Bald Nachwuchs bei Schottischen Hochlandrindern in Nausiß

Nausiß  In der Herde der Schottischen Hochlandrinder in Nausiß gibt es bald Nachwuchs. Seit elf Jahren wird hier Rinderzucht betrieben.

Steffi Siehr spart nicht mit Streicheleinheiten. Äpfel und Brot gehören zu den Leckerbissen, mit denen sie die Rinder gern verwöhnt. 

Steffi Siehr spart nicht mit Streicheleinheiten. Äpfel und Brot gehören zu den Leckerbissen, mit denen sie die Rinder gern verwöhnt. 

Foto: Jens König

Den Jahreswechsel haben Steffi und Torsten Siehr auf einer Weide in Günstedt erlebt. Ihre Schottischen Hochlandrinder wollten sie dort nicht allein lassen. „Dieses Mal hatten wir Glück. Es war nicht so laut“, berichtet Steffi Siehr. Außerdem habe Briska dafür gesorgt, dass die Jung- und Muttertiere entspannt blieben.

Briska wird von Steffi Siehr auch liebevoll „die Alte“ genannt. Sie wurde 2006 geboren und hat mit gut 600 Kilogramm sowie schön geschwungenen Hörnern eine stattliche Ausstrahlung. Sie ist die Chefin in der Herde. „Sie strahlt Ruhe und Gelassenheit aus. Alle lernen von ihr und profitieren von ihrer Erfahrung“, erzählt die Nausißerin.

Elf Jahre ist es her, dass Steffi und Torsten Siehr mit der Rinderzucht im Nebenerwerb begonnen haben. Der Gedanke kam auf, als die eigenen Kinder aus dem Haus waren und sich für die gelernten Gärtner mehr Freizeit bot. Gestartet haben sie mit drei Tieren. Durch die eigene Nachzucht, aber auch durch den Kauf alter schottischer Rassen wuchs die Herde auf aktuell 22 Tiere an. Darunter befinden sich zwei Buhlen.

Acht Kälbchen werden erwartet

Im Februar und März wird mit Nachwuchs gerechnet. „Läuft alles nach Plan, werden acht Kälbchen geboren“, ist Steffi Siehrs Vorfreude groß. Größer als 30 Tiere soll die Herde der Siehrs auch nicht werden. „Mehr geben die Flächen nicht her“, erklärt sie. Neben den Kühen in Günstedt, grast eine Gruppe auf einer Wiese in Herrnschwende. Eine andere steht direkt auf einem Stück Weideland unweit des Wohnhauses der Eheleute in Nausiß. Landschaftspflege betreiben die Tiere außerdem auf Flächen in Frömmstedt, Kindelbrück und in Kranichborn.

Ginge es nach Steffi Siehr, dann würde sie sich jetzt Frost wünschen. „Kälte und Schnee sind für die Tiere wie auch für die Geburt nicht hinderlich. Die schottischen Hochlandrinder sind das ganze Jahr über im Freien. Durch ihr langes und dichtes Fell benötigen sie auch im Winter keinen Stall, der sie schützen muss“, erklärt sie.

Mit Heu und Heusilage haben sie für den Winter Futter zugekauft. Über den Sommer seien die Tiere gut mit dem zurechtgekommen, was aus den Wiesen wachse. „Die Agrargenossenschaft Weißensee hat uns Randstreifen zur Verfügung gestellt. Die Zusammenarbeit klappt sehr gut“, sagt sie.

Rinder strahlen Ruhe aus

Jeden Tag schauen Steffi und Torsten Siehr nach dem Rechten. So müssen die Zäune kontrolliert, nach dem Wohl der Tiere geschaut sowie Futter und Wasser ausgefüllt werden. Der Besuch bei den Rindern ist für die Landschaftsplanerin, die beruflich in ganz Deutschland unterwegs ist, ein willkommener Anlass zum Entspannen. „Hier muss ich mich auf die Tiere konzentrieren und kann mich vollkommen herunterfahren“, erzählt sie und grault dabei das Fell von Briska.

Gezüchtet werden die Rinder als Schlachttiere. „Ist wie im vergangenen Jahr ein besonders schönes Tier dabei, verkaufen wir es in die Zucht. Da haben wir uns sehr gefreut“, erklärt Steffi Siehr.

Kein Geheimnis macht die Nausißerin daraus, dass die Zucht, um wirklich schwarze Zahlen schreiben zu können, einen langen Atem braucht. Mit drei Schlachtungen pro Jahr sei man auf einem guten Weg. Sechs Schlachtungen pro Jahr sind das anvisierte Ziel. Noch allerdings seien die langen Wege zum Schlachthof ein echtes Problem. „Das wollen wir den Tieren einfach nicht zumuten“ erklärt sie.