Azubi unter Strom

Gebesee.  Marius Hoschke, Elektroniker für Betriebstechnik aus Gebesee, ist einer der besten Lehrlinge im Bereich der Industrie- und Handelskammer Erfurt.

Marius Hoschke (24) hat bei der Firma Thüringer Energienetze seine Berufsausbildung gemacht. 

Marius Hoschke (24) hat bei der Firma Thüringer Energienetze seine Berufsausbildung gemacht. 

Foto: Daniel Klafke

Ab und zu mal in ein Buch gucken und sich einen Beruf suchen, für den man sich tatsächlich interessiert. Das sind die Tipps, die Marius Hoschke aus Gebesee zukünftigen Auszubildenden geben würde. Marius Hoschke muss es wissen. Er gehört zu den 87 besten Azubis, die im aktuellen Abschlussjahrgang der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt mit der Note „sehr gut“ bestanden haben.

Marius Hoschke hat in diesem Jahr erfolgreich seine berufliche Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik abgeschlossen. Dreieinhalb Jahre hat er die Grundlagen der Elektrotechnik und Steuerungstechnik gelernt und wie man Störungen im Stromnetz behebt und Zähler einbaut.

Seinen eigenen Rat hat Marius Hoschke befolgt. Dass der 24-Jährige aus Gebesee eine Affinität zu Technik hat, wusste er schon, bevor er sich bei der Firma Thüringer Energienetze (TEN) für die Ausbildung bewarb. „Ich bin Musiker und spiele alles, was mit Gitarren zu tun hat“, erzählt er. Seine Gitarren habe er auch selbst repariert, umgebaut, modifiziert. Das Technikinteresse und der Wunsch, nach dem Abitur etwas Handwerkliches zu lernen, brachten ihn schließlich zu seinem Ausbildungsplatz.

Und diesen würde er immer wieder wählen. Die Vielfältigkeit begeistere ihn. Als Elektroniker für Betriebstechnik ist Marius Hoschke auch zuständig für Strom- und Erdleitungen. Die Kabel, die zwischen hohen Masten über die Felder hängen und auf denen 30.000 Volt Spannung sind. „Daran zu arbeiten, das ist ein besonderes Gefühl“, findet der 24-Jährige.

Man sollte wissen, was man bei dieser Arbeit tut, habe eine besondere Verantwortung. Schließlich sei der Strom nicht ungefährlich. Man höre, rieche und schmecke ihn nicht. Und wenn doch, dann sei es schon zu spät. Bei seiner Arbeit könne es durchaus vorkommen, dass Hoschke auch an diesen Strommasten hochklettern muss. „Wenn dann unten jemand vorbeiläuft und schaut und zeigt, das ist schon toll“, sagt er.

Zu dem theoretischen Teil seiner Ausbildung, den er in Seminaren im Aus- und Fortbildungszentrum der Thüringer Energie AG (Teag) absolviert hat, kam ein praktischer Teil. Mit einem Kollegen war er dafür in Weißensee unterwegs. Und dort ist er auch nach seiner Ausbildung geblieben. Das gefalle ihm, in der Heimat unterwegs zu sein, an der frischen Luft, und an den Stromnetzen zu schalten, wenn das für Bauarbeiten, zur Reparatur oder zur Behebung von Störungen nötig wird.

Und, wie wird man nun zum Super-Azubi? Er habe den Ansporn gehabt, ein sehr gutes Ergebnis zu erreichen. Ob das klappen würde, da war er sich nicht sicher. „Es kann ja immer was schief gehen, und in einer Prüfung ist man ja auch aufgeregt“, erinnert er sich. Aber es hat geklappt, mit guter Vorbereitung.

„Wir sind wirklich stolz“, versichert Martin Schreiber, Sprecher der Teag. Neben Marius Hoschke haben noch drei weitere Azubis des Unternehmens eine sehr gute Prüfung abgelegt. „Das kommt auch nicht alle Tage vor, und den Azubis wurde auch kein Stück geschenkt, das haben sie sich selbst erarbeitet“, erklärt Martin Schreiber.

Und bei der Firma TEN wird Marius Hoschke auch bleiben und weiter in Weißensee unterwegs sein und unter anderem auch an den Netzen arbeiten, die ihm den Strom in die eigene Steckdose bringen.