Knopf unten - Spannung hoch

Tunzenhausen  Sanierung des einsturzgefährdeten Kirchturmdaches in Tunzenhauses kann beginnen. Hülse wird im Januar geöffnet

Die gefüllte Dokumentenhülse aus dem Turmknopf der Kirche Sankt Peter und Paul hält Kirchenälteste Alfred Schmidt in seine Händen.

Die gefüllte Dokumentenhülse aus dem Turmknopf der Kirche Sankt Peter und Paul hält Kirchenälteste Alfred Schmidt in seine Händen.

Foto: Jens König

Der Knopf ist vom Turm der St. Peter und Paul-Kirche in Tunzenhausen. Mitarbeiter der BSR Ritschel GmbH aus Gotha holten ihn gestern Nachmittag samt Wetterfahne vom Dach. Die Hülse bleibt noch verschlossen. Zum Gottesdienst am 19. Januar um 10 Uhr soll sie geöffnet werden, kündigte Pfarrerin Juliane Baumann an.

Die Freude stand gestern Alfred Schmidt ins Gesicht geschrieben. Seit 1979 ist er Kirchenältester im Ort und damit eng mit dem Gotteshaus verbunden. Die Abnahme der Bekrönung hielt er gestern mit vielen Fotos fest. Froh ist er, dass die Sanierung des einsturzgefährdeten Kirchenturmdaches startet. Architekt Sixtus Hermanns, der die Bauplanung und Überwachung übernommen hat, sprach von einer „Jahrhundertmaßnahme“. So stehe nicht nur die Instandsetzung der Mauerkronen an, sondern auch die statisch-konstruktive Ertüchtigung der Dachkonstruktion. Erhalten wird das Turmdach eine Schiefereindeckung mit neuer Vollholzverschalung, samt Blitzschutz und restaurierter Turmbekrönung. Einen Zeitpunkt, wann die Restaurierung abgeschlossen sein wird, wagte er gestern noch nicht zu nennen, schließlich könnten Überraschungen und das Wetter für Verzögerungen sorgen.

Großen Anteil, dass die Arbeiten starten können, haben die Einwohner selbst, berichtete die Pfarrerin. Dankbar ist sie dem 2018 ins Leben gerufenen Freundeskreis. Der hatte über verschiedene Aktionen Spenden in Höhe von 10.000 Euro gesammelt. Wie sie sagte, können die Regionalgemeinde, der Kirchenkreis und die Landeskirche einen Anteil von rund 90.000 Euro beisteuern. Die Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland (KiBa), die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, die Vereinigte Kirchen- und Klosterkammer, das Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie sowie die Städtebauförderung bringen sich ein. Ebenso im Boot ist Lotto Thüringen. Insgesamt werden 177.000 Euro verbaut, hieß es.

Die Mitglieder des Freundeskreises haben schon das nächste Projekt vor Augen. Unter Beachtung des Denkmalschutzes wollen sie nicht nur die Stube der Kirchturmuhr renovieren, sondern auch das Uhrenwerk mit einem elektrischen Aufzug ausstatten lassen. Veranschlagt sind dafür 7000 Euro, sagte Alfred Schmidt, der seit 1989 täglich die Uhr aufzieht. Mit 4000 Euro beteiligt sich die Sparkasse Mittelthüringen an der Restaurierung der Uhr. Der Freundeskreis will weiter die Werbetrommel rühren, so auch zum Weihnachtsmarkt am 7. Dezember.

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