Mit Frische und Geschmack überzeugen

Großmonra.  Apfel ist nicht gleich Apfel. Auf Sorten, die es nicht im Handel zu kaufen gibt, setzt der Obsthof Großmonra und hat noch viel mehr im Sortiment

Elisabeth und Steffen Schneider haben vor drei Jahren den Obsthof Großmonra gegründet. Neben Äpfeln und Birnen bauen sie auch Gemüse an.

Elisabeth und Steffen Schneider haben vor drei Jahren den Obsthof Großmonra gegründet. Neben Äpfeln und Birnen bauen sie auch Gemüse an.

Foto: Jens König

Vormittags Aprikosen ernten und sie nachmittags verkaufen. „Das bekommt der Lebensmitteleinzelhandel nicht hin“, sagt Steffen Schneider und sieht genau darin den Vorteil seiner Geschäftsidee. Zusammen mit seiner Frau Elisabeth Schneider betreibt er im Nebenerwerb den Obsthof Großmonra. Gegründet haben sie das Unternehmen bereits 2016. Als Diplom-Ingenieure für Gartenbau arbeiten beide im Obstbau und kennen sich im Großanbau aus.

Mit der Einführung des Mindestlohnes kam bei dem Ehepaar der Wunsch auf, einen eigenen Betrieb auf die Beine zu stellen, der so klein bleibt, dass er ohne Erntehelfer auskommt. Aktuell bewirtschaften die beiden 1,7 Hektar. Gut einen Hektar davon machen Streuobstwiesen aus, die das Paar gepachtet haben. Viel Arbeit und Geld investierten sie bereits, indem sie neue Bäume und Sträucher pflanzten und den Altbestand wieder auf Vordermann brachten. Neben dem Kauf von Pflanzen wurde auch mit Traktor und Mulcher in Technik investiert. „Klar ist das ein Risiko, aber wir sind der Meinung, dass die Entscheidung richtig ist“, ist der 37-Jährige überzeugt.

Neben Obst setzen beide seit diesem Jahr auch auf Gemüse. Auf zwei Flächen, eine in Großmonra und eine in Backleben, haben sie Zwiebeln, Möhren, Sellerie, Kohlrabi oder Pastinaken angebaut. Auch Buschbohnen, Rote Bete, Zuckermais, Kürbisse und Kartoffeln können jetzt in dem kleinen Hofladen auf ihrem Grundstück in der Kirchstraße 28 in Großmonra gekauft werden. „Begonnen haben wir mit einer kleinen Verkaufstheke vor der Tür. Das lief so gut, dass wir einen Hofladen eröffnet haben.“ Angeboten werden hier auch Fruchtaufstriche, die Elisabeth Schneider in der Verarbeitungsküche selbst herstellt. Hübsche Gläser reihen sich in einem Buffet aus Omas Zeiten aneinander. Namen wie „Winterglück“, „Apfelzauber mit Spekulatius“ oder „Himbeertraum“ sollen die Neugier wecken.

Dass Einfallsreichtum gefragt ist, gibt Elisabeth Schneider gern zu, schließlich betreiben sie einen Laden auf dem Dorf, wo Marmeladekochen noch für viele Einwohner dazugehört. Auch Apfel- und Aroniasaft, die das Paar von einem Berufskollegen beziehen, gehören zum Sortiment. Erklärtes Ziel ist es, alles, was im Anbau produziert wird, auch zu vermarkten. Neben den Marmeladen gibt es auch Gläser mit Roter Bete, Birne oder einem Zucchini-Paprika-Mix. Geöffnet ist der Hofladen wochentags von 15 bis 19 Uhr und am Samstag von 10 bis 19 Uhr. „Natürlich können wir mit einem Zweimann-Betrieb nicht die ganze Zeit vor Ort sein. Sind wir unterwegs, nutzen wir die Theke. Bezahlt wird über die Kasse des Vertrauens. Das funktioniert sehr gut“, sagt Elisabeth Schneider.

Dass Äpfel, Bohnen und Kartoffeln aus Großmonra auch in Sömmerda gekauft werden können, ist den Schwiegereltern von Steffen Schneider zu verdanken. Sie führen die Rastenberger Gärtnerei Kraußer und sind mit ihren Produkten dreimal in der Woche am Böblinger Platz in Sömmerda anzutreffen. Auch Bad Sulza und andere Bauernmärkte der Region steuern sie an. Das Ehepaar selbst hat mit Weihnachtsmärkten in Ellersleben und Burgwenden und der Glühweinparty in der Monraburg Mosterei in Großmonra die nächsten festen Termine abgesteckt.

Auf der Wunschliste des Ehepaares steht der Bau einer eigenen Apfel- und Birnenplantage, um Sorten anbieten zu können, die es so im Einzelhandel nicht gibt. Was fehlt, ist eine geeignete Fläche. Sie sollte etwa einen Hektar groß sein und sich im Umfeld befinden, sagt Steffen Schneider.

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