„Es wird immer weniger!“

Buttstädt .  Die Februar-Taubenmärkte von Buttstädt (donnerstags) und Kölleda (samstags) sind eine regionale Tradition. Wie lange noch?

Gert Schmidt konnte diesen Hochflugtauben nicht widerstehen und nahm die eleganten Flieger kurzentschlossen mit.

Gert Schmidt konnte diesen Hochflugtauben nicht widerstehen und nahm die eleganten Flieger kurzentschlossen mit.

Foto: Jens König

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„Na, schon was gekauft?“ „Nein, wir haben schon genug Tiere. Eigentlich müssten wir zwei noch schlachten ...“ Schon am Zugang zum Buttstädter Markt ließ sich aus Gesprächsfetzen ein nicht allzu günstiger Geschäftsklimaindex für Auflage Nummer 2 der diesjährigen Taubenmärkte vermuten. Meistgehörter Satz: „Es wird immer weniger!“

Es geht schon lange nicht mehr ums Handeln

Der Gorslebener Gerhard Laegel, einer der eifrigsten und treuesten Beschicker der einschlägigen Traditionsveranstaltungen von Kölleda und Buttstädt sowie weiterer Geflügelbörsen, -ausstellungen und -märkte bestätigt das. „Zum Verkaufen komme ich schon lange nicht mehr. Das lohnt nicht“, sagt er mit hörbarem Bedauern. „Ich geh’ jetzt erst mal frühstücken“, verabschiedet er sich – und mit diesem Worten hat sich seine Stimmung wieder aufgehellt. Es geht ihm – wie vielen anderen hier – ja auch nicht um Kaffee und Schnittchen. Sehen und gesehen werden. Miteinander reden, klatschen, fachsimpeln. Darauf kommt es an.

Früh raus für die Bewahrung der Tradition

Taubenmarktgänger sind Frühaufsteher. Diejenigen, die die Vorbereitungen treffen, müssen noch eher raus. „Wann bist du denn aufgestanden?“, fragt Bauhofleiter Frank Pilz den als Besucher gerade in eine Rostwurst beißenden Karsten Gröschner. Pilz ist seit 4 Uhr auf den Beinen. 60 Käfige mit je 3 Abteilungen haben er und seine Mitstreiter wieder aufgebaut – viel Platz für zunächst 11, dann doch noch 13 Aussteller.

Letzte Woche, bilanziert Evelyn Huthuff, seien es noch 17 gewesen. Dabei sind doch jetzt Ferien! Man merkt es an den Besuchern. Wie viele andere hat auch Karsten Gröschner den Nachwuchs im Schlepptau. Vom Kindergarten „Sonnenschein“ hat sich eine ganze Kindergruppe auf den Weg gemacht. Alle staunen. Dabei dürfte den Landkindern der Anblick von Federvieh und Kleinnagern ja (noch) geläufig sein. Am Absperrgitter zur Ausstellungsfläche hängt ein handgemaltes Schild: „Rassegeflügelverein Buttstädt – 115 Jahre“.

Evelyn Huthuff könnte das Motto liefern: „Wir halten durch“, sagt sie – und beantwortet damit die Fragen nach den nächsten beiden Donnerstagen im Februar.

Nächste Taubenmärkte in Buttstädt: 20. und 27. Februar jeweils 8 bis 13 Uhr.

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