Familienhebamme betreut derzeit 14 junge Familien im Landkreis

Sömmerda. Seit Ende 2012 ist es ein Baustein im Netzwerk "Frühe Hilfen" für Kinder und Familien. Das Bundesprojekt läuft im Jahr 2015. aus

Familienhebamme Peggy Schumann mit "Demonstrationsbaby" Felix. Foto: Peter Hansen

Familienhebamme Peggy Schumann mit "Demonstrationsbaby" Felix. Foto: Peter Hansen

Foto: zgt

Wo hat der kleine Felix nur seinen Strampler? Ein Griff in den Schrank unter der Wickelkommode im Arbeitszimmer der Familienhebamme Peggy Schumann und die Demonstrationspuppe für Kurse für den richtigen "Umgang" mit Babys ist "einsatzbereit".

Die Beichlingerin ist bereits seit vielen Jahren als Hebamme im Einsatz, um Kindern auf die Welt zu helfen. Als Familienhebamme, die in dem im Landkreis aufgebauten Netzwerk der sogenannten "Frühen Hilfen" verankert ist, hilft sie nun ebenso Babys und ihren Familien, in der Welt zurecht zu kommen.

"Ich betreue Familien von der Schwangerschaft bis zum 1. Geburtstag des Kindes", so Peggy Schumann, die als Familienhebamme eine zertifizierte Weiterbildung absolvierte.

Dabei geht es nicht nur um gesundheitliche Belange, das Stillen oder Fragen nach der richtigen Ernährung. Zumeist haben die jungen Familien noch weiteren Betreuungsbedarf - das Kind zum Arzt begleiten, bei familiären oder finanziellen Sorgen helfen, Rat geben oder an andere Partner des Netzwerkes verweisen.

"Natürlich steht auch bei unserer Arbeit die Gesundheitsfürsorge an erster Stelle. Doch ebenso wollen wir helfen, wichtige soziale Bindungen und menschliche Nähe zu den Kindern und in der Familie aufzubauen", so die 39-Jährige. "Wir wollen psychisch und physisch gesunde Familien."

33 Familien im gesamten Landkreis, für den die seit Ende 2012 tätige Familienhebamme zuständig ist, wurden vor allem wegen sozialer Probleme bereits betreut. Derzeit sind es 14 Familien, die Peggy Schumann in individuellen Abständen (je nach Bedarf) zu Hause besucht.

Der erste Kontakt kommt jedoch meistens mit einem Telefonat und/oder Gesprächen im Büro beim DRK-Kreisvorstand im Rohrborner Weg zustande. "Wichtig ist, dass dies ein sogenanntes niederschwelliges Angebot ist", sagt Peggy Schumann. Wer Hilfe benötigt, bekommt sie, ohne dass der Fall und Familien beim Jugendamt oder anderenorts aktenkundig werden. Sollte die Familienhebamme bei einigen Familien doch einen größeren Hilfebedarf sehen, spricht sie zuerst mit den Familien darüber, bietet weitere Kontakte an.

"Wir gehen ganz offen um. Und es ist ein großes Vertrauen, das wir von den Partnern des Netzwerkes Frühe Hilfen gegenseitig in uns setzen." Die betreuten Familien und ihre Entwicklung werden anonym im Rahmen des Bundesprojektes "Frühe Hilfen" protokolliert.

Peggy Schumann freut sich, wenn sie "ihre" Familien auch nach dem einen Betreuungsjahr mal wiedersieht, wenn sie zusammenwachsen. Das gelingt oft, manchmal auch nicht...Und die Probleme in jungen Familien werden nicht geringer. Sorgen macht zunehmend die Suchtproblematik.

Im Jahr 2015 läuft das geförderte Bundesprojekt der Familienhebammen aus. Für den Landkreis Sömmerda müsse man, so kündigte bereits der Abteilungsleiter Soziales, Familie und Gesundheit im Landratsamt, Thomas Schorcht, an, über eine weitere Förderung unbedingt nachdenken.