Ballonflug von Gebesee bis über die Wolken

Gebesee.  Projektgruppe am Oskar-Gründler-Gymnasium lässt Ballon in die Stratosphäre aufsteigen.

Gerburg Unger (links), Fachberaterin für Astronomie von der Regelschule Kölleda, und Jonas Fiedler (rechts, gelber Pullover), lassen den Stratosphärenballon auf dem Parkplatz des Oskar-Gründler-Gymnasiums Gebesee steigen. 

Gerburg Unger (links), Fachberaterin für Astronomie von der Regelschule Kölleda, und Jonas Fiedler (rechts, gelber Pullover), lassen den Stratosphärenballon auf dem Parkplatz des Oskar-Gründler-Gymnasiums Gebesee steigen. 

Foto: Friederike Vogel

Schrecksekunde auf dem Parkplatz des Oskar-Gründler-Gymnasiums in Gebesee: Gerade als der Ballon sich am Donnerstagmorgen aufmachen soll, in die Höhe zu steigen, Richtung Stratosphäre, wird er vom Wind gegen die Hauswand gepustet. Ein Raunen geht über den Hof. Wird der Ballon es mit seiner Sonde trotzdem noch in den Himmel schaffen?

Er wird. „Da haben wir wohl den Wind falsch berechnet“, sagt Axel Haubeiß, Lehrer für Mathematik, Physik und Astronomie und verantwortlich für das Projekt Stratosphärenballon in Gebesee. Der zwei Meter Durchmesser zählende Kautschukballon, gefüllt mit Helium und ausgestattet mit einer Sonde, einem Styroporkistchen, in dem allerlei Messgeräte sind, findet nach den Startschwierigkeiten doch noch seinen Weg nach oben.

Bis über 30 Kilometer Höhe soll er fliegen, dreimal so hoch wie Flugzeuge. Und dort wird es kalt, weshalb die Projektgruppe um Lehrer Haubeiß, vier Schüler der 10b, noch ein Zehenwärmepflaster mitzugeben, damit der Akku überlebt. Nach rund zwei Stunden soll der Ballon, der sich in der Höhe auf bis zu zehn Meter Durchmesser ausdehnt, platzen und die Sonde mit einem Fallschirm wieder zur Erde segeln. Dann mit an Bord: Messdaten zu Temperatur, Luftdruck, GPS-Koordinaten, Geschwindigkeit und Gamma- und Höhenstrahlung. Wenn alles gut geht.

„Wir hoffen, dass wir die Sonde dieses Mal selbst finden können, um die Messdaten auszuwerten“, sagt Jonas Fiedler, einer der Projektschüler aus der 10b. Denn es kann einiges anders kommen, als vorausberechnet: Bei einem Flug eines Stratosphärenballons der Regelschule Kölleda, bei dem auch Axel Haubeiß dabei war, landete die Sonde in einem Leipziger Kleingarten, weit ab vom Kurs. „Die Finder haben aber sofort angerufen, dann sind wir hingefahren und haben erst mal einen Sekt zusammen getrunken“, erzählt Axel Haubeiß.

Für die Bergung sind Axel Haubeiß und seine Schüler auf alles vorbereitet, einen Neoprenanzug haben sie dabei, Kletterausrüstung, eine Leiter. Je nachdem, an welchem Ort die Sonde landen wird, im Wasser oder an Land.