Grünen-Kandidat will die Orte für ihre Zukunftsaufgaben stärken

Schwansee  Direktkandidaten im Wahlkreis 17: Roberto Kobelt aus Apolda-Oberndorf tritt für die Grünen für den Thüringer Landtag an

Roberto Kobelt in Schwansee an der Kirche, seinem Lieblingsplatz.

Roberto Kobelt in Schwansee an der Kirche, seinem Lieblingsplatz.

Foto: Jens König

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Am Dorfplatz Unter den Linden, gleich neben der kleinen Kirche, hat sich Roberto Kobelt schon oft mit der Bürgerinitiative aus Schwansee und Umgebung getroffen. Die Initiative fordert einen Radweg nach Erfurt, um die ländliche Region besser an die Landeshauptstadt anzuschließen.

Das Anliegen hat er als grüner Politiker sehr gern unterstützt. Und der Platz im Grünen, mit dem alten Baumbestand, ist so etwas wie sein Lieblingsplatz im Landkreis Sömmerda geworden. Einen schönen, zentralen Platz brauche jedes Dorf, findet der 43-Jährige. Als Treffpunkt und zum Feiern. Die Entwicklung der Dörfer zu unterstützen, den ländlichen Raum zu stärken – dies gehört zu den politischen Zielen von Roberto Kobelt.

In Zukunft mehr für Alltagsradwege tun

Der Architekt aus Apolda-Oberndorf tritt im Wahlkreis 17 (Sömmerda II) als Direktkandidat für den Thüringer Landtag an. Warum gerade hier? Er wohne zwar im Weimarer Land, doch mit dem Landkreis Sömmerda sei er sehr verbunden, sagt Roberto Kobelt. Seine Frau stammt aus Buttstädt, und als Landtagsabgeordneter (er errang 2014 ein Mandat über die Landesliste) sei er auch schon oft im Landkreis gewesen. Da die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen nur sechs Abgeordnete im Thüringer Landtag habe, habe man sich die Regionen aufgeteilt, wo man sich engagiere.

Er möge die Menschen im Landkreis Sömmerda und habe auch viele Unternehmen kennengelernt. Zu Weißenseer Firmen habe er gerade Kontakt, weil sie sich einen Radweg nach Sömmerda wünschen. Allein bei Mubea gebe es 120 Dienstfahrräder. Nun sei das Geld für den Ausbau des Radweges zwischen Weißensee und dem Anschluss an den Unstrutradweg bewilligt und über Leubingen mit diesem Lückenschluss auch der Anschluss nach Sömmerda gewährt. Aber die kürzeste Strecke ist das bei Weitem nicht.

In einem zweiten Schritt sollte jetzt eine praktikablere Lösung gefunden werden, findet Roberto Kobelt. Wichtig sei dabei, dass beide Bürgermeister sagen, sie wollen die schnellere Verbindung. Dann werde er sich gern für finanzielle Mittel einsetzen. In Schwansee sei die Situation ähnlich. Auch dort gebe es schon eine gefühlt doppelt so lange Strecke nach Erfurt, die aber kaum genutzt werde.

Nachdem Thüringen im touristischen Bereich schon ganz gut mit Radwegen ausgestattet sei, müsse nun für die Alltagsradwege mehr getan werden, fordert der 43-Jährige. So könnten zum Beispiel auch mehr Kinder mit dem Rad zur Schule fahren.

Themen wie der Radwegeausbau liegen dem Sprecher für Umwelt, Energie, Naturschutz, Bau, Verkehr, Landesplanung, Wohnen, Forsten und Sport seiner Landtagsfraktion besonders am Herzen. Mit Fragen wie ökologischem Bauen oder der Energiewende habe er auch beruflich Erfahrung. Als Architekt verändere und gestalte er Dinge. Dies wolle er auch in der Politik tun. Es bereite ihm Freude, die Situation für die Menschen zu verbessern.

Der Öffentliche Personennahverkehr ist ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeit. Sein Ziel sei es, das Netz auszubauen und ein attraktives Angebot zu schaffen, so dass jeder Ort stündlich angebunden sei. Die Pfefferminzbahn sollte wiederbelebt werden und bis nach Jena führen. Dort, wo Schienenwege vorhanden sind, müssen sie genutzt werden, unterstreicht Roberto Kobelt.

