Corona: Buttstädt im verschärften Modus

Buttstädt.  Landgemeinderat stutzt Tagesordnung auf unstrittige und unaufschiebbare Vorlagen zusammen

Beim Taubenmarkt in Buttstädt im Jahre 2019 wurden neben dem Federvieh  auch Mümmelmänner wie dieser Zwergwidder angeboten.

Beim Taubenmarkt in Buttstädt im Jahre 2019 wurden neben dem Federvieh auch Mümmelmänner wie dieser Zwergwidder angeboten.

Foto: Jens König

Es wird am heutigen Mittwoch in Buttstädt keinen Wochenmarkt geben. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog

Auch die Märkte in den nächsten Wochen – zumindest jedoch bis 13. November – fallen mit großer Wahrscheinlichkeit aus. Die Entscheidung hat Bürgermeister Hendrik Blose (CDU) noch am Montag getroffen. Also noch bevor die wegen der Infektionsentwicklung im Landkreis Sömmerda nochmals verschärfte Allgemeinverfügung des Landkreises in Kraft tritt. Am Dienstag hat unsere Zeitung sie veröffentlicht.

Blose, auch 1. Beigeordneter des Landrats, sieht nach Abstimmung mit Marktmeisterin Evelyn Huthuff keine Möglichkeit, die darin aufgemachten Forderungen für Wochenmärkte umzusetzen. Das betrifft nicht die verhängte Maskenpflicht, sondern in erster Linie die Gewährleistung einer Kontaktverfolgung.

„Es gibt so viele Zugänge zu unserem Markt, die können wir nicht alle kontrollieren“, sagte Blose am Montagabend zur Sitzung des Landgemeinderats in Ellersleben. Die Händler seien von der Absage da bereits in Kenntnis gesetzt worden. „Die Reaktion war unterschiedlich“, so der Bürgermeister.

Für Buttstädt, das einen guten Teil seiner Identität aus seiner historischen Sonderrolle als Marktflecken bezieht und noch heute auf Pferde-, Tauben und Michaelismarkt stolz ist, geht das zumindest psychologisch an die Substanz.

Auch die Ratssitzung selbst war eine Corona-geprägte. Peinlich genau wurde der Einlass diesmal beobachtet, nicht nur, weil die Kontaktdaten erfasst, Desinfektion abgesichert, für Durchlüftung gesorgt und permanente Maskenpflicht gewährleistet werden mussten, sondern weil auch die Beschlussfähigkeit erst auf den (vor-)letzten Drücker hergestellt wurde. Das lag nicht in der Ferien- und also auch Urlaubszeit begründet. Blose erläuterte, dass er im Laufe des Tages in Telefonaten aufgrund der angespannten Pandemielage Ratsmitgliedern, die in systemrelevanten Berufen tätig sind oder als Firmenchefs Verantwortung für Unternehmen und ihre Mitarbeiter tragen, die Teilnahme freigestellt hatte.

Mit nur 13 von 21 Landgemeinderatsmitgliedern hätten dann zwar alle anstehenden Beschlussvorlagen verhandelt werden können, doch beantragte Blose die Absetzung potenziell strittiger, nicht dringlicher und auch der Punkte, zu denen die nicht anwesenden Ratsmitglieder ihm gegenüber Rede- oder Klärungsbedarf angemeldet hatten. Vertagt wurden – einstimmig gebilligt – aus dem öffentlichen Sitzungsteil u.a. die Feststellung des Jahresabschlusses der Gemeinde und die Entlastung des Bürgermeisters für 2019, ein Beschluss über die Erhebung von gebühren für das Anbringen eines Namenszuges auf einer Stele auf der Urnengemeinschaftsanlage des Buttstädter Friedhofs sowie die Behandlung eines Antrags zur Änderung der Hundesteuersatzung und deren Neubeschluss.

Zu einem späteren Zeitpunkt beraten werden sollen auch aus dem nichtöffentlichen Teil die Vorlagen zu Stundungen oder Niederschlagung von Forderungen sowie einige Personalangelegenheiten.

Ob Corona den Sitzungsplan für Gemeinderat und Ausschüsse weiter in Unordnung bringen werde, könne allerdings derzeit noch nicht abgeschätzt werden, betonte Blose.

Bestätigt wurden überplanmäßige Ausgaben für Olberslebens Feuerwehrgerätehaus, Mehrausgaben beim Straßenbau in Guthmannshausen sowie beim Kauf von zwei Feuerwehrfahrzeugen.

Maskenpflicht auf Wochenmärkten wird kontrolliert