Zäher Neustart für Nordhäuser Museen

Nordhausen.  Traditionsbrennerei und IFA-Museum sind wieder geöffnet, für die städtischen Einrichtungen dauern die Vorbereitungen an.

Jürgen Rennebach zwischen den Werken seiner Ausstellung „Küsten des Lichtes“, deren Vernissage am 14. März ausfallen musste. Fünf Tage später musste das Kunsthaus Meyenburg wie alle Museen im Land schließen.

Jürgen Rennebach zwischen den Werken seiner Ausstellung „Küsten des Lichtes“, deren Vernissage am 14. März ausfallen musste. Fünf Tage später musste das Kunsthaus Meyenburg wie alle Museen im Land schließen.

Foto: Marco Kneise

Die Vorfreude hat sich längst zerschlagen. „Anfragen für Mai hatten wir für Gruppen mit rund 200 Personen. Zum Beispiel wollte der Oldtimerverein Salzwedel/Celle mit 20 historischen Fahrzeugen kommen“, sagt Hans-Georg Franke, Chef des Fördervereins vom IFA-Museum. Er schätzt, dass Gruppen normalerweise etwa 40 Prozent aller Besucher ausmachen. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog.

In Zeiten der Corona-Pandemie müssen Museen auf diese wie auch auf Veranstaltungen verzichten. Dennoch: Das IFA-Museum öffnet ab heute wieder, zu den regulären Zeiten. Die Besucherzahl ist auf 20 begrenzt. Der Empfang bekam einen „Spuckschutz“, ein Plakat am Eingang weist auf die Mund-Nasen-Schutz-Pflicht hin, auf Abstandsregeln. Die Apothekerin Kathrin Göpffarth hat das nötige Desinfektionsmittel und 200 Masken für die Mitarbeiter gespendet.

„Aus unserem Raum, wo wir einen Einführungsfilm zeigen, räumten wir die Hälfte der Stühle raus, damit sich dort nicht zu viele aufhalten. Ansonsten haben wir das Glück, dass unsere Ausstellung sehr weitläufig ist. Die Wege sind ohnehin 1,50 Meter breit“, erklärt Franke.

Das IFA-Museum ist das zweite Nordhäuser Museum, das versucht, in der Corona-Pandemie einen neuen Alltag zu finden. Schon seit vorigem Dienstag ist auch das Museum der Traditionsbrennerei geöffnet. „Wir wollen signalisieren, dass wir allmählich zur Normalität zurückkehren. Erst öffneten wir den Shop, und es stand nichts mehr im Wege, auch die Brennerei zu öffnen“, sagt Museumschef Thomas Müller.

Spezielle Termine für Risikogruppen werden geprüft

Wann der Tabakspeicher, die Flohburg und das Kunsthaus Meyenburg wieder öffnen, steht unterdessen noch nicht fest. Alle drei sind städtische Einrichtungen. „Priorität liegt auf der schrittweisen Lockerung der Maßnahmen bei den Schulen und der Verwaltung. Die Museen folgen – wie teilweise landesweit – zu einem späteren Zeitpunkt“, erklärte Rathaussprecher Lutz Fischer vor wenigen Tagen. Diese Woche wolle man „sehen, wie wir die Museen an den Start bringen“. Gelingt dies möglicherweise für nächste Woche, würden diese aber wahrscheinlich nicht sofort „auf volle Last fahren“. Schließlich gehöre manch ehrenamtlich Tätiger zur Risikogruppe, sei also nicht voll einsatzfähig.

Sorgfalt gehe vor Schnelligkeit, um das Verbreiten des Corona-Virus zu vermeiden, betont Fischer. Es bedürfe „umfangreichster Vorbereitungen, der Beschaffung und Bereitstellung von Ressourcen, der Aktualisierung von Hygieneplänen“.

Als Behörde wolle man die Vorgaben 1:1 umsetzen, verweist Lutz Fischer auf die teils über die gesetzlichen Anordnungen hinausgehenden Handlungsempfehlungen des Thüringer Museumsverbands zur Wiedereröffnung von Museen. Ein- und Ausgangsbereiche sollten demnach getrennt und gegebenenfalls Rundgänge eingerichtet werden. Um Warteschlangen zu vermeiden, müsse an Ein- und Ausgängen, an der Kasse, in den Toiletten eine entsprechende Besucherführung gewährleistet werden. Touchscreens und Hands-on-Stationen müssten mit Hinweisen gesperrt werden. Geprüft werden solle nicht zuletzt, ob spezielle Zeitfenster für Risikogruppen eingerichtet werden.

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