Kommentar:

Auf Leben und Tod

Friederike Vogel möchte fort vom Tabu.

Friederike Vogel

Friederike Vogel

Foto: Sascha Fromm

Der November ist oft grau und trübe. Und auch sonst steht der Monat, mit all den Feier- und Gedenktagen, im Zeichen des Todes und der Trauer. Allerheiligen, Allerseelen, Volkstrauertag, Totensonntag. Wofür genau diese Tage stehen, das weiß ich nicht bis in letzte Detail. Um Tod und Trauer geht es. Das weiß ich.

Tod und Trauer, das ist nichts, mit dem ich mich gerne beschäftige. So geht es wahrscheinlich vielen Menschen. Auch wenn mir klar ist, dass mein eigenes Leben endlich ist, ich schiebe es so weit weg, als ginge es mich nichts an. Aber es geht mich etwas an, denn wahrscheinlich ist nichts persönlicher, als der eigene Tod.

Sich das eigene Sterben vorstellen zu müssen, wenn man noch mitten im Leben stehe, das führe die meisten Menschen an eine Grenze, hat Susanne List, Sterbebegleiterin, Hospizlerin und Koordinatorin für Sömmerda, im Gespräch zu mir gesagt. Es sei aber sinnvoll. Damit alles geregelt ist, wenn es soweit ist, der Tod vor der Tür steht. Wer weiß, was kommt. Und was man dann noch selbst entscheiden kann. Das stimmt wohl.

Das Gespräch mit Susanne List wirkt in mir nach. Und vielleicht kann es ein Anlass für mich sein, mal darüber nachzudenken. Und zu reden. Über den Tod. Das würde ja schon helfen, damit es kein Tabuthema bleibt.