16 neue Corona-Fälle im Landkreis: Kritische Marke überschritten

Landkreis.  Der Landkreis Sömmerda liegt bei 54,7 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage.

Blick in die Leubinger Straße in Sömmerda, in der ein Abstrichzentrum eingerichtet werden soll.

Blick in die Leubinger Straße in Sömmerda, in der ein Abstrichzentrum eingerichtet werden soll.

Foto: Jens König

Als zweite Region Thüringens hat der Landkreis Sömmerda neben dem Eichsfeld einen besonders kritischen Wert in der Entwicklung der Corona-Pandemie erreicht. Nach Angaben der Internetseite des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom Sonntag stieg die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage auf 54,7. Nachdem der Schwellenwert von 50 überschritten ist, gilt der Landkreis damit nun auch als Corona-Hotspot oder innerdeutsches Risikogebiet, also eine von der Epidemie besonders betroffene Region mit akut erhöhter lokaler Inzidenz.

Laut RKI stieg die Zahl der Infizierten seit Ausbruch der Pandemie im Landkreis Sömmerda auf 115 (Stand Sonntag, 18. Oktober, 0 Uhr), am Freitag waren es noch 102 gewesen. Landrat Harald Henning (CDU) bezifferte die Zahl der Neuinfektionen am Sonntagnachmittag mit 16, damit liegt die Zahl der aktiven Covid-19-Fälle bei 54 und der Inzidenzwert sogar noch etwas höher, als beim RKI registriert.

Das ganze Wochenende über hätten Mitarbeiter im Landratsamt gearbeitet, um Kontaktpersonen zu ermitteln, so Henning. Am Montag werde das Team um weitere vier Beschäftigte verstärkt. Er selbst stehe in ständigem telefonischen Kontakt mit Amtsärztin Dagmar Dammers. Beide appellieren noch einmal an die Bevölkerung, auf jegliche Feier zu verzichten und die sozialen Kontakte so weit wie möglich einzuschränken. Das gelte nicht nur für die Familien, sondern auch für Betriebe und Behörden, wo auf Frühstücksrunden oder ähnliches unbedingt verzichtet werden sollte.

Am Montagmorgen treffe sich der sogenannte kleine Pandemie-Stab, um über weitere Schritte zu beraten. Wahrscheinlich werde es eine weitere Verschärfung geben, zum Beispiel eine weitere Beschränkung der Teilnehmerzahl bei Veranstaltungen. Eine Sperrstunde, die ja von einigen Gerichten auch schon wieder gekippt worden sei, stehe derzeit weniger im Fokus, diese Thematik sei im Landkreis Sömmerda auch nicht das Problem, so der Landrat.

Das größte Problem seien vielmehr nach wie vor private Feiern, in Einrichtungen wie Museen oder Bibliotheken hingegen würden die Hygieneregeln eingehalten und es funktioniere gut. Doch einige Menschen im Landkreis hätten den Ernst der Lage offensichtlich noch nicht begriffen. Er könne nur immer wieder darauf hinweisen, dass es enorm wichtig sei, die Regeln zu beachten. „Wenn sich die Menschen nicht daran halten, können wir machen, was wir wollen“, mahnt Harald Henning.

Vorbereitet wird ab Montag die Einrichtung einer zentralen Abstrichstelle in Sömmerda. Bisher nehme Amtsärztin Dagmar Dammers die Abstriche auf dem Gelände des Landratsamtes in der Wielandstraße. Das geschehe im Freien, weil dies die beste Variante sei. Derzeit sei der Vorgang in der Wielandstraße noch beherrschbar, doch das Wetter werde nicht besser, deshalb will der Landkreis vorbereitet sein, so Henning. In der Leubinger Straße, wo das Feuerwehrtechnische Zentrum entstehen soll, wurde ein Gebäude angemietet. Dort sollen Räume hergerichtet und eine Überdachung angebaut werden, um Abstriche wettergeschützt im Freien durchführen zu können.

Aufgrund der aktuellen epidemiologischen Entwicklung um den Sars-CoV-2-Erreger hatte das KMG-Klinikum Sömmerda bereits am Freitagabend erneut ein generelles Besuchsverbot ausgesprochen. Die Geschäftsführung des Krankenhauses habe sich zu dieser Präventivmaßnahme entschlossen, um Patienten und Mitarbeiter des Klinikums vor der potenziellen Gefahr zu schützen, dass Besucher das Virus einschleusen, so Sascha Nenninger von der Unternehmenskommunikation.

Jessica Koch, Geschäftsführerin des KMG-Klinikums Sömmerda, teilte mit: „Selbstverständlich möchten wir auch unter den aktuellen Bedingungen ermöglichen, dass eine Patientin oder ein Patient in einer äußerst kritischen Situation Beistand von einem Angehörigen erfahren kann. Solche Ausnahmen können wir einrichten. Hierzu ist jedoch zwingend eine vorherige Absprache mit dem behandelnden Arzt oder der behandelnden Ärztin erforderlich, und es müssen strenge Präventionsmaßnahmen eingehalten werden.“