Besinnung am Ende eines turbulenten Jahres

Sömmerda.  Zum ersten Mal sang der Männergesangverein Sömmerda an Heiligabend zur Visite im KMG-Klinikum.

Mandy Gunkel mit Söhnchen Sam an Heiligabend inmitten der Sänger vom MGV Sömmerda, links Chorleiterin Natalie Jedigarjew, im Hintergrund Landrat Harald Henning.

Mandy Gunkel mit Söhnchen Sam an Heiligabend inmitten der Sänger vom MGV Sömmerda, links Chorleiterin Natalie Jedigarjew, im Hintergrund Landrat Harald Henning.

Foto: Armin Burghardt

Alle Jahre wieder – und doch diesmal neu. Landrat Harald Henning (CDU) begleitete auch diesmal Dr. med. Peter Brand, Ärztlicher Direktor und Chefarzt des Sömmerdaer Krankenhauses, sowie weitere Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegekräfte auf deren musikalischer Weihnachtsvisite. Und erneut war es der Männergesangverein unter Leitung von Natalie Jedigarjew, der nach diversen Adventskonzerten in Kirchen nun auch hier für adventliche Stimmung sorgte. „Ich freue mich, wieder hier sein zu dürfen. Und für die Herren vom Chor ist das bestimmt auch immer wieder ein Höhepunkt im Jahresprogramm“, erzählte der Landrat.

Geänderte Vorzeichen

Die Besetzung war also wie vor Jahresfrist, die Stimmung aber eine ganz andere. Henning erinnerte daran: „Da ging es mir schon ein wenig durch den Bauch“, sagte er. Da war das DRK-Krankenhaus gerade insolvent gegangen, die Zukunft ungewiss. Jetzt hat das Krankenhaus einen neuen Träger, heißt KMG-Klinikum und die Sorgen sind weniger geworden. henning nutzte die Gelegenheit, während die Chorsänger sich noch in einem Raum der Tagespflege in Schale warfen und einsangen, um allen Mitarbeitern zu danken. „Wir haben das letzte Jahr mit viel Bewegung gut überstanden. Sie haben das Haus immer hoch gehalten. Dafür Ihnen allen meinen Dank!“. sagte er. „Ich höre eigentlich immer nur Gutes“, betonte er den tagtäglichen Einsatz der Mitarbeiter. Er schloss in diesen Dank ausdrücklich auch alle anderen ein, die über die Feiertage – und auch sonst – für das Gemeinwohl im Einsatz sind: Feuerwehr, Rettungsdienste, Polizei.

Buttstädts Feuerwehr hatte das vorm Fest sozial-medial als geänderte Öffnungszeiten über die Feiertage verkündet: an Heiligabend sowie am 1. und 2. Feiertag von 0 bis 24 Uhr; ansonsten rund um die Uhr...

Finanzfragen sind vorrangig

Mit der Übernahme durch die KMG-Gruppe sei nun für Sömmerdas Krankenhaus „Licht am Ende des Tunnels“ zu sehen, ist der Landrat überzeugt. Henning umriss auch künftige Anstrenungen: „Es gibt viele Ideen. Wir haben viel vor. Die Planungen für den Umbau des Krankenhauses sind da, sie liegen vor.“ Umgesetzt sollen sie wohl noch nicht nächstes Jahr werden. Aber vielleicht im Jahr darauf. Henning: „Wichtig ist es jetzt, dass die finanziellen Fragen geklärt werden.“ Es habe dazu vor kurzem Gespräche gegeben. Der Landrat schätzte diese als sehr positiv und Mut machend ein. „Ist das alles gesichert, schaffen wir auch alles andere“, beantwortete Henning den Einwurf des Ärztlichen Direktors, dass man sich dafür aber im Rahmen der vorhandenen Planungen bewegen müsse, es aber doch Änderungswünsche gebe.

Henning schloss seine kleine Ansprache mit einem klaren Bekennntnis zum Sömmerdaer Krankenhaus, das er – die Stadt Sömmerda einschließend – für den Landkreis formulierte: „Wir brauchen dieses Haus!“

Sicherheit geht vor

Die Weihnachtstage verbrachten noch 60 Patienten im Sömmerdaer Krankenhaus. Erster Zuhörer der Sänger vom MGV Sömmerda war der kleine Sam. Der Zweieinhalbjährige war – mit Mama Mandy Gunkel aus Großenehrich an seiner Seite – der Weihnachtspatient in der Pädiatrischen Abteilung. Er leidet am Williams-Beuren-Syndrom, einem Gendefekt. „Wir fühlen uns hier gut aufgehoben. Es ist mir einfach sicherer“, sagte die Mutter, während Sam lauschte und sich über ein Geschenk freute.

Nach zwei Liedern zog der Tross der musikalischen Visite weiter.