Bewegte Bilder mit Oma aus Bilzingsleben und Sportlerin Lea

Sömmerda.  Schüler des Albert-Schweitzer-Gymnasiums Sömmerda stellen Videofilm zum Nahverkehr im Landkreis vor. Er dient als Imagefilm für neues Projekt.

Premiere feierte gestern der Film „Die vergessene Oma“. Den Animationsfilm haben Schüler des Albert-Schweitzer-Gymnasiums Sömmerda mithilfe von Filmemacher und Stop-Motion-Künstler Marcus Grysczok selbst produziert.

Premiere feierte gestern der Film „Die vergessene Oma“. Den Animationsfilm haben Schüler des Albert-Schweitzer-Gymnasiums Sömmerda mithilfe von Filmemacher und Stop-Motion-Künstler Marcus Grysczok selbst produziert.

Foto: Peter Hansen

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Es hat Tage gegeben, da hätte Filmemacher und Stop-Motion-Künstler Marcus Grysczok gleich im Sömmerdaer Albert-Schweitzer-Gymnasium übernachten können, so intensiv waren die Arbeiten an einem Animationsfilm. „Das Ergebnis hat meine Erwartungen voll und ganz erfüllt“, zeigte sich am Donnerstag Markus Bals, Amtsleiter für Öffentlichkeitsarbeit im Landratsamt Sömmerda, hoch erfreut.

Die Aufgabe war nicht einfach. Schüler als Hauptnutzer des öffentlichen Personennahverkehrs sollten ihre Erfahrungen zum Thema Nahverkehr im Landkreis kreativ in Szene setzen. Ihre Sichtweisen und Geschichten waren gefragt. Mit dem Film soll für ein neues Projekt im Landkreis mit dem Namen „SubNodes“, auf Deutsch „Sub-Knoten“, aufmerksam gemacht werden.

Der dreiminütige Film mit dem Titel „Die vergessene Oma“ beruht auf authentischen Orten und Figuren. „Die Schüler haben die Story selbst geschrieben, Figuren aus Knete entwickelt und diese animiert “, erzählt Grysczok. Die Oma, von der der Streifen erzählt, gibt es tatsächlich. Sie wohnt in Bilzingsleben. Deutlich wird das im Film am Wartehäuschen. Neben der Oma warten hier ein Steinzeitmensch und Archäologe Enrico Brühl auf den Bus. Fahren will die Oma zu ihrer Enkelin, die in Erfurt an einem Leichtathletikwettkampf teilnimmt. „Das Mädchen heißt nicht ohne Grund Lea. Unsere beste Sportlerin der Schule heißt Lea“, erzählt Elke Zepter, Lehrerin am Gymnasium und zusammen mit Maren Dingeldein Betreuerin der Europa-AG, in deren Händen das Filmprojekt lag. Fotos halfen, um den Knetfiguren Leben einzuhauchen. „Pro Filmminute werden etwa 1000 Bilder benötigt“, gibt der Künstler einen Einblick, wie aufwendig die Animation war. Über die Hälfte der erforderlichen Bilder hätten die Schüler selbst animiert.

Im „SubNodes“-Projekt gehe es darum, neue Strategien zu entwickeln, um den öffentlichen Personennahverkehr kleiner Städte in der Umgebung der Hauptknotenpunkte auszubauen. Diese Städte sollen so zu Mittelzentren der Verkehrsinfrastruktur, also zu Sub-Knoten, weiterentwickelt werden. „Ziel ist, ein attraktives Angebot zu schaffen, von dem die Menschen und Unternehmen im Umland des Hauptverkehrsknotens langfristig profitieren“ , erklärte Bals.

Der Landkreis Sömmerda ist dabei ein Projektpartner und eine Modellregion für Thüringen. Er tritt gleichzeitig als Projektkoordinator auf. Neben Deutschland beteiligen sich Partner aus Italien, Polen, Tschechien, Slowakei und Slowenien. Unterstützt wird der Landkreis vom Thüringen Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft und der Fachhochschule Erfurt, die den Prozess wissenschaftlich begleitet.

Laut Markus Bals geht es im nächsten Schritt darum, den Nahverkehrsplan für den Landkreis Sömmerda neu aufzustellen. Die Leistung wird ausgeschrieben, Fachplaner sollen diese Aufgaben übernehmen. Außerdem soll die Vorstudie zum Konzept des Integrativen Taktfahrplanes im Detail betrachtet werden. Auch das soll, sobald der Haushalt des Landkreises steht, ausgeschrieben und in die Hände von Fachleuten gegeben werden.

Hinter dem Integrativen Taktfahrplan verbirgt sich ein System, in dem Busse und Bahnen aufeinander abgestimmt und in festen Linientakten verkehren. Im April 2019 hat der Kreistag mit einem einstimmigen Beschluss die Bereitschaft für eine Umstellung auf das System signalisiert. Der neue Nahverkehrsplan des Kreises soll sich an den Zielen des Konzeptes ausrichten, so Markus Bals.

Der Film kann ab sofort im Internet auf der Homepage des Landkreises sowie auf dessen Aufritt in den sozialen Netzwerken angesehen werden.

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