Lange Vorhabenliste in Udestedt

Udestedt.  Der Dorferneuerungsbeirat ermittelt Schwerpunkte für das Entwicklungskonzept in Udestedt. Ein Marktplatz mitten im Ort führt die Wunschliste an.

Mitglieder des Dorerneuerungsbeirates mit Bürgermeister Gunnar Dieling an der Spitze führten am Donnerstag Mitarbeiter des Thüringer Landgesellschaft durch Udestedt.

Mitglieder des Dorerneuerungsbeirates mit Bürgermeister Gunnar Dieling an der Spitze führten am Donnerstag Mitarbeiter des Thüringer Landgesellschaft durch Udestedt.

Foto: Jens König

Unter Heiratswilligen ist der „Weimarischer Hof“ in Udestedt eine gefragte Adresse. „Das Haus ist – außer jetzt zu Coronazeiten – stets gut gebucht“, ließ Bürgermeister Gunnar Dieling beim Ortsrundgang am Donnerstag wissen. Die Gemeinde Udestedt hat sich mit Ollendorf sowie Klein- und Großmölsen zur Dorfregion „Grammeaue“ zusammengeschlossen, um ins Programm der Dorferneuerung aufgenommen zu werden. Voraussetzung dafür ist ein gemeindliches Entwicklungskonzept. Erstellt wird dies von der Thüringer Landgesellschaft. Um die Bürger in den Orten zu beteiligen, hatte es bereits Anfang Oktober ein zweitägiges Seminar gegeben. Nun folgte mit dem Rundgang der nächste Schritt.

Nicht ohne Grund ließ Dieling den im „Weimarischen Hof“ starten. Das Gebäude ist bereits vor Jahren über die Dorferneuerung instand gesetzt und modernisiert worden. Was jedoch fehlt, sei ein WLAN-Anschluss sowie moderne Technik. Damit könnte der Saal noch besser vermarktet werden, gab der Bürgermeister einen der Wünsche an. Ein zweiter offenbarte sich im Hof, der ebenso vielseitig genutzt wird. Hier wünschen sich die Udestedter einen direkten Zugang zu den Toiletten.

Handlungsbedarf meldeten auch die Kegler an. Für die Kegelbahn, die sich an den „Weimarischen Hof“ anschließt, wünschen sie sich nicht nur ein neues Dach und eine neue Fassade, sondern auch eine automatische Kegelanlage.

Dass es in Udestedt weiteren Handlungsbedarf gibt, wurde beim Rundgang deutlich. So gebe es von Hochzeitsgesellschaften oder von Konzertbesuchern immer wieder Nachfragen nach Übernachtungsmöglichkeiten im Ort. „Bislang müssen wir die Gäste immer an die Nachbarorte verweisen“, sagte Dieling. Eine Lösung könnte der Pfarrhof bieten. In einem dort befindlichen Fachwerkgebäude mit Laubengang wären Fremdenzimmer denkbar.

Nur einen Katzensprung vom Pfarrhof entfernt, befindet sich ein weiteres Objekt, auf das die Udestedter mehr Licht werfen wollen. Die Rede ist vom Alten Kantorat. Das frühere Schulgebäude, das auch schon als Jugendzimmer im Ort genutzt wurde und seit vielen Jahren leer steht, gehört zum Schulgebäude und damit dem Landkreis. Katja Schneevoigt von der Thüringer Landgesellschaft dokumentierte und kartierte das Objekt genauso wie den Karl-Marx-Platz, der eine weitere Station des Rundganges war. Gunnar Dieling sprach von seinem „größten Wunsch“, den Platz zu einem Marktplatz im Dorfzentrum mit Stellplätzen für mobile Händler umgestalten zu wollen. „Momentan herrsche hier Wirrwarr“, so der Bürgermeister.

Halt machte die Truppe auch am Dreschplatz. Besonders bei Radfahrern, die zum Barkhäuser Turm in Richtung Stotternheim unterwegs sind, sei er ein beliebter Ort und soll deshalb als Aufenthaltsplatz aufgewertet werden. Ins Gespräch wurden Ideen einer Waldschänke wie auch eine insektenfreundlichen Bepflanzung gebracht. Ebenfalls mehr Attraktivität wollen die Bürger dem Platz verleihen, der landläufig als „An der Schließe“ bekannt ist. „Die Leute treffen sich gern hier, deshalb wären Bänke schön“, schlug Christina Wechsung, Vorsitzende des Frauenvereins, vor.

Alle Vorschläge werden nun in das Konzept eingearbeitet. Im nächsten Schritt gehe es darum, einen Maßnahmekatalog zu erstellen. Ein Arbeitskreis soll dann die einzelnen Vorhaben wichten und eine Prioritätenliste erstellen, so Katja Schneevoigt.