Nicht nur das eigene Umfeld im Blick

Landkreis  „Thüringer Becken“: Der Landkreis Sömmerda sucht nach einer klaren touristischen Strategie mit wiedererkennbarem touristischem Profil

Andreas Lorenz, Peter Neumann, Harald Henning und Marcus Bals (Leiter des Amtes für Öffentlichkeitsarbeit im Landratsamt Sömmerda, von links), im Präsidium der Beratung.

Andreas Lorenz, Peter Neumann, Harald Henning und Marcus Bals (Leiter des Amtes für Öffentlichkeitsarbeit im Landratsamt Sömmerda, von links), im Präsidium der Beratung.

Foto: Landratsamt Sömmerda

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Seit Anfang 2018 präsentiert sich der Landkreis Sömmerda in enger Zusammenarbeit mit dem Tourismusverband „Thüringer Becken“ als Region Thüringer Becken. Um diesen Begriff zu einer Marke weiterzuentwickeln, fehlte es bislang an einer klaren touristischen Strategie mit wiedererkennbarem touristischem Profil. Für die Entwicklung zur Reise- und Ausflugsregion wurde die Erarbeitung eines Tourismuskonzepts für notwendig erachtet. Sämtliche Potenziale sollten untersucht und in eine nachhaltig erfolgreiche Entwicklungsstrategie eingebunden werden. Zudem sollen Defizite analysiert und Maßnahmen zur Beseitigung erarbeitet werden.

Um eine tragfähige und zukunftsorientierte Tourismuskonzeption zu entwickeln, welche von möglichst vielen der am Tourismus beteiligten Interessengruppen getragen wird, beantragte der Landkreis Ende 2017 Leader-Fördermittel, die Mitte 2018 bewilligt wurden. In einem beschränkten Ausschreibungsverfahren wurden fünf deutschlandweit agierende Beratungsagenturen zur Abgabe eines Angebots aufgefordert.

Den Zuschlag bekamen gemeinsam die Agenturen tourismus plan B und NeumannConsult. Die Berater mit langjähriger einschlägiger Erfahrung im ländlichen Raum evaluieren mit dem Landratsamt die vorhandenen touristischen Angebote und loten unter Berücksichtigung der Standortfaktoren und der aktuellen Marktlage die Erfolgschancen und Hürden für die Region aus. Die Konzeption soll Anfang Oktober 2019 fertig sein.

Um die Kommunen und touristischen Leistungserbringer zu beteiligen, gab es Arbeitsgruppentreffen, bei denen Ideen eingebracht und Handlungsempfehlungen kritisch hinterfragt werden konnten. Im Vorfeld des 5. Treffens hatten Landrat Harald Henning und der Vorsitzende des Tourismusverbands, Steffen Hädrich, alle Bürgermeister und VG-Vorsitzenden im Landkreis zu einer Diskussionsrunde eingeladen, um gemeinsam mit den Beratern Andreas Lorenz, Geschäftsführer der Agentur tourismus plan B, und Peter Neumann, Geschäftsführer der Agentur NeumannConsult, den Stand des Konzepts zu präsentieren und die große strukturpolitische Bedeutung des Tourismus für den ländlichen Raum zu betonen. Die Anwesenden waren sich einig, dass der Landkreis keine klassische Tourismusregion ist. Umso mehr müsse bei den politischen Verantwortlichen das Bewusstsein dafür geschaffen werden, dass Angebote für den Tourismus immer auch Angebote für Naherholung sind und nicht zuletzt die Lebensqualität der Menschen in der Region steigern. „Investitionen in die touristische Infrastruktur sind Investitionen in die Entwicklung und Zukunft der gesamten Region. Wo die Lebensqualität steigt, steigt auch die Aufenthaltsqualität“, machten Andreas Lorenz und Peter Neumann deutlich.

Die neue Tourismuskonzeption versteht sich als Orientierungsrahmen, den Landkreis, Kommunen und Leistungsträger zusammen umsetzen müssen.

„Dabei geht es nicht vorrangig darum, neue Investitionsvorhaben zu planen, deren Umsetzung dann an den Kommunen hängen bleibt, sondern das, was wir haben, besser zu vernetzen und Besuchern wie Einheimischen das Thüringer Becken als Ausflugsgegend schmackhaft zu machen. Dies kann nicht funktionieren, wenn jeder nur sein eigenes Umfeld im Blick hat“,betonte Landrat Harald Henning.

Die gemeinsamen Kraftanstrengungen all dieser Akteure finden auch im Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft Anklang. Olaf Dirlam, dort Leiter des Referats für touristische Grundsatzfragen und Gastgewerbe, lobte die Strategie von Landkreis und Tourismusverband, den Ausbau und die Vernetzung der touristischen Angebote in erster Linie als wesentlichen Beitrag für die Daseinsvorsorge in der Region zu begreifen und sich auch grenzübergreifenden Kooperationen zu öffnen.

Zur Finanzierung des Konzepts erhält der Landkreis eine Leader-Förderung von 17.850 Euro und trägt einen Eigenanteil von 5950 Euro.

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