Ein eiskaltes, warmherziges Familientreffen

Erfurt  Während die TecArt Black Dragons gegen DEL2-Klub Bayreuth ihre ersten beiden Testspiele absolvieren, feiern die Eishockeyfans ihren Sport und sich selbst

Nächster Halt Bayreuth: Über 300 Eishockeyfans machten sich mit dem Sonderzug auf den Weg.

Nächster Halt Bayreuth: Über 300 Eishockeyfans machten sich mit dem Sonderzug auf den Weg.

Foto: L. Wannemacher

Unter das Drachenschwarz mischten sich diesmal jede Menge anderer Farbtupfer. Aus allen Teilen Deutschland, ja sogar aus Österreich, Dänemark und den Niederlanden waren am vergangenen Wochenende Eishockeyfans nach Erfurt gepilgert, um dort ihrer großen Leidenschaft zu frönen.

Für die TecArt Black Dragons waren es „nur“ die ersten beiden Testspiele der Saisonvorbereitung auf die Oberliga gegen DEL2-Klub Bayreuth Tigers. Doch für diejenigen, die die Namen ihrer Lieblinge Woche für Woche auf dem Rücken tragen, war es mehr als das. „So etwas wie ein Familientreffen“, meinte Andreas Scheffel, der mit dem zweiten Fanbeauftragten des EHC Erfurt, Maik Groß, das „Gaudi-Wochenende“ inklusive eines Eishockey-Duells der Erfurter und Bayreuther Fans am Samstag sowie der Fahrt zum zweiten Spiel per Sonderzug am Sonntag organisiert hatte.

So war es dann am Samstag auch kein normales Spiel in der Kartoffelhalle. Denn während es auf dem Eis schon zur Sache ging, plauderte und lachte in den Gängen und draußen bei Wurst und Bier die internationale Eishockeyfamilie. Alte Anekdoten wurden ausgetauscht, über neue Geschichten, die die anstehende Saison schreiben könnte, philosophiert. Auch diejenigen, die auf der Tribüne standen, waren entspannter als sonst. Gemeinsam statt getrennt stehend, feuerten Drachen- und Tigersfans ihre Mannschaften an.

Mächtig laut war es trotzdem, oder gerade deshalb. „Echt gute Stimmung hier“, meinte Roberto Geiseler. Und das sei doch für die Spieler, bei all den Diskussionen um eine neue Halle, das Wichtigste, so der Erfurter Neuzugang, der darauf brennt, nach Verletzungspause erstmals für die Drachen spielen zu können.

Hofmann: „Mannschaft stärker als letzte Saison“

Einer, der sich gerade voll und ganz seinem noch bis Ende November andauernden Referendariat widmet und bis dahin eine Spielpause einlegt, schlenderte in der ersten Drittelpause mit zufriedener Miene durch den Vip-Raum. „Für das er erste Spiel ist das schon ganz gut“, meinte Drachenverteidiger Sebastian Hofmann trotz des 0:2-Zwischenstandes. Die Abläufe würden sich schon bald einspielen. Obwohl er aktuell nur zweimal pro Woche mittrainiert, ist er sich sicher: „Die neuen Jungs machen einen guten Eindruck. Ich schätze unsere Mannschaft stärker ein als letzte Saison.“

Ähnlich sieht es auch Cheftrainer Fred Carroll: „Wir sind in allen Mannschaftsteilen besser und erfahrener aufgestellt.“ Der Kanadier, der seit gut zwei Wochen wieder in Erfurt ist, zeigte sich zufrieden mit den bisherigen Trainingseinheiten und den ersten beiden Testspielen.

So verloren die Drachen am Samstag gegen die in der Saisonvorbereitung schon wesentlich weiteren Bayreuther zwar mit 2:8, zeigten aber im Konterspiel gute Ansätze. Zwei Neuzugänge und ein Rückkehrer – Petr Gulda per Tor, Milan Kostourek und Sean Fischer per Assist – machten direkt in der Statistik auf sich aufmerksam. Beim 1:5 im Bayreuther „Tigerkäfig“ machten die Drachen sogar einen noch besseren Eindruck – und bei Keils Treffer durften die Erfurter Schlachtenbummler kräftig feiern.

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