Ballon fliegt von Gebesee bis Tschechien

Gebesee/Ostrava.  Schüler und Lehrer warten im Coburger Bereich vergeblich auf die Landung.

Axel Haubeiß ist glücklich, seine Sonde wieder zu haben.

Axel Haubeiß ist glücklich, seine Sonde wieder zu haben.

Foto: Gerburg Unger

Der Heliumballon, der am Donnerstagmorgen am Gymnasium Gebesee mit wertvoller Fracht in den Himmel aufgestiegen ist, nahm einen völlig anderen Weg als erwartet. Uwe Alberti von der Regelschule „Werner Seelenbinder“ Apolda berichtet über den spannenden Ausgang des Experiments.

An Bord des Ballons befanden sich viele zum Teil speziell angefertigte Messgeräte, drei Kameras und mehrere Ortungsgeräte. „Unsere Messungen zeigten gleich einen zu langsamen Aufstieg. Dadurch flog der Ballon nicht, wie berechnet, zunächst bis Gotha, um dann in der Höhenströmung seine Richtung nach Osten zu ändern, sondern bis zur Rhön. Danach verloren wir die Ortung, 20.000 Meter Höhe waren überschritten“, so Uwe Alberti.

Nach rund zwei Stunden sollte der Ballon platzen und die Sonde mit einem Fallschirm wieder zur Erde segeln. Die Landung rechneten sich die Beteiligten im Coburger Bereich aus. Fünf Lehrer und acht Schüler warteten dort vergeblich auf die ersten erlösenden Funksignale und fuhren gegen 16 Uhr nach Hause.

Um 17.30 Uhr, also nach achteinhalb Stunden, gab es wieder Kontakt zur Sonde, berichtet Uwe Alberti. Sie landete in 1340 Metern Höhe an einem Wanderweg zwischen Olomouc und Ostrava im östlichen Tschechien. Alberti schickte sogleich ein Fax und eine Mail mit den Koordinaten an ein Skihotel in der Nähe des Landeortes mit der dringenden Bitte, die Sonde zu bergen und aufzubewahren.

Nach dem abendlichen Check der coronabedingten Einreisebedingungen begaben sich Gerburg Unger (Regelschule Kölleda) und Axel Haubeiß (Gymnasium Gebesee) am Freitag in aller Frühe auf die 640 Kilometer lange Strecke vorbei an Dresden und Wroclaw. Im Zielgebiet lag dicker Schnee und es gab Nebel.

„Dann um 13.30 Uhr die erlösende Nachricht: Die Sonde ist wieder unser“, so Uwe Alberti. Der General Manager des Hotels hatte sie verwahrt. Die Flugdaten werden nun ausgewertet.