Geschichts-Projekt in Kölleda: Amtsblatt aus dem Kloster

Kölleda  Gedruckter Abschluss des „Denkmal aktiv“-Projektes 2018/19 von Kölledas Gymnasium und den Rastenberger Finneck-Schulen

Klara Winterstein, Luise Schneider, Lena Hopf, Lynn Atik, Larissa Sichler und Lilly Krieger

Klara Winterstein, Luise Schneider, Lena Hopf, Lynn Atik, Larissa Sichler und Lilly Krieger

Foto: Jens König

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Im Kloster. So heißt eine Straße in Kölleda. Ansonsten aber erinnert in der Pfefferminzstadt fast nichts mehr an „Kloster Collide“. Ein Umstand, der die Neugier des jüngsten, zehnten, „Denkmal aktiv“-Jahrgangs des Professor-Fritz-Hofmann-Gymnasiums Kölleda weckte. Er – traditionell sind es Jahr für Jahr die Neuner – ging auf Spurensuche.

Für besondere Vielfalt im Projekt bürgte die Zusammenarbeit mit Partnerschulen. Die Schülerinnen und Schüler der 8. Klasse der Gemeinschaftsschule Maria Martha und der Werkstufe der Förderschule der Stiftung Finneck Rastenberg untersuchten weitere Aspekte mittelalterlichen und klösterlichen Lebens.

So kamen Einblicke in Kräuterkunde und entsprechende Rezepte (Bierbrot, Kräutertee) und Rezepturen (Ringelblumensalbe, Erkältungssaft) sowie in das Leben der letzten Nonne von Rastenberg (Tagebucheinträge) zustande.

Jetzt haben die Projektschüler als Höhepunkt und Abschluss ihrer Arbeiten ein sogenanntes „Historisches Amtsblatt“ erstellt und drucken lassen. Wie für das gesamte Vorhaben konnten sich die Kölledaer und Rastenberger Geschichtsforscher zur Unterstützung erneut Mittel der deutschen Stiftung Denkmalschutz sichern. Das „Historische Amtsblatt“ wurde in einer (ersten) Auflage von 100 Exemplaren gedruckt – und am historischen Ort, in Kölledas Johanneskirche, vorgestellt. „Hier haben sie gelebt, die Kölledaer Nonnen“, sagte Bettina Laurien, die gemeinsam mit ihrer Lehrerkollegin Gabriele Weinrich-Müller am Gymnasium das Denkmal-aktiv-Projekt betreut, zur Eröffnung.

1265 stifteten die Grafen von Beichlingen in Kölleda ein Nonnenkloster. Besiedelt wurde es mit Zisterzienserinnen aus dem Kloster Frauensee. Fast 300 Jahre hatte es Bestand. Das „Historische Amtsblatt“ nennt das Jahr 1556 als das der Auflösung des Konvents und Sophia von Schafstädt als letzte Äbtissin.

In einer Ausstellung präsentierten die Schülerinnen und Schüler ihre Erkenntnisse und Arbeiten – Zeitstrahlen, Grundrisse, Karten, Fotodokumente, Kopien, Urkundenabschriften, Fakten zum Leben im Kloster, zu dessen Wirtschaftsführung, Architektur, Besitztümern. Sie fanden heraus, dass das Kloster Stuterei, Molkerei, Winzerei, Stallungen, Schäferei und eine Mühle hatte.

Das Amtsblatt ist der Abschluss des Projekts. „Jetzt fehlt nur noch die Abrechnung“, sagte Bettina Laurien.

Gleichzeitig stehen die nächsten Projektarbeiter bereits in den Startlöchern. Die neuen Neuner des Prof. Fritz Hofmann-Gymnasiums haben bereits einige Workshops hinter sich und werden sich nach den Herbstferien in ihr Jahresthema vertiefen. Sie werden sich mit „Bürgerhäusern in Kölleda“ beschäftigen und dabei eng mit dem Heimatmuseum zusammenarbeiten. Dessen Gebäude und die Druckerei Böhme sind unter den Forschungsgegenständen. Museumsleiter Wolfgang Freybote wird erneut Unterstützung bieten. Zehn Exemplare des Amtsblattes hat er für „ sein“ Haus bekommen.

Fünf Schülerinnen und Schüler widmen sich auf Anregung von Pfarrer Matthias Müller einem eigenen Forschungsprojekt. Sie wollen sich mit Glocken mit nationalsozialistischen Symbolen (wie in Rettgenstedt) beschäftigen, untersuchen, wie Bevölkerung und Kirchgemeinden damit umgehen. „Das ist eine schwierige Aufgabe“, sagt Bettina Laurien. „Davor, dass sie sich der stellen, habe ich große Hochachtung.“

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