Nur wenige Baustellen in und um Sömmerda: Busse zum Schulstart pünktlich

Sömmerda  Verwaltungsgesellschaft des ÖPNV Sömmerda mbH investiert in Erneuerung der Flotte und mehr Personal

ÖPNV-Chef Wolfgang Kunz sieht den Schulstart positiv: Die Schülerbeförderung sei gut angelaufen.

ÖPNV-Chef Wolfgang Kunz sieht den Schulstart positiv: Die Schülerbeförderung sei gut angelaufen.

Foto: Peter Hansen

Das neue Schuljahr ist noch jung. Dennoch zieht Wolfgang Kunz, Geschäftsführer der Verwaltungsgesellschaft ÖPNV Sömmerda mbH, eine gute Bilanz über den Start. „Die Schülerbeförderung ist sehr gut angelaufen.“

Olaf Silge, Prokurist im Unternehmen, nennt die geringe Zahl an Baustellen im Landkreis als einen Grund für den reibungslosen Ablauf. „Ein großer Dank geht an dieser Stelle an die Planer und Baufirmen“, sagt er und führt die Ortsdurchfahrt Kindelbrück als ein Beispiel an. Rechtzeitig zum Schuljahresbeginn ist der Straßenbau fertig. „Das hätte uns sonst wirklich Probleme beschert“, sagt er.

Mehraufwand hat das Unternehmen voraussichtlich noch bis Ende November, um Schulkinder aus dem Weißenseer Ortsteil Schönstedt zu befördern. Da die Stadt Weißensee in Schönstedt eine Haltestelle und eine Wendeschleife bauen will, wird der Ortsteil mit dem Linienverkehr derzeit nicht angefahren. „Wir holen die Schulkinder und natürlich auch alle anderen Fahrgäste mit einem Kleinbus ab“, informiert Wolfgang Kunz.

Befördert werden von dem Unternehmen aktuell rund 3000 Schüler. Darunter befinden sich rund 2700 Schüler, für deren Fahrkosten das Schulverwaltungsamt aufkommt. „Das andere sind Freizahler. Es handelt sich dabei beispielsweise um Schüler, die nicht die nächstgelegene Schule besuchen“, erklärt der Geschäftsführer und berichtet von Schüler aus Beichlingen, die in Sömmerda zur Schule gehen. „Sie müssen für einen Großteil der Fahrtkosten selbst aufkommen. Nicht anders sei es bei Schülern, die in Leubingen zu Hause sind und in Kölleda das Gymnasium besuchen. „Der Schulweg nach Kölleda ist eben länger als der nach Sömmerda“, sagt er und berichtet von vielen Anrufen, die gerade jetzt zum Schuljahresbeginn im Unternehmen eingehen. „Die Entscheidung fällen nicht wir, sondern das Schulverwaltungsamt auf Grundlage des Schulfinanzierungsgesetzes“, sagt er und bittet Schüler außerdem darum, immer die aktuelle elektronische Fahrkarte im Bus vorzuzeigen.

Abgedeckt wird der Schulbusverkehr durch 43 eigene Busse sowie über Busse, die über so genannte feste Nachauftragnehmer angemietet werden.

Die eigene Flotte ist in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen. „Unsere Konzession ist im Mai diesen Jahres ausgelaufen. Die Genehmigungsbehörde bewilligte uns nur eine neue, wenn wir die EU-Richtlinien erfüllen und damit unseren Eigenanteil an Bussen und Personal erhöhen und den Fremdanteil verringern“, sagt der Geschäftsführer. Deshalb wuchs der Fuhrpark 2018 um zwei neue Niederflurbusse an. In diesem Jahr hat das Unternehmen für drei neue Busse Fördermittel beantragt und genehmigt bekommen. Läuft alles nach Plan, sollen sie im Februar/März 2020 zum Einsatz kommen. Auswirkungen hat das auch auf den Personalbestand. Deutsche Mitarbeiter, aber auch aus Spanien und Polen wurden bereits im Februar eingestellt und angelernt. „All das hat intensive Kosten verursacht“, räumt der Geschäftsführer ein und hofft, künftig mit mehr Kreismitteln rechnen zu können.

Zufrieden blicken Kunz und Silge auch auf den Fahrplanwechsel, der am 7. Juli in Kraft trat. Beide sprechen von kleinen Änderungen, die sich für die Fahrgäste positiv auswirken sollen. So wurde am Sömmerdaer Stadtring in Richtung Schloßvippach mithilfe der Stadt eine Haltestelle in Betrieb genommen. 2018 wurde sie bereits als Ersatzhaltestelle für den Stadtverkehr genutzt. Jetzt steht sie auch dem Regionalverkehr zur Verfügung.

Schüler aus Weißensee, Bilzingsleben oder Kannawurf, die die Albert-Einstein-Gemeinschaftsschule in Sömmerda besuchen, können sich seit Juli über eine bessere Anbindung freuen. Wie Olaf Silge erklärt, wurde dafür eine bereits bestehende Buslinie verlängert. Die Fahrkartenpreise blieben unverändert. Eine Stadtfahrt in Sömmerda kostet aktuell 1,60 Euro. „Damit liegen wir im Vergleich zu anderen Kleinstädten im Mittelfeld“, sagt Kunz.

Zu den Kommentaren