterricht ein.

Foto: Kristin Müller

Die Frühstückspause in der Bertolt-Brecht-Grundschule ist vorbei – und hat Spuren hinterlassen. Paul Gronemeyer, Mitarbeiter vom Fachgebiet Abfallwirtschaft im Landratsamt, kippt den Papierkorb des Klassenzimmers aus. Vor den Füßen der Erst- und Zweitklässler entsteht ein kleiner Müllberg: Es gab Joghurt aus Plastikbechern, mit Papier umhüllte Muffins. Matschige Kirschen finden sich, Papiertaschentücher, Frischhaltefolie, Bananenschalen, Plastiktüten.

„Ganz schön viel“, entfährt es einem Mädchen. „Ganz schön eklig“, fügt ein Junge an. Paul Gronemeyer lässt sich nicht beeindrucken: Diesen Müll sollen die Schüler nun trennen, natürlich hygienisch mit einem Greifer. Ausgeschüttet hat er ihn schließlich vor der neuen Abfalltrennstation: eine Konstruktion in Form eines Müllautos mit einwurflöchern für Restmüll, Papier, Biomüll und alles für den Gelben Sack.

Im Projektunterricht haben Gronemeyer sowie seine Kollegen Benedikt Claus und Kathrin Materlik den Schülern vorher das nötige Wissen vermittelt.

Vor etwa einem Jahr startete das Fachgebiet Abfallwirtschaft mit den Südharzwerken das Schulprojekt zur Abfalltrennung – nach einer Idee von Wolkramshäuser Schülerinnen. Inzwischen gibt es die Abfalltrennstationen an der evangelischen Grundschule, der Regelschule Wolkramshausen, der Grundschule Niedergebra und eben der Bertolt-Brecht-Grundschule. „Dieses Projekt ist sehr wertvoll, nicht nur weil Umwelt- und Klimaschutz gerade in aller Munde ist“, lobt Lehrerin Carola Pawlowski. Sie erinnert daran, wie es vor Jahren schon einmal verschiedene Abfalleimer gab: „Die Kinder haben den Müll getrennt, die Reinigungskräfte aber warfen dann doch alles in einen Sack.“ Soll Mülltrennung gelingen, müssen alle mitziehen. Müssen das auch die Lehrer wollen. An einigen Schulen gelinge dies vorbildlich, bei den meisten allerdings gebe es Nachholbedarf, so Materlik. Auch an Gymnasien.

Die Stadt Nordhausen will die Abfalltrennstation zunächst an all ihren Grundschulen einführen, um das Bewusstsein für das Thema zu stärken. An der Brecht-Schule wissen die Schüler nun nach vier Stunden Projektunterricht bescheid, nicht nur zur Mülltrennung. „Wer Rohstoffe recycelt, hilft Abfall zu vermeiden. Und doch ist Recyceln nur Schadensbegrenzung“, sagt Gronemeyer. Den Schülern erklärt er deshalb auch, dass sie Abfall so weit es geht vermeiden müssen. Das fängt beim Schulfrühstück an.

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