Bibliothek und ihr Förderverein haben viel vor

Sömmerda.  Die Mitgliederversammlung des Fördervereins der Stadt- und Kreisbibliothek hat gewählt und beraten. Der alte Vorstand ist auch der neue.

 Im Juli wurde das umgestaltete Lesecafé in der Bibliothek im Dreyse-Haus eröffnet. Anne Schmidt, Leiterin der Stadt- und Kreisbibliothek Sömmerda, rückt die letzten Möbelstücke.

Im Juli wurde das umgestaltete Lesecafé in der Bibliothek im Dreyse-Haus eröffnet. Anne Schmidt, Leiterin der Stadt- und Kreisbibliothek Sömmerda, rückt die letzten Möbelstücke.

Foto: Jens König

Die Älteste ist und bleibt die Chefin. Helga Schwittay wird mit ihren gut über 70 auch weiterhin die Geschicke des Fördervereins der Stadt- und Kreisbibliothek Sömmerda maßgeblich mitbestimmen. Sie wurde auf der Jahreshauptversammlung des Vereins als Vorsitzende im Amt bestätigt – wie auch ihre ebenfalls bereits den Altersruhestand genießenden anderen Vorstandskolleginnen.

Eine passt da nicht ins Bild: Beatrice Fischer. Die Jüngste im Gremium drückt den Altersschnitt signifikant und hat auch noch den ganz kurzen Draht. Sie ist als stellvertretende Leiterin der Bibliothek das Bindeglied zur Einrichtung. Dem Vorstand gehören weiterhin Ute Böttger und Roswitha Leischner an.

Im 2011 gegründeten Förderverein haben sich begeisterte Leserinnen und Leser, ja es sind auch Männer an Bord, zusammengeschlossen. Der Kreis ist über die Jahre gewachsen. Auch im jüngsten Berichtszeitraum gab es Neulinge. Mit den drei Verstärkungen zählt der Verein, der die Lese- und Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen (Schwittay: „Für uns ein großer Faktor in der Arbeit!“) stärken, Öffentlichkeitsarbeit für die Bibliothek und sich leisten sowie soziale Bibliotheksdienste erbringen möchte, inzwischen 39 Mitglieder.

Übergeordneter Zweck ist die Förderung von Kultur, Bildung und Literatur. „Das schließt Kultur im weitesten Sinn ein“, betont Beatrice Fischer. „Wir sind da ein wenig in die Bresche gesprungen, wollen die Lücke schließen helfen, die der Kulturverein hinterlassen hat.“

Die Bibliothek ist deshalb – auch unter Mitwirkung des Fördervereins – mehr als ein Hort von Büchern und Medien oder ein Ort zu deren Ausleihe. Veranstaltungen werden gemeinsam organisiert, der Verein unterstützt bei Projekten und größeren Anschaffungen.

Jüngstes Beispiel: Der neue Online-Katalog der Bibliothek, ansteuerbar über deren Homepage, ist da. Stadt und Förderverein haben sich hälftig in die Finanzierung geteilt, Interessenten können sich auf diesem Weg anmelden, ihr Benutzerkonto im Blick behalten, Vorbestellungen auslösen, die Leihfristen verlängern, das Angebot durchforsten.

Auf Leseförderung für Kinder wird großer Wert gelegt

Großer Vorteil gegenüber dem Vorgänger: Das neue System verzeiht Bedienfehler. Ist ein vom Hörensagen aufgeschnappter Buchwunsch im Titel falsch geschrieben, bedeutete das früher das Ende der Suche. Ergebnis: Gibt es nicht! Heute werden weitergehende Vorschläge gemacht. Nach dem Motto: Könnte es unter Umständen sein, dass Sie vielleicht gern das hier hätten? Die im April noch aufgetretenen Kinderkrankheiten sind jetzt ausgemerzt. „Es läuft“, bestätigt Beatrice Fischer.

Stolz sind Helga Schwittay und der Förderverein auf das breite Spektrum an Veranstaltungen, die sie einzeln, gemeinsam oder mit weiteren Partnern (Sparkasse, Sparkassenstiftung, Landratsamt) anbieten. 15 waren es letztes Jahr. In etwa die gleiche Anzahl soll es wieder werden. Glanzlichter setzten zum Beispiel die Premiere von „Lesen und Lyrik“ (Neuauflage in Aussicht gestellt) sowie die Dauerbrenner Bücherflohmarkt, Muttertagsbrunch und Lesenacht für Große. Letztere brauchen im Prinzip keine Werbung, sind quasi im Moment ihrer Terminfestlegung schon ausverkauft. Es wird sie auch 2020 geben. Hinzu kommen noch Ideen der Bibliothek wie „Yoga im Rosengarten“ oder Babytreff.

Der Förderverein beteiligt sich an größeren Aktionen wie der „Interkulturellen Woche“, den Kulturwochen im Landkreis oder auch an Kneipennacht und Kulturmeile, die es nach der Thüringentagspause 2020 ja wieder im Doppel geben soll.

Groß geschrieben wird – wie eingangs erwähnt – die Leseförderung. Vereinsmitglieder gehen in Kitas und Schulen, zum Kindertag gibt es ein Bibo-Kinderfest, in der Adventszeit Lesevergnügen im Märchenzelt (auch eine Fördervereinsinitiative. Jetzt gibt es auf diesem Gebiet zudem eine Novität: Auf einen Aufruf haben sich 7 „Lesepatinnen“ gemeldet. Vom Montag (16 Uhr) an werden sie – sich im wöchentlichen Turnus abwechselnd – vorlesen. Ein Ende ist vorläufig nicht vereinbart. Nachrücker dürfen ihr Interesse gern noch anmelden.

Vereinsmitglieder halten auch Schulbibliotheken am Leben. Je eine in den beiden Häusern des Sömmerdaer Schweitzer-Gymnasiums und seit dem Sommer auch noch die der Salzmannschule. Am Gymnasium sollte es mal nur eine Überbrückung sein. Davon ist lange nicht mehr die Rede.

Höhepunkte prägen auch das Leben des Fördervereins

Auch das Vereinsleben hat einige Höhepunkte: gemeinsame Ausflüge, die Teilnahme am Rafting, ein Sommerfest oder den monatlichen Bücherklatsch, bei dem sich die Mitglieder vorstellen, was sie selbst gerade so lesen.

Wer zu Weihnachten übrigens gern eine Bibliotheksmitgliedschaft (Jahresbeitrag 12 Euro, ermäßigt 6 Euro) verschenken möchte: Gerade sind auch die neuen Gutscheine und exklusiven Leseausweise aus dem Druck gekommen. Sie legen in ihrer Gestaltung nahe, dass dem Lesen, Büchern, Bibliotheken keineswegs ein verstaubtes Image anhaften muss. Im Gegenteil: Es kann nicht nur hip sein. Es ist es! Darauf lässt das engagierte Model schließen. Die stylischen Tattoos sind echt, das Outfit (von einem Sömmerdaer Herrenmodeausstatter zur Verfügung gestellt) ist topaktuell, Bart & Co. (ebenfalls vorhanden) sind gepflegt. Zusammen lässt das alles auf einen echten Hipster schließen.

Fotograf Marco Dierbach hat dann noch alles im Ambiente des neuen Lesecafés der Bibliothek im Dreysehaus zum Hingucker arrangiert. Danny Beyer ließ sich gern vor den Karren spannen – und hat damit auch seiner Frau einen Gefallen getan. Maxi Beyer ist Mitarbeiterin der Bibliothek.

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