Landkreis Sömmerda gewährt Zuschuss für regionale Aussteller

Landkreis.  Die Standmiete für die Regionalmesse SÖM ist deutlich höher als bisher. Der Kreistag beschließt eine Förderrichtlinie.

Die Regionalmesse SÖM findet in und an der Unstruthalle Sömmerda statt.

Die Regionalmesse SÖM findet in und an der Unstruthalle Sömmerda statt.

Foto: Jens König

Der Landkreis Sömmerda will regionalen Ausstellern eine Förderung gewähren, wenn sie sich auf der Regionalmesse „Die SÖM“ präsentieren. Die Richtlinie dazu wurde jetzt vom Kreistag beschlossen.

Vor der Abstimmung gab es allerdings eine längere Diskussion. Hendrik Blose (CDU) betonte, dass es schön sei, dass es die SÖM wieder gebe mit einem neuen Zeitraum und einem neuen Ansatz. Statt Anfang November findet die regionale Leistungsschau künftig im Frühling statt, die Organisation läuft über den Thüringer Messeveranstalter RAM Regio Ausstellungs GmbH.

Man wolle die regionalen Aussteller unterstützen, doch zur Richtlinie habe die CDU einen Änderungsantrag, so Blose. Zum einen solle festgeschrieben werden, dass es keinen Anspruch auf Förderung gebe, zum anderen benannte er mehrere Änderungen, die das Verfahren für die Antragsteller vereinfachen würden.

Auch Landrat Harald Henning (CDU) räumte ein, dass die Aussteller wohl jemanden einstellen müssten, um alles in der Richtlinie Geforderte zu realisieren. Dabei rede man von 200 Euro, die ein Aussteller erhalten könne. Er kritisiere die eigene Verwaltung, das sei einfach von einer anderen Gebietskörperschaft abgeschrieben worden.

Da die von der CDU gewünschten Änderungen recht umfangreich seien, schlug AfD-Fraktionsvorsitzender Stefan Schröder ein Verweisen des Themas in den Wirtschaftsausschuss vor. Dann könne das alles in Ruhe formuliert und in der Dezember-Kreistagssitzung beraten werden, die SÖM finde ja ohnehin erst im Mai statt.

Nach zehnminütiger Auszeit betonte Hendrik Blose indes, dass eine Beschlussfassung jetzt wichtig sei, um den regionalen Firmen Sicherheit zu geben. Dem Argument konnte Stefan Schröder folgen, doch er beantragte, dass der Messeveranstalter das neue Konzept für die SÖM im nächsten Kreisausschuss einmal vorstellt – was ins Protokoll aufgenommen wurde.

Kritische Worte gab es zur neuen Höhe der Standmiete. Wie hoch der Quadratmeterpreis denn überhaupt sei, wollte Christopher Harsch, Fraktionsvorsitzender SPD/Grüne/Freie Wähler, wissen. Bisher hätten Aussteller 35 Euro pro Quadratmeter gezahlt und den Rest der Kosten habe der Landkreis ausgeglichen, erläuterte Marcus Bals, Leiter des Amtes für Öffentlichkeitsarbeit im Landratsamt. Jetzt bezahle man im Außenbereich 45 Euro und im Innenbereich bis zu 90 Euro pro Quadratmeter.

Dass man ausgerechnet in der jetzigen, schwierigen wirtschaftlichen Situation mehr Geld nehmen wolle, lässt Stefan Schröder befürchten, dass regionale Aussteller hinten runterfallen und andere mit mehr Geld die hiesige SÖM gestalten, wie er sagte. Das sei bei der Saale-Orla-Schau nach dem Wechsel zur RAM Regio Ausstellungs GmbH tatsächlich zunächst so gewesen, so Bals. Inzwischen habe sich die Messe aber ins Positive entwickelt. Und das Gute sei doch, dass der Landkreis im Gegensatz zu anderen überhaupt noch eine Messe durchführe. Lasse man die Preise wie bisher viel zu niedrig, ginge das zu Lasten der Kreisumlage.

Eileen Schindler (Linke) verwies darauf, dass nun auch Vereine, für die die Messeteilnahme bisher kostenfrei war, etwas zahlen müssen. Die Schwierigkeiten für diese sind auch dem Linke-Fraktionsvorsitzenden Ralf Hauboldt bewusst. Allerdings müsse man einen Neuanfang wagen, weil die Messe in der bisherigen Form keine Überlebenschance habe. Es habe immer weniger Aussteller und immer weniger Besucher gegeben, gezogen habe in erster Linie noch das Beiprogramm.

Letztlich wurden die von Hendrik Blose beantragten Änderungen bei drei Stimmenenthaltungen in die Richtlinie aufgenommen. Laut dieser fördert der Landkreis für Aussteller aus dem Kreis eine Fläche bis zu 8 Quadratmetern, für die Innenfläche 25 Euro, für die Freifläche 15 Euro. Die Maximalhöhe darf die Hälfte des Nettobetrages der Standmiete nicht überschreiten. Verkaufsstände sind von der Förderung ausgeschlossen.