Bildung

Lieber zur Buchhandlung Liebe in Neustadt

Neustadt.  Im Dezember eröffnet ein Förderverein eine Buchhandlung, die ehrenamtlich betrieben wird – allerdings an einem anderen Ort als zunächst geplant

Werner Ciopcia, Peter Peukert, Erster und Zweiter Vorsitzender des Neustädter Buchfördervereins, und Erika Müller, die sich ehrenamtlich engagieren wird, in der Leseecke der Buchhandlung. 

Werner Ciopcia, Peter Peukert, Erster und Zweiter Vorsitzender des Neustädter Buchfördervereins, und Erika Müller, die sich ehrenamtlich engagieren wird, in der Leseecke der Buchhandlung. 

Foto: Theresa Wahl

Es ist eine Buchhandlung in der Rodaer Straße in Neustadt in der Entstehung – diese Meldung war Anfang September in der OTZ zu lesen. Liebhaber des gedruckten Werkes hatten sich zu einem Förderverein zusammengeschlossen, der ehrenamtlich einen Buchladen direkt neben dem Lutherhaus betreiben will. Ein Plan, der in dieser Form nicht mehr umgesetzt wird. Die gute Nachricht ist jedoch: Es wird noch immer ab diesem Jahr wieder einen Buchladen in Neustadt geben, allerdings an einem anderen Standort, als zunächst angedacht war. „Wir können uns keine Baustelle leisten“, nennt Werner Ciopcia, Erster Vorsitzender des Fördervereins, den Grund für den Umzug und meint damit die in den kommenden Jahren geplante Neugestaltung des Neustädter Marktplatzes, von der auch die Buchhandlung am zunächst vorgesehenen Standort betroffen gewesen wäre. „Man muss im Blick haben, dass das Projekt erst einmal für zwei Jahre angedacht ist. Bis dahin muss es angelaufen sein. Da ist so eine Baustelle nicht förderlich“, ergänzt Peter Peukert, Zweiter Vorsitzender des Fördervereins. Also entschied man sich, neue Räumlichkeiten in der Ernst-Thälmann-Straße 74/Ecke Schulgasse, ehemals Schreibwaren Schötz, anzumieten.

Auch wenn die Buchhandlung noch in der Entstehung ist, erregt diese schon vor der Eröffnung Aufmerksamkeit. Bei einer Besichtigung der Räumlichkeiten am Freitag sind viele neugierige Blicke durch das Fenster zu beobachten, manch einer nutzt die Chance, tritt ein und fragt persönlich, was in den vier Wänden vor sich geht. Auch Erika Müller, die sich künftig im Laden ehrenamtlich engagieren wird, unterbricht ihre Runde durch die Stadt und schaut rein. „Na das sieht doch schon gut aus“, lautet ihr erster Eindruck.

Mit dem neuen Standort hat sich auch der Name des Fördervereins sowie des Ladens geändert. Man nennt sich jetzt „Neustädter Buchförderverein“, der Laden heißt „Buchhandlung Karl-Theodor-Liebe“, benannt „nach einem Sohn der Stadt“, wie Peter Peukert erklärt. Denn der Geologe und Ornithologe wurde in Moderwitz geboren. Man habe nach einem Namen gesucht, durch den man sich nicht wieder geografisch verorte, wie das zuvor bei den „Bücherstuben am Lutherhaus“ der Fall gewesen war. „Das soll aber nicht heißen, dass wir wieder umziehen wollen“, beruhigt Werner Ciopcia. Die Umbenennung liefert zudem auch gleich ein eingängiges Motto, das lautet: „Lieber zu Liebe“.

80 Quadratmeter Ausstellungsfläche

Momentan wird alles für die Eröffnung am 4. Dezember in die Wege geleitet. „Wir sind noch immer wild entschlossen“, sagt Werner Ciopcia und lacht. So wurden etwa bereits Bücher bei den Verlagen bestellt, die auf einer Ausstellungsfläche von rund 80 Quadratmetern angeboten werden. Das angedachte Konzept der Buchhandlung bleibt bestehen. So wird es neben gängiger Literatur auch Platz für Sparten und kleinere Verlage geben. Die Öffnungszeiten werden durch Ehrenamtliche abgedeckt. Neben dem Verein agiere im Hintergrund als Förderer des Projekts das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken. „Bei dem Laden handelt es sich aber deshalb nicht um eine rein christliche Buchhandlung“, betont Werner Ciopcia. Das Inventar im neuen Laden konnte vom Vorgänger übernommen werden, so sind bereits Regale zu finden, die es nur noch zu bestücken gilt. „Wir haben auch eine gemütliche Leseecke, man muss hier also nicht stehenden Fußes verweilen“, sagt Werner Ciopcia.

Schon vor der eigentlichen Eröffnung am 4. Dezember wird zu einer Lesung in der neuen Buchhandlung eingeladen, quasi ein erster kleiner Anreiz für künftige Besuche geboten. Die Veranstaltung mit dem Titel „Theodor Fontane, ‘Vor dem Sturm’. Ein literarisch- musikalisches Programm zum 200. Geburtstag des Dichters“ findet am 22. November um 19.30 Uhr statt. Lesen wird Völker Möller aus Jena, für die musikalische Umrahmung sorgen Lia Vaseleli am Klavier und Matthias Hejlik am Cello.

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