Leute vom Lande: Der neue Bereichsjugendpfleger der Gera-Aue

Gebesee (Landkreis Sömmerda). Henry Lange ist der neue Bereichsjugendpfleger in den Orten der Gera-Aue. Er sagt von sich: "Ich bin gar nicht so streng wie ich manchmal aussehe".

Bereichsjugendpfleger Henry Lange (3. von links) mit Jonas Vollrath, Kristy Pfeffer und Sabrina Sommer (von links) im Jugendclub Andisleben. Foto: Katrin Müller

Bereichsjugendpfleger Henry Lange (3. von links) mit Jonas Vollrath, Kristy Pfeffer und Sabrina Sommer (von links) im Jugendclub Andisleben. Foto: Katrin Müller

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Leute vom Lande - das trifft für Henry Lange vielleicht gar nicht hundertprozentig zu. Denn der studierte Erziehungswissenschaftler kommt aus dem Großraum Berlin, wohnt in Erfurt. Doch andererseits hat er sich voll in seine neue Tätigkeit als Bereichsjugendpfleger der Verwaltungsgemeinschaft Gera-Aue und der Orte Elxleben und Witterda hinein gekniet. Also doch jemand jetzt hier im Lande.

"Für mich ist das der Traumberuf", fühlt sich der 35-Jährige überhaupt nicht in die Provinz gesetzt. Im Gegenteil: "Ich wollte schon immer gerne mit Jugendlichen arbeiten. Das kann ich jetzt hier!" Und als die Stelle des Bereichsjugendpflegers ausgeschrieben wurde und der Erfurter sie unter mehreren Bewerbern bekam, sah er dies als eine große Chance.

In den Osterferien ging der Neue mit seinem aus beruflichen Gründen den Posten verlassenden Vorgänger auf Land-Tour. "Ich sah mir die Räumlichkeiten an, schaute, was es an Einrichtungsgegenständen alles gibt, stellte mich Bürgermeistern, natürlich den Mitarbeitern der Verwaltungsgemeinschaft, aber auch in Schulen und im Walschlebener Internat Morgenberg vor, bekam von meinem Vorgänger noch viele Tipps."

Und dann ging es hinein ins frohe Jugendleben. "Ich habe Ideen. Doch ich lasse mich natürlich von den jungen Leuten und den Dingen, die sie machen, inspirieren", so Henry Lange.

Jeder Ort habe schon so seine Eigenheiten. In Andisleben, in dem gut ausgestatteten und ausgelasteten Jugendclub, hätten die Mädels das Prä. Da läge der Schwerpunkt eher so auf Gesprächen. Auch kein Problem für den großen, kräftigen Mann. Als wir dieses Gespräch mit ihm im Andislebener Jugendclub führen, sind Pauline, Kristy, Sabrina und die anderen gerade dabei, ein Fotobuch über die Klub-Erlebnisse zu erstellen.

In Walschleben - na, da sind vor allem junge Fußballer! Beim Fairplay-Turnier im Juni in Sömmerda holte sich das Jugend-Team der Gera-Aue gleich bei der ersten Teilnahme den Pokal. Kicken kann der sportliche Erziehungswissenschaftler auch.

In Walschleben soll sich an den Räumen etwas tun

In Ringleben muss er sich jedoch etwas umstellen. "Da ist das Klientel völlig anders. Da kommen schon mal 10-Jährige. Da braucht es auch Bastelangebote." In Elxleben läuft der Kontakt viel über die Schule und da kommen oft auch solche und andere Probleme auf den Tisch.

In Witterda hat der Bereichsjugendpfleger nur mehr Sprechzeiten und einen "Fall". "Ich komme da bislang etwas schwer ran", schätzt Henry Lange ein. Zumeist sei der Ort und seien die Jugendlichen dort bereits organisiert und involviert. Die Frage ist, ob dort der Bedarf überhaupt vorhanden ist. Oder, ob Engagement, Einsatz und auch Finanzen nicht besser in anderen Orten gebraucht würden.

In Walschleben etwa, wo sich an den Räumlichkeiten etwas tun müsse - und auch tun wird. Oder bei den gemeinsamen Veranstaltungen für alle Jugendlichen wie Gokart-Fahren, Klettern in Hohenfelden, Kanufahren, im Winter Eislaufen oder Besuch der Therme. "Wir können auch mal ins Theater oder so", schlägt Pauline vor. "Ich nehm‘ das als Idee auf. Aber da müssen auch andere mitmachen wollen", gibt der Bereichsjugendpfleger zu bedenken.

Sein Handy klingelt. Die sechsjährige Tochter ruft Papa an. Und wundert sich, warum der so streng klingt. Weil er ein Gespräch mit der Zeitung hat, erklärt Henry Lange seinem Engelchen. Und versichert - auch nach dem Kontrollblick auf das Foto: "Also, so streng wie ich manchmal wirke, bin ich überhaupt nicht." Die Jugendlichen im Klub prusten da vor Lachen.

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