Buga-Chefin Kathrin Weiß: „Die Buga findet statt“

Erfurt.  Ministerpräsident und Oberbürgermeister schauen sich den Stand der Arbeiten an

Der Platz vor dem Klimazonenhaus Danakil  wird mit großen Rundbeeten mit Sitzbänken gestaltet.

Der Platz vor dem Klimazonenhaus Danakil wird mit großen Rundbeeten mit Sitzbänken gestaltet.

Foto: Marco Schmidt

Der sattgrüne, dichte Rasen an der Wasserachse auf der Ega in Erfurt fand ungeteilte Aufmerksamkeit und Bewunderung. „Wie auf einem Teppich“, befand der Oberbürgermeister und der Ministerpräsident nickte bedächtig und zustimmend. Andreas Bausewein (SPD) und Bodo Ramelow (Linke) hatten sich am Mittwoch zur Baustellenvisite eingefunden. Wohl auch, um zu sehen, wohin ein Großteil der Gelder – insgesamt 184 Millionen Euro – für die Bundesgartenschau (Buga) 2021 fließen wird.

Noch 155 Tage, so Ramelow, das sei „ambitioniert“. Aber man werde das schaffen. Ende dieses Jahres, Anfang 2021, sollen auf der Ega die meisten Projekte abgeschlossen werden, so Buga-Chefin Kathrin Weiß. Überwiegend seien Thüringer Firmen am Start. Die Buga sei ein Wirtschaftsmotor. Man wolle die Ega in einen „Park der unendlichen Erlebnisse“ mit Nachhaltigkeit umwandeln, die Besucher zu Mehrfachbesuchen anregen. 7000 Dauer- und 5600 Tageskarten wurden bislang abgesetzt.

Die großen Freiflächensind ein strategischer Vorteil

Wenngleich es angesichts der Corona-Pandemie gewisse Ängste gebe. Kathrin Weiß gibt zu, dass man sich intensiv damit beschäftige, wie man alles handhaben könne, wenn Corona zum Start am 23. April 2021 noch sein Unwesen treibt.

„Unser Credo aktuell ist, die Buga findet statt. Wie, das wird sich kurz vorher zeigen“, sagt sie. Man habe den großen Vorteil großer Freiflächen. Erste Berechnungen der Besucherzahlen hätten ergeben, dass man damit täglich auf den Flächen umgehen könne. 4000 Leute auf der Festwiese seien dann aber obsolet. Dennoch, man habe mit – konservativ gerechnet – 1,8 Millionen Besuchern geplant und sie denke, das sei immer noch realistisch.

Kathrin Weiß betonte, bevor sie die Gäste aus der Politik zum 90-minütigen Rundgang bat, dass ohne die Buga-Gelder von Bund, Land und auch Stadt der größte Teil dessen, was sich nun im progressiven Umbruch befinde, nicht realisierbar gewesen wäre. 34,5 Millionen Euro umfassen die Ega-Gesamtinvestitionen. 26,6 Millionen davon werden gefördert.

Die Ega gleicht einer riesigen Baustelle. Rund 300 Leute, so schätzt die Buga-Chefin, werkeln gleichzeitig. An der sanierten Empfangshalle, in den im Entstehen befindlichen sieben Themengärten rechts des Haupteingangs, an der Sanierung der Wasserspiele, der Bepflanzung des großen Blumenbeetes. 80.000 Blumenzwiebeln gilt es, hier mit System im Erdreich zu verstecken, damit alles ein prächtiges, farbenfrohes Bild abgibt.

Im Klimazonenhaus Danakil laufen die Estricharbeiten, derweil sich Kakteen und Fische bereits an ihre neue Umgebung gewöhnt haben. Vor dem Gebäude sind zehn sogenannten Klimaringe sichtbar. Hier werden die gemäßigte Zone, die Tundra oder die Tropen mit den dazugehörigen Pflanzen nachgestellt. Hinter dem Gebäude sind Landschaftsbauer dabei, einen Klimawald aus 80 Bäumen anzulegen.

Auf dem Weg zum Gartenbaumuseum über den eingangs gelobten Rasen kam die Buga-Chefin auf den Themengarten am Aussichtsturm zu sprechen. Der, so lehre es die Erfahrung, viel Interesse erzeugen werde. Es geht um Friedhofskultur. 52 Mustergräber werden angelegt, um die Vielfalt der Möglichkeiten zu demonstrieren. In einem Pavillon kann man sich bei kompetenten Ansprechpartnern informieren.

Nächste Station, das Deutsche Gartenbaumuseum: 3,6 Millionen Euro wurden hier in einen nun hellen, offenen und besucherorientierten Komplex investiert. Hier erfährt der Besucher alles zum Gartenbau, hinterlegt mit einer Vielzahl an Angeboten. Und praktische Hinweisen, wie man so einen tollen Rasen wie draußen hinbekommt.

Was den Landesvater zu der fast euphorischen Bemerkung „Unter Corona leidet die Welt, aber wir bauen weiter, damit das Steuergeld in der Region verbleibt“ verleitete. Und da sich Thüringen zur Grünen Woche im Januar in Berlin den Umständen geschuldet nicht präsentieren könne, „werden wir das Event eben auf die Buga verlagern“, so Ramelow. Er sei froh, dass die Stadt an dem Buga-Terminplan festhalte.