Busfahren im Landkreis Sömmerda ist seit Jahresanfang teurer

Landkreis.  Steigende Kosten machen auch vorm Öffentlichen-Personen-Nahverkehr nicht Halt. VWG erklärt warum.

Auf die für 2020 drei neu angekündigten Busse muss die Verwaltungsgesellschaft des ÖPNV Sömmerda noch warten. Nach neuesten Stand sollen sie im Februar, April und Mai in Betrieb gehen können.

Auf die für 2020 drei neu angekündigten Busse muss die Verwaltungsgesellschaft des ÖPNV Sömmerda noch warten. Nach neuesten Stand sollen sie im Februar, April und Mai in Betrieb gehen können.

Foto: Annett Kletzke

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Im Sommer 2018 hat es bei der Verwaltungsgesellschaft (VWG) des ÖPNV Sömmerda mbH die letzte Tariferhöhung gegeben. Zum 1. Januar 2020 sind die Preise erneut gestiegen. War bislang für eine Einzelfahrt in der Stadt Sömmerda ein Fahrpreis von 1,60 Euro zu entrichten, sind es jetzt 1,70 Euro. Für die elf Kilometer lange Strecke von Sömmerda nach Kölleda sind seit Jahresanfang zwei Euro fällig. Bislang mussten 1,90 Euro gezahlt werden. Dass die Entscheidung nicht leicht gefallen ist, berichtet Geschäftsführer Wolfgang Kunz. „Schweren Herzens haben wir uns zu diesem Schritt entschlossen. Eine so kurze Stabilitätsphase unserer Tarife hat es Jahrzehnte nicht gegeben.“

Die Gründe sind vielschichtig. So führt Kunz die Erhöhungen der Gehälter an. Von 2017 zu 2018 sei eine Steigerung von zwölf Prozent vorgenommen worden, von 2018 zu 2019 waren es noch einmal 2,9 Prozent. „Natürlich sind das Kosten, doch wir sind sehr stolz darauf, das unseren Mitarbeitern bieten zu können“, sagt der Geschäftsführer und führt weiterhin die steigenden Reparaturen ins Feld. Eine Steigerungsrate von fünf bis sechs Prozent sei bei der Anlieferung von Ersatzteilen zu verkraften. Ein ebenso nicht zu unterschätzender Posten sei der Kraftstoff. „Ende vergangenen Jahres lag der Preis für Diesel bei 96 Cent pro Liter. Jetzt sind wir bei 1,04 pro Liter. Wir benötigen 600.000 Liter pro Jahr. Da sind zehn Cent viel Geld“, erklärt der Geschäftsführer.

Fest stehe, dass sich allein mit Kreismitteln die gestiegenen Kosten nicht decken lassen. „Wir wollen alle beteiligen, versuchen das aber für den ländlichen Raum so moderat wie möglich zu gestalten“, sagt Kunz und verweist darauf, dass die Tariferhöhung bei steigenden Kilometerzahlen nur geringfügig spürbar sei. Seine Hoffnung ist groß, dass die Ökosteuer das Unternehmen nicht noch einmal zwingt, die Tarife anzuheben.

Niederlassung in Rastenberg gut angelaufen

Auch im Unternehmen selbst sind die Weichen auf Optimierung gestellt. Ein Beispiel sei die neue Niederlassung in Rastenberg. Die VWG hatte im November vergangenen Jahres den ehemaligen Betriebshof der Firma Fischer am Carl-Zeiss-Ring übernommen. Zuvor trat das Unternehmen als Nachunternehmer der VWG auf und übernahm damit Leistungen in deren Auftrag. Mit der Übernahme führt die VWG die Leistungen selbst aus. Neben dem Grundstück gingen auch drei Busse in ihr Eigentum über.

Nach den ersten zwei Monaten zieht der Geschäftsführer eine positive Bilanz. „Mit dem Stützpunkt in Rastenberg können wir das östliche Territorium abdecken. Lange Anfahrtswege fallen weg. Die Niederlassung ist gut angelaufen. Ausfälle gab es bisher nicht“, so Kunz. Ende April soll die auf dem Gelände befindliche Halle so hergerichtet sein, dass die Busse untergestellt werden können.

Apropos Busse: Nachricht hat der Geschäftsführer diese Woche erhalten, dass für die drei neuen Busse, die ursprünglich Ende Februar/Anfang März ihre Jungfernfahrten im Landkreis drehen sollten, noch Geduld gefragt ist. Laut Kunz sei eine Busübergabe für Ende Februar angekündigt. Ein weiterer soll im April folgen. Mit dem dritten könne erst im Mai gerechnet werden. Die Anschaffungskosten liegen zwischen 205.000 und 250.000 Euro pro Bus. Es handelt sich um zwölf Meter lange, voll klimatisierte, absenkbare und niederflurige Fahrzeuge. Das Land Thüringen unterstützt den Kauf mit Fördermitteln in Höhe von insgesamt 210.000 Euro.

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