Luftballons und Coversongs in Kindelbrück

Das Elektroauto rollt nach Kindelbrück im Landkreis Sömmerda , wo wir ein "Nena"-Double treffen. Von Mandy Ernst erfahren wir, wie sie von "Highway to Hell" zu "Irgendwie, irgendwo, irgendwann" kam.

Mandy Ernst ist im normalen Leben Kosmetikerin. Am Wochenende schlüpft sie für eine Show in die Haut ihres Idols Nena. Foto: Tino Nowitzki

Mandy Ernst ist im normalen Leben Kosmetikerin. Am Wochenende schlüpft sie für eine Show in die Haut ihres Idols Nena. Foto: Tino Nowitzki

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Kindelbrück. Wenn Mandy Ernst durch den Ort läuft, dann kann es schonmal passieren, dass man ihr etwas hinterher ruft. "Hallo!", hört sie dann oft - "Hallo, Nena!".

Schlimm findet das die 39-Jährige nicht. Im Gegenteil: Meist lächelt sie einfach, nimmt es als Kompliment und geht weiter. Schuld hat sie ja selbst: Mandy Ernst ist Nena- Double. Oder wie sie selbst lieber sagt: "Ich mache eine Nena-Cover-Show".

Dreizehn Jahre tut sie das jetzt schon - und am Anfang stand eben dieser "Hallo, Nena"-Ruf. Den habe sie einfach ständig gehört, erinnert sich die hauptberufliche Kosmetikerin. Vor allem bei Auftritten als Sängerin ihrer früheren Band sei das passiert. "Und das, obwohl wir eher AC/DC und sowas gespielt haben".

Nein, wirklich drauf angelegt habe sie es nicht. "Ich habe mich einfach ein bisschen herausgeputzt - rockig angezogen eben". Aber das sei wohl schon genug gewesen, um der berühmten Sängerin zum Verwechseln ähnlich zu sehen.

Mandy Ernst selbst sieht das gar nicht so: "So sehr wie Nena seh’ ich nun auch nich’ aus", findet sie. Auch deswegen sei ihr der Begriff "Double" etwas suspekt. Trotzdem: Die Initialzündung war deutlich.

Nicht etwa, dass die Kindelbrückerin vorher nichts mit Nena am Hut gehabt hätte: "Ich war schon als Jugendlicher Fan", sagt sie und muss lachen, als sie sich an die Schuhe zurück erinnert, die sie damals trug: Mit dem Stift habe sie darauf die Worte "Nena" gemalt – weil es richtige Fan-Utensilien eben nicht gab. Aber auch die Musik habe sie schon in den 80er Jahren gut gefunden.

Vor allem ist es aber Nenas Persönlichkeit, die Mandy Ernst so fasziniert. "Die ist herrlich verrückt und macht immer was sie will", sagt sie, "ein bisschen wie ich eben". Mit blindem Nacheifern habe das aber nichts zu tun: "Ich bin ich und Nena ist Nena".

Auf der Bühne mit Nenas Original-Band

Charakter-Ähnlichkeiten seien also eher Zufall. Ein Vorbild - das sei Nena aber schon. Wie sie Familie und das wilde Popstar-Leben unter einen Hut bringe, "das imponiert mir", meint Mandy Ernst.

Genau wie Nenas Zuneigung zu den Kleinsten. Schon deswegen tritt Mandy Ernst besonders gerne bei Kinderfesten oder Geburtstagen auf. Aber auch für Hochzeiten und Stadtfeste werde sie gebucht - selbst weit weg, wie neulich in Schwerin.

Irgendwann dann hallte der Ruf ihrer Cover-Show bis zu Nenas Originalband. Seitdem tritt Mandy Ernst regelmäßig mit den Musikern auf. Ob sie dabei schonmal ihrem Idol begegnet sei? "Noch nicht". Freuen würde sie sich aber darüber.

Dann schaut Mandy Ernst nachdenklich in die Luft. Nach etwas Zögern sagt sie: "Aber wer weiß das schon, vielleicht hat sie ja auch etwas gegen eine zweite Nena?!"

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