Drei Überseecontainer warten auf Transport nach Roldisleben

Roldisleben  Verein Grüner Salon will mit Projekt „ KunstRaum Himmelsfeld“ die Landschaft in Szene setzen

Johannes Backhaus-Barnett zeigt, wie das künftige Projekt „KunstRaum Himmelsfeld“ aussehen wird. Die

Johannes Backhaus-Barnett zeigt, wie das künftige Projekt „KunstRaum Himmelsfeld“ aussehen wird. Die

Foto: Annett Kletzke

„Die drei Überseecontainer sind bestellt. Sobald das Feld abgeerntet ist, beginnt der Aufbau“, informiert Johannes Backhaus-Barnett und geht davon aus, dass das Anfang Oktober so weit sein wird.

Damit nimmt das Projekt „KunstRaum Himmelsfeld“ des Roldislebener Vereins „Grüner Salon“, ein Verein zur Förderung von Kunst und Kultur im ländlichen Raum, Gestalt an. Die Mitglieder wollen damit die Landschaft in Szene setzen. „Wir wollen den Blick schärfen für den Reichtum, den uns das Ackerland bietet. Das Land ist mehr als nur Arbeit und Mühe“, erklärt Johannes Backhaus-Barnett, der dem Verein angehört, das Anliegen. Genutzt werden sollen dafür Überseecontainer, die mitten auf dem Feld aufgestellt werden.

Er hofft, dass die Baugenehmigung nicht mehr lange auf sich warten lässt. Was noch fehle, sei die Zustimmung des Rastenberger Bauausschusses. Die Zusage für Fördermittel liegt unterdessen vor. Das Thüringer Landesamt für Landwirtschaft und Ländlichen Raum in Gotha gab grünes Licht und sagte für 2019, 2020 und 2021 für die Gesamtkosten von 100.000 Euro eine Finanzspritze von 65.000 Euro zu. Die Regionale Aktionsgruppe (RAG) Sömmerda-Erfurt hatte im Vorfeld das Vorhaben als förderwürdig eingestuft.

Schwer war es nicht, für das Vorhaben gebrauchte Überseecontainer ausfindig zu machen. „In Hamburg gibt es viele Anbieter. Wir mussten drei Angebote einholen, um die Voraussetzung der Fördermittelgeber zu erfüllen“, erklärt er. Der Kauf schließe auch den Transport ein. „Ein Kran wird dafür mit auf Reisen gehen, um die Container aufs Feld zu bringen“, kündigt er an. Bis es so weit ist, muss noch ein Fundament gesetzt, ein Zugang zum Feld geschaffen und Strom gelegt werden.

Der Grund und Boden, auf dem die Container aufgestellt werden, gehört den Eheleute Annette Barnett und Johannes Backhaus-Barnett. Er befindet sich direkt hinter ihrem Wohnhaus. Für sie ist der Platz ein ganz besonderer. „Hier berühren sich Himmel und Erde. Viele unserer Besucher geraten ins Schwärmen und kommen beim Anblick zur Ruhe“ , sagt er. Außerdem sei bekannt, dass sich an dieser Stelle einst das alte Roldisleben befunden habe.

2020 wird es darum gehen, die Container, von denen zwei den Unterbau bilden und ein dritter quer aufgesetzt wird, herzurichten. Die Türen sollen abgebaut und diese Flächen verglast werden. Alle anderen Fronten sollen von außen eine Verspiegelung erhalten. Selbst an den Vogelschutz hat Backhaus-Barnett schon gedacht. Bereits bestellt sind spezielle Aufkleber, die für das menschliche Auge unsichtbar sind, aber im UV-Bereich reflektieren.

Voll zum Einsatz kommen wird dann auch Cornelia Saalfrank. Sie ist als Kuratorin beauftragt worden, Künstler für den „KunstRaum“ zu gewinnen.

Neben der Grundinstallation schweben den Mitgliedern wechselnde Veranstaltungen vor. „Theater, Konzerte oder Lichtinszenierungen – alles, was Kunst und Kultur im ländlichen Raum fördert“, sagt Backhaus-Barnett. Im Frühjahr 2021 soll der KunstRaum eröffnet werden. Schon einen ersten Vorgeschmack soll es am 20. Februar 2020 geben. „Das wird sportlich. Mal sehen, ob das zu schaffen ist“ , sagt er und verweist darauf, dass der „KunstRaum Himmelsfeld“ als temporäres Projekt auf fünf Jahre angelegt ist.

Den Roldislebenern hat der Verein das Projekt vor zwei Wochen vorgestellt. Das Interesse war groß. Dass es für Kunst Fördermittel gibt, für die dringende Sanierung der Dorfbrücke aber nicht, war eine Frage, die dabei heiß diskutiert wurde. Johannes Backhaus-Barnett findet die Auseinandersetzung gut. Für ihn ist es wichtig, miteinander ins Gespräch zu kommen. Überzeugt ist er davon, dass solche Projekte, wie auch die Bienen-Garten-Kirche, der Skulpturengarten und das Arboretum große Ausstrahlungskraft haben und Roldisleben attraktiv machen.

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