Triptiser Kleintiermärkte mit Saison-Traumstart

Triptis.  Auf dem Gelände des Rassegeflügelzuchtvereines 1892 Triptis war so ziemlich alles zu finden, was man von einem Landmarkt erwarten darf.

Der sechsjährige Johann war mit seinem Opa Jürgen auf dem Triptiser Kleintiermarkt, und als der Kleine einen Rammler streicheln wollte, holte Händler Benrd Grosch (links) sofort einen seiner Großchinchilla hervor.

Der sechsjährige Johann war mit seinem Opa Jürgen auf dem Triptiser Kleintiermarkt, und als der Kleine einen Rammler streicheln wollte, holte Händler Benrd Grosch (links) sofort einen seiner Großchinchilla hervor.

Foto: Marius Koity

Der Auftakt der 46. Saison der Triptiser Kleintiermärkte war ein Traumstart. Am Samstag um 7.30 Uhr, zur Eröffnung der ersten Veranstaltung, seien alle Verkaufsplätze belegt gewesen. Und um 13 Uhr bilanzierte Marktleiter Heinz Hopfer genau 1020 zahlende Besucher unter den Umständen, dass Kinder und Jugendliche gratis reinkommen.

„Besser hätte es nicht sein können“, kommentierte Heinz Hopfer. Mit seinen 80 Jahren und einer immer kleiner werdenden Interessengemeinschaft hält er ein Angebot am Leben, das von der Rückbesinnung auf Regionalität zu profitieren scheint.

Auf dem Gelände des Rassegeflügelzuchtvereines 1892 Triptis und Umgebung war jedenfalls so ziemlich alles zu finden, was man von einem echten Landmarkt erwarten darf. Hasen und Hähne wechselten den Besitzer, Enten und Gänse, Tauben, Wachteln oder Papageien, aber nicht nur Getier. Ein Handwerker aus der Sömmerdaer Ecke brachte klassische Mausefallen an den Mann und an einem Transporter mit Apoldaer Kennzeichen gab es Altbrot im Sack – um nur zwei der ausgefallensten Angebote zu nennen.

Wenn sie nicht gerade Verkaufsgespräche führten, waren die aus mehreren Bundesländern stammenden Züchter mit Landwirten und Laien in Debatten über Futtermittel, Tierkrankheiten oder das Klima verwickelt. Und wenn ein Kind spontan einen Rammler streicheln wollte, dann wurde er eben aus seinem Käfig geholt.

„Ich komme schon seit DDR-Zeiten hierher“, erzählte Gerhard Engelbrecht aus Stedten im Weimarer Land, der sehr gut aussehendes Geflügel feilbot. „Das ist ein wirklich guter Markt hier. Es macht Spaß, hier zu sein, auch weil die Leute Ahnung haben.“

„Das, was man mitbringt, wird man hier auch los“, versicherte Bernd Grosch aus der Naumburger Gegend, dessen Rammler sehr gefragt schienen. Günther Kreiser aus der Münchberger Ecke habe irgendwann nach der Wende vom Triptiser Kleintiermarkt gehört und seither finde er mit seinem Geflügel jedes Jahr den Weg ins Orlatal – „aus Hobby“, wie er sagt.

Besucher schätzen das Branchentreffen, weil man, wie es hieß, dem Verkäufer in die Augen schauen könne, „gutes Tiermaterial“ erwarten dürfe, „nebenbei so viele Dinge erfährt“. Jürgen Vorwerk aus Quirla war mit Enkelsohn Johann vor Ort, „weil’s hier so schön ist“. Etliche Eltern und Großeltern schienen den Kleintiermarkt mit ihren Kindern beziehungsweise Enkelkindern nur im Sinne eines Familienausflugs besucht zu haben.

Heinz Hopfer erfüllen solche Beobachtungen mit Genugtuung. „Wir werden schon noch gebraucht“, sagt er. Ganz wichtig ist ihm die Einhaltung der Tiergesundheitsbestimmungen. Damit keiner sagen könne, er hätte nichts gewusst, hat er die amtstierärztliche „Genehmigung zur Durchführung des Triptiser Kleintiermarkte“ samt Auflagen in unübersehbar großer Kopie ausgehängt.

Insgesamt elf Kleintiermärkte werden in der Saison 2019/2020 organisiert. Die übrigen zehn Veranstaltungen auf dem Gelände Am Wassergarten 2 in Triptis finden am 4. und 18. Januar, 1., 15. und 29. Februar, 14. und 28. März, 11. und 25. April sowie 2. Mai statt.