Der Schittchenmarkt ist Pflichtprogramm

Sömmerda.  Stollen ist nicht gleich Stollen. Fünf Bäcker haben das beim Sömmerdaer Schittchenmarkt bewiesen. Die Gäste kamen in Scharen

Denise Bock von der Bäckerei Thieme ließ  so manchen Besucher des Sömmerdaer Schittchenmarktes schwach werden. Die süße Verlockung war einfach zu groß.  

Denise Bock von der Bäckerei Thieme ließ so manchen Besucher des Sömmerdaer Schittchenmarktes schwach werden. Die süße Verlockung war einfach zu groß.  

Foto: Peter Hansen

Nüsse dürfen nicht fehlen, ebenso wenig Rosinen. Und trocken darf ein Stollen für Dieter Heidrich nicht sein. Zum 16. Schittchenmarkt gestern in Sömmerda hat er die Stollensaison 2019 eröffnet. Die süße Köstlichkeit gehöre für ihn zur Weihnachtszeit einfach dazu. Der Schittchenmarkt sei für Heidrich deshalb jedes Jahr eine gute Gelegenheit, die Stollen der ortsansässigen Bäcker zu testen.

Eng ging es auf dem Obermarkt zu. Das große Zelt, das der Handwerker- und Gewerbeverein (HGV) Sömmerda und die Stadt als Schlechtwettervariante aufgestellt hatten, ließ Händler und Besucher zusammenrücken. Dicht gedrängt standen die Besucher um Regina Thieme von der gleichnamigen Bäckerei, die an einem Tisch emsig damit beschäftigt war, Butterstollen in Scheiben zu schneiden. Auch Weihnachtsstollen und Mandelstollen ohne Sultaninen wurden in handlichen Stücken zum Verkosten gereicht und um Spenden für die Krebshilfe gebeten.

„Warum nutzt man nicht die ganze Marktfläche?“, fragte Olaf Lindenlaub, der mit seiner Frau Claudia aus Schloßvippach zum Schittchenmarkt gekommen war. „Einen Becher Glühwein nicht zu verschütten, ist in dem Gedränge eine Meisterleistung“, sagte er. Zum Schittchenmarkt komme er jedes Jahr und schätze die günstigeren Preise.

Sabine Bechstedt von der Bäckerei Seiler stürzte sich mitten ins Getümmel. Den Meisterstollen machte sie als die beliebtesten aus. Stollen backe das Unternehmen seit Oktober. Um auch gut mit Plätzchen bevorratet zu sein, standen die Mitarbeiter selbst Samstagnacht noch in der Backstube, erzählte sie.

Auch Bäckermeister Wolfgang Süpke, fachsimpelte mit den Gästen. 3000 Stollen haben er und seine Mitarbeiter schon gebacken. Dass das bis Weihnachten nicht reichen wird, ist ihm jetzt schon klar. „2000 Stück müssen es sicher noch einmal werden“, verriet er. In der Gunst der Kunden kämpfen sein Butterstollen und sein Thüringer Meisterstollen um Platz eins. Letzterer habe erneut die Qualitätsprüfung des Thüringer Stollenschutzverbandes bestanden. Dass dabei sogar die Rosinen gezählt werden, sei kein Scherz, so Süpke. Beim Sömmerdaer Schittchenmarkt war die Bäckerei das 15. Mal dabei. Von Anfang an am Start ist die Bäckerei Bergmann. „Der Schittenmarkt ist Pflichtprogramm“, sagte Marketing-Mitarbeiter Tino Hafermalz. „Das Schöne daran ist, dass die Leute die unterschiedlichen Stollen ausprobieren können, ehe sie kaufen.“ Die Frömmstedter Bäcker sind in dieser Woche noch einmal auf dem Obermarkt anzutreffen. Am 7. und 8. Dezember laden sie zur Kinderbackstube ein.

Der Sömmerdaer Weihnachtsmarkt wird heute um 16 Uhr mit dem Weihnachtsmann eröffnet. Bereits ab 14 Uhr hat die Kinderbackstube mit dem singenden Bäcker geöffnet. Um 18 Uhr stimmen die Turmbläser musikalisch auf die Weihnachtszeit ein.

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