Das kostet natürlich alles Geld. Deshalb müsse man die Schwerpunkte anders setzen. Fließen derzeit 60 Prozent der für den Bereich Verkehr zur Verfügung stehenden Bundesmittel in die Straßen, sollte künftig der Hauptteil dem ÖPNV zugute kommen, sagt der 43-Jährige.

Ohne Bundesunterstützung werde das nicht zu schaffen sein, ist sich Roberto Kobelt bewusst. Auch das Klimapaket, das zwar gut, aber „in keinster Weise ausreichend“ sei, koste Geld. Dabei werde aus seiner Sicht in die Verkehrswende viel zu wenig investiert. Es gebe zu wenig Anreize sich umzustellen. Wobei, auch das betont der 43-Jährige, er gegen Zwangsmaßnahmen ist. Man müsse vielmehr die Bedingungen verbessern.

Im ländlichen Raum werde es auch künftig nicht ganz ohne Auto gehen, räumt er ein. Auch er habe eins, bei vier Kindern in der Familie – er ist gerade frisch mit seiner zweiten Frau verheiratet – sei das nicht anders möglich. Pragmatisch sei er auch bei anderen Fragen, zum Beispiel dem Thema Windräder. Ein weiterer Ausbau der Gebiete sei nur möglich, wenn das in der Region unterstützt werde. Deshalb habe man auch den überarbeiteten Regionalplan akzeptiert – obgleich an einigen Stellen noch mehr möglich wäre. Man brauche in dieser Frage eine stärkere Bürgerbeteiligung, sollte mehr auf Freiwilligkeit setzen. Und es sollten keine Konzerne, sondern lieber örtliche Stadtwerke investieren, findet Kobelt.

Ziel: Thüringenweit mindestens zehn Prozent

Ein Grundanliegen sei ihm, die Orte für ihre Zukunftsaufgaben zu stärken. Mit der Erhöhung der Pauschale des Kommunalen Finanzausgleichs sei eine gute Grundlage geschaffen. Zusätzlich müssten aber projektorientiert für bestimmte Ziele Zuschüsse fließen, eine spezielle Unterstützung durch das Land gewährt werden. Etwa für Energieprojekte oder Buslinien.

Für die Wahl in Thüringen sehe er realistisch, dass es einem Grünen kaum gelingen werde, Direktmandate zu holen. Auf der Landesliste steht Roberto Kobelt auf Platz 8. Er würde sich freuen, wenn thüringenweit mindestens 10 Prozent erreicht werden könnten. Im Landkreis habe sich der Kreisverband gut entwickelt, die Grünen seien stärker geworden mit mehr Mandaten im Kreistag und Stadtrat. Die Zahl der Mitglieder im Kreisverband habe sich in den letzten eineinhalb Jahren verdoppelt – mit 16 Mitgliedern ist er aber immer noch klein.

Kurze Fragen:

Wie lautet Ihr Lebensmotto?

Nutze den Tag!

Was tun Sie morgens nach dem Aufstehen als erstes?

Meiner Frau einen Kaffee bringen.

Was war Ihr bisher schönstes Erlebnis?

Als ich das erste mal Papa genannt wurde.

Und was war Ihr schlimmstes Erlebnis?

Der Tod meiner Oma.

Verraten Sie uns Ihr größtes Hobby?

Rennradfahren

Ihr Lieblingsbuch?

Robinson Crusoe

Welche Art von Musik hören Sie am liebsten?

Die Fantastischen Vier

Ihr Lieblingsessen?

Schokolade

Was erzürnt Sie?

Ungerechtigkeit

Ihre Stärken?

Zielstrebigkeit

Ihre Schwächen?

Ungeduld

Haben Sie Haustiere?

Ja, Hund, Katze, Kaninchen, Hühner, Pferde

Was mögen Sie eher: Sommer oder Winter?

Sommer

Wohin fahren Sie im Urlaub: lieber ans Meer oder eher in die Berge?

Meer

Was würden Sie mit auf eine einsame Insel nehmen?

Feuerstein, Tiere, Schokolade

Und wen?

Meine Familie

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