400 Kinder tanzen unterm Regenbogen auf der Runneburg

Weißensee  Kirchenkreis Eisleben-Sömmerda freut sich über große Resonanz zum Schülerkirchentag in Weißensee

Ein gemeinschaftlicher musikalischer Flashmob auf dem Gelände der Runneburg mit über 400 Teilnehmern bildete den gewaltigen Abschluss des Schülerkirchentages 2019 in Weißensee. Foto: Jens König

Foto: Jens König

Eins steht jetzt schon fest: 2021 gibt es wieder einen Schülerkirchentag des Kirchenkreises Eisleben-Sömmerda in Weißensee.

Nach der Premiere 2016 und der Wiederauflage 2018 in Mansfeld ging gestern der 3. Schülerkirchentag in der Mittelalterstadt über die Bühne. Rund 400 Grundschüler aus dem Südbereich des Kirchenkreises und darüber hinaus waren der Einladung gefolgt und pilgerten am Vormittag durch die Stadt.

Der Schülerkirchentag stand unter dem Motto „Kommunikation“. Ein Thema, das sich in Weißensee einfach gut angeboten habe, sagt Marit Krafcick. Die Kreisreferentin für Arbeit mit Kindern und Familie im Kirchenkreis Eisleben-Sömmerda hat den Schülerkirchentag nicht nur ein Jahr lang mit verschiedenen Partnern vorbereitet, sie hielt auch gestern die Fäden zusammen.

Und zu koordinieren gab es einiges. Angefangen von der Logistik – schließlich mussten 400 Schüler mit Bussen nach Weißensee gefahren werden, über das Programm von insgesamt 27 Workshops bis hin zur Versorgung der Kinder mit Snacks und kühlen Getränken – fast alles lief wie am Schnürchen. „Ich bin hier von Anfang an auf viele offene Türen gestoßen und habe viel Unterstützung erfahren“, erzählt sie und dankt dem Thepra Landesverband, der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, der Kirchgemeinde und der Stadtverwaltung. Auch die Weißenseer Traumzauberbaumschule und die Regelschule „Geschwister Scholl“ griffen tatkräftig mit unter die Arme. Letztere stellten mit Acht- und Neuntklässlern den Grundschülern Verkehrsdetektive zur Seite, die sich zu allen Schauplätzen führten. Einer war der Kirchenturm der St Peter und Paul-Kirche. Pfarrer Markus Hille wies die Grundschüler in die Sprache der drei Weißenseer Kirchenglocken ein. So wird die kleinste immer dann geläutet, wenn ein Kind geboren wurde. Die mittlere erklingt bei Konfimation oder Hochzeit, die größte, mit dem dunkelsten Klang sei immer dann zu hören, wenn ein Weißenseer gestorben sei. „Alle drei zusammen sind zu Ostern, Pfingsten und Weihnachten zu hören“, erklärte er.

Kreativität war auf dem Schulhof der Traumzauberbaumschule gefragt, Mit Kreidespray konnten sich die Kinder richtig austoben. Dass gemeinsame Absprachen wichtig sind, um ein großes gemeinsames Bild zu voll­enden, war die Botschaft, die Ilka Stieglitz vom Thepra Landesverband vermitteln wollte. Wie gewaltfreie Kommunikation funktioniert und was eine Giraffe damit zu tun hat, darüber klärte Anthony Hopf, Erzieher in Ausbildung in der Traumzauberbaumschule, auf. Unweit davon, im Chinesischen Garten, mussten die Kinder ihren Einfallsreichtum unter Beweis stellen. In Anlehnung an die biblische Erzählung vom Turmbau zu Babel sollten die Mädchen und Jungen hier aus Papier einen Turm bauen. Gemeindepädagoge Günter Werner war dabei nicht nur von vom Geschick der Kinder begeistert, fasziniert zeigte er sich von der gesamten Stadt. „Weißensee hat so viel zu bieten und ist traumhaft schön. Die Stadt hat so viel Potenzial für noch sehr viel Schülerkirchentage.“ Eine Überraschung gab es zum Abschluss auf der Runneburg. Miles Shane, Tänzer und Choreograph, wartete mit einem Flashmob auf und ließ die Kinder unter einem Regenbogen tanzen.

Einen kleinen Wermuttropfen gab es: Die angemeldeten Schüler aus Rastenberg trafen gestern nicht in Weißensee ein. „Die Kinder sollen nicht traurig sein. Wir werden uns etwas für sie einfallen lassen“, kündigte Marit Krafcick an.

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