Guten Morgen, Sömmerda:

Klick und weg – schön wäre es

Armin Burghardt über digitales Aufräumen.

Armin Burghardt

Armin Burghardt

Foto: Ina Renke

Ich habe den – für mich – absoluten Homeoffice-Indikator gefunden. Er besteht in der Stärke der sich auf der Fingerkuppe meines rechten Zeigefingers bildenden Hornhaut. Es ist mein Löschfinger – und der ist zurzeit so gut ausgelastet wie wahrscheinlich noch nie.

Will ich im E-Mail-Postfach der Lokalredaktion und in meinem privaten auch nur annähernd die Übersicht behalten, dann muss er ran. Das meiste, was da so reinschneit, lösche ich ungelesen. Lotteriegewinne, Gratisaktionen, nicht abzulehnende Angebote, Geld-, Pflege- und Gesundheitstipps. Manche sind pausenlos am Versenden. Kaum ist die eine Mail gelöscht, taucht schon die nächste vom gerade in den Papierkorb verschobenen Absender auf. Die müssen das irgendwie merken!

Wer da so alles im Homeoffice sitzt und Mailbombing betreibt?!

Mein Bruder hat andere Indizien für das fortschreitende Eindringen der Corona-Begleitumstände ins Privatleben. Er hat noch einen schulpflichtigen Spross – und der wird teils präsenz- und teils ferngeschult. Das Ergebnis des Ganzen ist, dass Brüderchen nun abends noch im Ehebett abgefragt wird, ob auch er noch drauf hat, was der Sohnemann nun über den Tag mit seiner Mutter so erarbeitet hat.

Das kann ab und an peinlich werden. Da ist mir mein Indikator dann persönlich doch lieber…