Glasfaser: Kölleda ist die Nummer 500

Kölleda  Ramelow: Ländlicher Raum dürfe nicht abgehängt werden. Thüringer Netkom gewährleistet den Anschluss auch der Ortsteile

Kölledas Bürgermeister Lutz Riedel, Ministerpräsident Bodo Ramelow, Teag-Unternehmenssprecher Stefan Reindl sowie die Thüringer Netkom-Geschäftsführer Hendrik Westendorff und Karsten Kluge (von links) beim symbolischen Knopfdruck für den Anschluss Kölledas ans TNK-Glasfasernetz als 500. Ort in Thüringen.

Kölledas Bürgermeister Lutz Riedel, Ministerpräsident Bodo Ramelow, Teag-Unternehmenssprecher Stefan Reindl sowie die Thüringer Netkom-Geschäftsführer Hendrik Westendorff und Karsten Kluge (von links) beim symbolischen Knopfdruck für den Anschluss Kölledas ans TNK-Glasfasernetz als 500. Ort in Thüringen.

Foto: Jens König

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Als 500. Ort im Freistaat hat die Teag-Tochter Thüringer Netkom (TNK) gestern Kölleda ans Glasfasernetz angeschlossen. Das Unternehmen wertet seine Initiative zur Glasfasererschließung ländlicher Gemeinden und Städte als „erfolgreichstes Breitband-Infrastrukturprojekt im Freistaat“.

Den symbolischen Tastendruck vollzogen neben Teag-Unternehmenssprecher Stefan Reindl auch Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) und Kölledas Bürgermeister Lutz Riedel (SPD).

Ramelow wertete das Ereignis als „keine als Banalität, sondern als eine Zukunftsfrage für unser Land“ und Riedel strich heraus, dass es nur mit der Thüringer Netkom gelungen sei, auch alle Kölledaer Ortsteile in dieses Versorgungsprojekt einzubinden. Einen Teilverdienst daran wies TNK-Geschäftsführer Hendrik Westendorff auch Battgendorfs Ortsteilbürgermeister Lothar Pach zu. Er begrüßte diesen als „Treiber des Projektes“.

Ramelow nutzte die Bühne im Festzelt im Gewerbegebiet Kiebitzhöhe, um einerseits der Thüringer Netkom für ihr Engagement in der Fläche zu danken. Dieses belege, wie wichtig es sei, in dieser Branche ein eigenes Unternehmen zu haben, „das in Thüringen lebt, das für Thüringen denkt und für Thüringen handelt“. Am Beispiel der auf der Kiebitzhöhe angesiedelten Großunternehmen MDC und Funkwerk wies der Ministerpräsident auch die Einschätzung des ländlichen Raumes als nicht leistungsfähig genug zurück. „Im Vergleich zu China ist ganz Thüringen ländlicher Raum, nicht mehr als ein paar Häuser in einem Vorort von Peking“, so Ramelow. Die von Reint E. Gropp, Präsident des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle, gemachten Äußerungen ordnete er als „groben Unfug“ ein. Schließlich würden die Erfolge der hocheffektiven Mitarbeiter zum Beispiel des hochmodernen Kölledaer Motorenwerkes Stuttgart, dem Konzernsitz, gutgeschrieben und eben nicht Kölleda. Das sei beim Funkwerk anders, doch seien Konzernzentralen im Osten absolute Ausnahmen. Um so mehr sei es wichtig, dass auch im ländlichen Raum nicht nur die Top-Unternehmen, sondern auch die dazwischen lebenden Leute und Kleinfirmen mit Breitband versorgt würden.

Ramelow nahm auch Bezug auf den Dieselskandal, wies darauf hin, dass in Kölleda die modernsten und saubersten Dieselmotoren hergestellt würden und dass deren Fertiger für die Krise nichts könnten, er es aber begrüßen würde, wenn die dafür Verantwortlichen sich nicht nur entschuldigen, sondern auch die Verantwortung übernehmen würden. Weiterer Kritikpunkt sowohl Bodo Ramelows als auch der TNK-Vertreter waren übertrieben komplizierte Fördermechanismen. Sie bremsten die Umsetzung der Zukunftsprojekte aus.

Als nächste Herausforderung sieht Stefan Reindl die Vervollständigung der Glasfasernetze auf den letzten Metern, also vom Ortskern bis ins Haus. Dafür brauche es, um es flächendeckend gestalten zu können, vor allem auf dem Land weiterer staatlicher Unterstützung in erheblichem Umfang, gab Reindl Ramelow als einen Wunsch mit.

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