Die Rezeptur bleibt ein Geheimnis

Großmonra.  Der Winter kommt. Der richtige Zeitpunkt, um sich mit Glühwein zu wärmen. In der Monraburg Mosterei GmbH werden die Flaschen gefüllt.

Traudlind Matthes startet mit der Glühweinproduktion. Drei Sorten hat die Mosterei in Großmonra im Angebot.

Traudlind Matthes startet mit der Glühweinproduktion. Drei Sorten hat die Mosterei in Großmonra im Angebot.

Foto: Peter Hansen

Am Wochenende sollen die Temperaturen fallen. Die Meteorologen kündigen Frost und leichten Schneefall an. Für Traudlind Matthes von der Monraburg Mosterei GmbH in Großmonra der richtige Zeitpunkt, die Glühweinsaison einzuleiten. Damit die ersten Gläser zum Nikolausmarkt am 6. Dezember im Rittergut in Kölleda ausgeschenkt werden können, muss sie sich schon sputen, schließlich braucht der Glühwein gut eine Woche, damit sich die Gewürze richtig entfalten können. Die Rezeptur ist alt und geheim. Nur so viel verrät sie: Zimt, Nelken und Anis dürfen nicht fehlen. Verfeinert werde der Wein mit Zitronen und Orangen. „Das entscheide ich ganz individuell, wenn der Wein abgeschmeckt und gesüßt wird“, erklärt die 59-Jährige.

Heller Glühwein steigt in der Gunst

Während der rote Kirschglühwein ein echter Klassiker ist, den sie schon zu DDR-Zeiten hergestellt hat, sind „Rebenfeuer“, ein Rosé, und ein weißer Glühwein mit dem Namen „Sylvie“ neue Kreationen, die sie seit etwa drei Jahren im Programm hat. War viele Jahre der rote Glühwein der Renner, hole der helle mittlerweile gut auf. Läuft alles nach Plan, dann will Traudlind Matthes in diesem Jahr insgesamt 3600 Flaschen Glühwein und damit mehr als die Jahre zuvor abfüllen. „Die Nachfrage ist da. Vom Vorjahr habe ich keine Flasche mehr.“

Glühweinfans können sich auch den 14. Dezember vormerken. Dann findet auf dem Hof der Mosterei in Großmonra ab 15 Uhr eine Glühweinparty statt. Freuen können sich Gäste auf eine Wein- und Saftverkostung genauso wie auf Kaffee und Kuchen, eine Tombola und beste Unterhaltung. Dafür werden die Showeinlagen von Sylvia Darko und die Livemusik der „Blues Brothers“ sorgen. Unter die Arme greifen ihr hier die Mitglieder des Heimatvereins, ist Traudlind Matthes dankbar und kündigt natürlich auch herzhafte Gaumenfreuden vom Rost an.

Klarer Apfelsaft schon ausverkauft

Blickt sie auf die diesjährige Saison, dann legt sich ihre Stirn in Falten. Noch so ein Jahr könne sie nicht gebrauchen. Vor allem das geringe Apfelaufkommen machte ihr zu schaffen. Die Trockenheit und der Frost, der in manchen Regionen im Frühjahr die Blüten zerstört hat, sind, wie sie sagt, Grund für die geringe Ausbeute. „Erstmals musste ich Bio-Äpfel zukaufen, damit es sich überhaupt gelohnt hat, die Presse anzuschalten“, erklärt sie und belegt das auch mit Zahlen. In einem „normalen“ Jahr sind es an die 100 Tonnen, die zu Apfelsaft verarbeitet werden. In diesem Jahr waren es lediglich 45 Tonnen. Einmal in der Woche hat sie die Mostmaschine in Betrieb gesetzt. Im Vergleich: 2018 - ein gutes Apfeljahr – hat sie dreimal in der Woche gemostet. Da allerdings ist mitten in der Hochsaison die Heizspirale der Mostmaschine kaputtgegangen. Alles, was in dieser Zeit an Äpfeln kam, hat sie zu Apfelessig verarbeiten müssen. Am Ende waren es 40.000 Liter, die noch an Abnehmer gebracht werden müssen. „Früher war das einfacher, da wurde der Apfelessig verdünnt an Kühe verfüttert. Das geht heute nicht mehr. Doch ich habe viele Hebel in Bewegung gesetzt und bin optimistisch, den Essig verkaufen zu können.“

Das geringe Apfelaufkommen mache sich schon jetzt bemerkbar. „Der klare Apfelsaft ist schon aus. Kunden müssen sich mit trübem Saft begnügen“, sagt sie. Weintrauben dagegen habe es dieses Jahr ohne Ende gegeben. Gut zehn Tonnen hat sie verarbeitet. Gut zu tun hatten sie und ihre Mitarbeiter auch mit Aprikosen, Pfirsichen und Quitten. Letztere wurden zu Quittenwein und Apfel-Quitten-Saft verarbeitet. Gemostet wurde in diesem Jahr von Anfang September bis Ende Oktober. Die Saison hatte sie ganz bewusst weiter nach hinten verschoben. „Frühe Äpfel bringen einfach weniger Saft“, nennt sie einen der Gründe.

6. Dezember, Nikolausmarkt im Rittergut in Kölleda 14. Dezember, Glühweinparty in der Monraburg-Mosterei GmbH in Großmonra

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