Kirchensanierung Rudersdorf: Erst innen, dann außen

Rudersdorf  Vierter Bauabschnitt der Innensanierung von St. Nikolaus Rudersdorf hat begonnen. Fertigstellung für Ende Oktober geplant

Im Schachbrettmuster verlegt Rainer Liebgans die von Hand gefertigten, bei niedriger Temperatur gebrannten Tonziegel auf dem Bodens vor dem Altar.

Im Schachbrettmuster verlegt Rainer Liebgans die von Hand gefertigten, bei niedriger Temperatur gebrannten Tonziegel auf dem Bodens vor dem Altar.

Foto: Jens König

Der Eröffnungsgottesdienst am Freitagabend für die diesjährige Kirmes muss in den Pfarrhof ausgelagert werden. Das hat einen guten Grund. Die Kirche ist eine Baustelle. Der Boden von St. Nikolaus kann derzeit nicht betreten werden. Er gleicht einer Sandpiste mit Schlaglöchern. Kaputte Sandsteinplatten um das Taufbecken, rote Tonfliesen vor dem Altar und die vorderen Kirchenbänke samt Holzpodest, das verfault war, wurden ausgebaut.

Gottesdienst zur Reformation im Blick

Gemeindekirchenratsvorsitzender Helfried Becker ist im Glück. Dank zahlreicher Unterstützer konnte kürzlich der 4. Bauabschnitt der Kirchen-Innensanierung in Angriff genommen werden. Der Kirchenkreis Apolda-Buttstädt, die Katharina und Gerhard Hoffmann-Stiftung Hamburg, die Gemeinde Rudersdorf, das Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie sowie der Förderverein Sankt Nikolaus-Kirche ziehen an einem Strang, um die rund 30.000-Euro-Baumaßnahme zu stemmen.

Die ersten nachgearbeiteten Fliesen sind von den Fachleuten bereits gelegt. „Wenn nichts dazwischen kommt, soll alles Ende Oktober fertig sein“, hofft Becker. Dann könnte der Gottesdienst zum Reformationstag wieder in der Kirche stattfinden. „Erntedank werden wir wohl noch im Pfarrhof feiern.“

Geduld haben der Kirchenälteste und die 184 Gemeindeglieder (bei um die 325 Einwohnern eine stattliche Zahl) in den letzten Jahren gelernt. „Es geht nicht alles auf einmal, sondern Stück für Stück“, sagt Becker mit Blick auf die drei vorherigen Bauabschnitte. Zu Beginn, das war im Jahr 2016, wurden die beiden Bleiglasfenster erneuert, die das wuchtige Kirchenschiff im spätgotischen Stil zieren. Weitere Zeugen dieser Zeit sind der mittlerweile ebenfalls restaurierte Taufstein sowie zwei Kerzenständer auf dem Altar, Abendmahlskrug und Patene (Hostienteller). Sie alle werden von Experten auf Anfang 1700 und datiert. Saniert wurden in den vergangenen Jahren neben den Fenstern auch der Innenraum, der prächtige Kanzelaltar und der Chorraum.

Hin und wieder werde er von Rudersdorfern angesprochen, ob man nicht auch die bröckelnde Fassade der Kirche erneuern könne, berichtet der Kirchenälteste. „Das ist alles eine Frage des Geldes“. Tun sich neue Fördertöpfe auf, werde man dies sicherlich in Angriff nehmen. Jetzt aber wird erst einmal eine sogenannte Musterachse am Kirchenportal und dem Aufgang zur Empore angelegt.

Der das Projekt betreuende Diplomrestaurator Stephan Keilwerth werde passende Farbfassungen vorschlagen, ist sich Becker sicher.

„Von oben her sind wir trocken“, ist ihm wichtig. Das Dach des Kirchenschiffs und des Turmes wurden vor gut zwei Jahrzehnten erneuert und bietet noch immer guten Schutz vor Niederschlägen. Bei Sturm komme schon mal eine Ziegel runter, das werde aber repariert. Vielleicht füllt sich der Spendentopf wieder, hofft der Kirchenälteste und richtet seinen Dank an die Stiftung zum Erhalt kirchlicher Bauwerke (KiBa) und die Katharina und Gerhard Hoffmann-Stiftung Hamburg.

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